“Ich hätte da mitfahren können“

Ein Wermutstropfen trübt Herzogs Freude über EM-Platz sieben

Von Peter Maurer aus Ljubljana und Christoph Matt

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Emil Herzog (Deutschland) zeigte schon beim CRO Race (2.Pro) gute Form. | Foto: Cor Vos

04.10.2026  |  (rsn) - Fast unauffällig fuhr Emil Herzog (Deutschland) den starken 7. Platz beim Straßenrennen der Europameisterschaft in Slowenien ein. Ohne in die Offensive gegangen zu sein, sicherte sich der 21-Jährige kurz vor seinem Geburtstag die beste deutsche Platzierung und kam mit der Gruppe, die hinter Christian Scaroni um den vierten Platz kämpfte, ins Ziel.

“Ich habe mir anfangs überlegt, eventuell in die Gruppe zu gehen. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich es nicht versucht habe. Ich glaube, die hat eh nur drei Minuten bekommen. Im Feld hat man sich da schon etwas gespart”, resümierte Herzog im Ziel seine Taktik gegenüber RSN.

Zu sechst ging die deutsche Nationalmannschaft in Ljubljana an den Start. Gegen die stark besetzten und zahlenmäßig überlegenen Nationen wie Belgien, Frankreich oder Italien konnte die Mannschaft jedoch wenig ausrichten. “Wir sind eine recht kleine Radsport-Nation, wir haben keine supergroßen Namen. Also mussten wir nicht die Verantwortung übernehmen. Wir haben einfach ein bisschen gepokert”, fasste Herzog die Außenseiterrolle der Mannschaft im Ziel für CyclingProNet zusammen.

Auch wenn Herzog für das EM-Rennen nicht zum engeren Favoritenkreis zählte, zeigte er beim CRO Race (2.Pro) Ende September mit dem 8. Platz in der Gesamtwertung eine durchaus konkurrenzfähige Form.

Zumindest er selbst war von seinem Ergebnis bei der Europameisterschaft nicht überrascht: “Mein Ziel war es, Top Ten zu fahren und das habe ich geschafft. Das haben nicht so viele für möglich gehalten, aber ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich das erreichen kann. Ich nehme auf jeden Fall viel Selbstbewusst sein mit und Freude aufs nächste Jahr.”

Es bleibt ein kleiner Wermutstropfen

Obwohl die eher zurückhaltende Fahrweise für den ehemaligen Juniorenweltmeister am Schluss aufging, musste Herzog im Ziel einen kleinen Wermutstropfen verkraften: “Das Einzige, was mich etwas nervt, ist, dass Remco und Ciccone nicht auf Stärke gegangen sind, die haben kurz vor der Abfahrt angetreten. Da war ein Loch und niemand ist es zugefahren. Wenn ich wachsamer gewesen wäre, hätte ich da mitfahren können. Klar, vielleicht hätten sie mich in den nächsten zwei Runden am Berg abgestellt. Aber das war etwas schade, sonst bin ich eigentlich sehr zufrieden. Sechster (sic!) bei einer EM ist jetzt nicht so schlecht.”

Gerade in der zweiten Saisonhälfte konnte Herzog, der bisher viel für seine Teamkollegen arbeitete, erste eigene Akzente setzen. Bei der Bretagne Classics (1.UWT) schrammte er mit dem 4. Platz knapp am ersten WorldTour-Podium vorbei. Abseits der Straße sicherte sich der Wahl-Vorarlberger den Deutschen Meisterschaftstitel im Gravel, nachdem er schon im Mai einen starken 8. Platz bei Unbound 200 eingefahren hatte.

Noch ist die Saison für Herzog jedoch nicht vorbei. Bei der Tour of Guangxi (2.UWT) steht der dann 22-Jährige für sein Team Red Bull - Bora - hansgrohe auf der Startliste. Wo es für Herzog 2027 weitergehen wird, ist noch offen, laut Gerüchten des Radsport-Journalisten Daniel Benson dürfte Herzog in der kommenden Saison in den rosa Teamfarben von EF Education - Easy Post unterwegs sein, bestätigt ist dies allerdings bislang nicht.

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