Albert - Richter - Cup

27.05.2003  |  Zum wiederholten Male findet in Augsburg ein Lauf des Nachwuchs-Sprinter-Wettbewerbs “Albert-Richter-Cup” statt. Am 25. und 26. Mai sind die jungen bundesdeutschen Bahn-Sprinter in der Augsburger Radrennbahn an der Eysackstraße zu Gast. Dort findet der erste Lauf des insgesamt acht Läufe umfassenden Cups statt, der bundesweit ausgetragen wird, unter anderem auch in Leipzig, Köln und Chemnitz.

1997 wurde der Nachwuchs-Sprintercup erstmalig ausgetragen. Ermöglicht wurde seine Austragung vor allem durch die finanzielle Unterstützung von Renate Franz aus Köln, Autorin des Buches „Der vergessene Weltmeister“ über Albert Richter und jetzt Herausgeberin des ersten Bahnrad-Fotokalenders „Track Cycling“.

In dieser Saison hat „Albert-Richter-Cup“ einen Co-Sponsor und den hat niemand geringerer als der 2fache Sprint-Olympiasieger Jens Fiedler vermittelt: "Seit Jahren passiert in der deutschen Sprint-Spitze nicht besonders viel. Ich habe es bei den Meisterschaften immer mit den gleichen Leuten zu tun, und deshalb ist es höchste Zeit, dass die von Renate Franz initiierte Nachwuchsförderung noch besser unterstützt wird. Und genau diesen Auftrag habe ich an mein Management weitergegeben."

Einen ersten Schritt hat Fiedlers XXL Erdgas Team jetzt getan:
"Powered by Erdgas" heißt 2003 der Untertitel beim Albert-Richter-Cup.
Und dabei handelt es sich um eine Euro-Power: Erdgas übernimmt einen Großteil der örtlichen Preisgelder bei allen acht Rennläufen.

Anliegen des Albert-Richter-Cups war und ist es, den gesamten Nachwuchs-Sprintbereich (U23 und darunter) zu fördern. Das gilt für die Rennfahrer und Rennfahrerinnen, die aus der Juniorenklasse in die Eliteklasse aufgestiegen sind, aber auch für junge Sportler, die sich erst für den Sprint entscheiden wollen.

Da es in den anderen Bereichen (wie z.B. Männer-u. Frauenausdauerbereich) bereits ganzjährige Wettkampfserien in Form von Bundesligen gab bzw. gibt, war es notwendig auch für den Sprint ein Wettkampfprogramm mit einer Gesamtwertung aufzubauen. Damit wird eine kontinuierliche Trainingsarbeit im gesamten Jahr gefordert und gefördert. Aber auch der materielle Anreiz ist sicherlich eine zusätzliche Motivation.

So konnten einige Sieger der letzten Jahren bereits Medaillen bei den Weltmeisterschaften der Elite erringen, so etwa Katrin Meinke (Cottbus) und Rene Wolff (Erfurt).

Abgesehen von der sportlichen Seite soll der Cup an den Kölner Radweltmeister von 1932, Albert Richter, erinnern. Richter war 1940 von der Gestapo im Gefängnis von Lörrach umgebracht worden, nachdem er versucht hatte, für einen jüdischen Freund Geld ins Ausland zu schmuggeln. Schon vorher hatte er sich wegen seiner kritischen Haltung zum NS-Regime unbeliebt gemacht.

Mit dem „Albert-Richter-Sprintercup“ hat Deutschland eine einmalige Rennserie für den Sprintbereich aufgebaut, welche einzigartig auf der Welt ist. Inzwischen haben auch die Radsportverbände aus den Nachbarländern wie Holland, Polen, die Schweiz und Tschechien Interesse angemeldet, in Zukunft an dem Cup teilzunehmen.

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