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15.08.2004 | Auf gemeinsamen Geh- und Radwegen kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) befürwortet deshalb die Trennung des Rad- und Fußgängerverkehrs.
„Fußgänger fühlen sich gestört und sind oftmals gefährdet, Radfahrer können nicht zügig, sicher und komfortabel vorankommen“, sagte ADFC-Bundesvorsitzender Karsten Hübener. Die unterschiedlichen Sicherheitsinteressen lassen sich nur durch die klare Trennung der Verkehrsflächen vereinbaren. Wenn der Platz für gesonderte Radwege nicht ausreicht, sollten Radfahrer besser auf der Fahrbahn als auf dem Fußweg fahren.
In einem Positionspapier legten jetzt der ADFC Landesverband Thüringen und der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e.V. Kriterien für die Planung von Radwegen fest. Denn gerade Blinde und Sehbehinderte benötigen für ihre eigenständige Mobilität weitgehend hindernisfreie Gehwege mit eindeutig tastbaren und farblich kontrastierenden Orientierungshilfen als Abgrenzung. Radfahrer wiederum brauchen geradlinige ebene Wege ohne störende Kanten, Schrägen oder sonstige Unebenheiten, auch an Kreuzungen.
Am besten geeignet für den Radverkehr sind deshalb Schutz- oder Radfahrstreifen auf der Fahrbahn oder Fahrradstraßen, so der ADFC. Auch die Öffnung von Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung stellt ein gutes Angebot für den Radverkehr dar. Nur wenn die Wege – wie beispielsweise an Landstraßen - von wenig Radfahrern und Fußgängern benutzt werden, sind gemeinsame Geh- und Radwege akzeptabel.
„In Zukunft müssen bei der Entwicklung von Verkehrskonzepten die Bedürfnisse aller frühzeitig berücksichtigt werden. Es kann nicht angehen, dass dem Autoverkehr oberste Priorität eingeräumt wird und den schwachen Verkehrsteilnehmern lediglich Restflächen zugestanden werden“, sagte Hübener. Das Positionspapier zur Trennung des Rad- und Fußgängerverkehrs kann unter www.adfc-thueringen.de nachgelesen werden.
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