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26.07.2026 | (rsn) - Mit Emil Herzog (Red Bull - Bora - hansgrohe) und Ronja Eibl (Origine Racing Division) lagen bei den 4. Deutschen Gravelmeisterschaften zwei Namen vorn, die nicht zu den ausgewiesenen Gravelspezialisten gehören. Während Herzog überwiegend auf dem Straßenrad in der WorldTour unterwegs ist, fühlte sich Eibl in den vergangenen Jahren auf dem Mountainbike am wohlsten. Für beide war der Triumph auf dem Nürburgring der erste nationale Titel auf dem Schotter.
Der 21-jähirge Herzog, auf der Straße 2022 Juniorenweltmeister, ging auf dem anspruchsvollen Kurs schon früh in die Offensive und hatte bereits in der dritten von fünf zu absolvierenden Runden einen Vorsprung von zwei Minuten auf ein Verfolgerquartett, in dem Titelverteidiger Paul Voß (AUTSAID x Rose Bikes), Georg Egger (Orbea Speed Company), Silas Koech (Lotto - Kern-Haus) und Hannes Riegger (TSV Moosbach) versuchten, den Schaden auf den folgenden Kilometern in Grenzen zu halten.
Vergeblich, am Ende gewann Herzog, der schon beim Unbound überzeugte, mit einem deutlichen Vorsprung von 5:07 Minuten auf Riegger. Dritter wurde Voß (+6:14), wogegen Egger (+7:39) als Vierter das Podium verpasste.
Trotz des abgegebenen Meistertrikots war Voß zufrieden mit seiner Leistung, als er nach Rennende zu RSN meinte: “Ich habe mich schon in den letzten Wochen nicht so gut gefühlt und heute leider auch nicht. Dann hatte ich zwischendurch auch noch einen Platten und die Gruppe um Platz zwei verloren. Von daher war der dritte Platz das Maximum, mit dem ich auch zufrieden sein kann. Und es ist auch ok, mal mit einem anderen Trikot durch die Gegend zu fahren”, meinte er ohne Groll und lobte seinen Nachfolger: “Emil Herzog war heute der Stärkste und ist ein würdiger neuer Meister. Ich hoffe, dass er dann mit dem Trikot auch auf ein paar Rennen zu sehen ist.”
Deutlich spannender verlief das Rennen der Frauen. Top-Favoritin Nele Laing (Canyon x DT Swiss ATR) und Eibl hatten bereits bei Rennhälfte einen derart komfortablen Abstand herausgefahren, dass es keinerlei Zweifel daran gab, dass der Sieg zwischen diesen beiden ausgemacht werden würde. Gemeinsam fuhren sie auf die 300 Meter lange Zielgerade in der Formel 1-Arena, auf der sich Eibl als die Stärkere erwies - und die Überraschung perfekt machte. Die Baden-Württembergerin hatte bis heute in dieser Saison kein einziges Gravelrennen bestritten!
Dahinter kämpften Carolin Schiff, Larissa Hartog (beide Canyon x DT Swiss ATR) sowie Lia Schrievers (KMC Nukeproof) verbissen um die Bronzemedaille. Ebenfalls im Sprint sicherte sich Schrievers (+6:44) schließlich Platz drei vor Schiff (+6:45), die nach zwei Titeln in den Jahren 2023 und 2024 diesmal mit der Holzmedaille vorliebnehmen musste.
So früh wie noch nie im Jahr steht bereits der Austragungsort der Deutschen Gravelmeisterschaften 2027 fest. Dann wird Oberhof im thüringischen Wald, in der Szene schon als Start-/ und Zielort des Rennsteig Gravel bekannt, Gastgeber der Titelkämpfe sein.