1., 2. September - Nürburgring - 25, 75, 150 km; 24-h-Rennen

Rad am Ring: Nordschleifen-Fans feiern zehnjähriges Jubiläum

Foto zu dem Text "Rad am Ring: Nordschleifen-Fans feiern zehnjähriges Jubiläum"
Geschafft! Verpflegung an der Hohen Acht, nach 5 km Steigung mit um 10 %, und 18 % am Ende... | Foto: radamring.de

02.09.2012  |  (RaR, Ra) - Ein großes Sportfest feierten gestern und heute über zehntausend Läufer und Radler auf dem Nürburgring. Vor zehn Jahren sind der Nürburgring-Lauf (heuer bereits in der 32. Auflage) und das damals gegründete Jedermann-24-h-Rennen "Rad am Ring" zusammengewachsen. "Das Ziel, die faszinierende Kulisse der Rennpiste und die großartige Eifel auch dem Sport ohne Motorkraft zu öffnen, ist einmal mehr gelungen", sagte Veranstalter Hanns-Martin Fraas gestern.

Sogar das Wetter spielte mit. Die Eifel gilt als ein Ort der Wetter-Extreme: Sengend heiß kann es dort sein, aber auch im Sommer unglaublich kalt. Und obwohl es freitags noch nach Regen, Nebel und Temperaturen unter zehn Grad aussah, fanden die Wettbewerbe am Samstag und Sonntag bei sehr ordentlichen Bedingungen statt.

Auch das Highlight des Wochenendes, das am Samstag um 13 Uhr 15 gestartete 24-Stunden-Radrennen über die Nordschleife, ging trocken über die Bühne. Vom klaren Nachthimmel leuchtete der Vollmond, als wäre er extra zum Zehnjährigen bestellt worden. Das setzte einen besonderen Licht-Effekt – dabei ist das Erlebnis einer Rad-Nacht auf der Nordschleife ohnehin nicht arm an unvergesslichen Eindrücken.

Dass heuer keine Rekorde gebrochen wurden, ist zu notieren, aber unerheblich. Markus Rieber aus Güglingen wiederholte seinen Vorjahres-Sieg als 24-Stunden-Einzelfahrer, und absolvierte in 23:46 h 26 Runden, eine weniger als 2011. Der Höchstwert, aufgestellt vom österreichischen Extrem-Sportler Wolfgang Fasching 2006, liegt bei 28 Umläufen. Die Einzelwertung der Frauen gewann Daniela Gerhards aus Trierscheid in 23:39 h mit 18 Runden. Letztes Jahr hatte sie Rang drei erreicht.

Eine ganze Reihe von Einzelfahrern und Teams nutzten "Rad am Ring" für Charity-Aktionen, und sammelten Geld für wohltätige Zwecke – zu viele, um an dieser Stelle alle aufzuzählen. Zwei seien stellvertretend genannt: 24-Stunden-Einzelfahrer Robert Gebauer waren von seinem Team HPI pro geschaffter Runde 100 Euro zu Gunsten der "Stiftung Deutsche Kinderkrebshilfe" versprochen worden. Deshalb wollte er mindestens einen Umlauf mehr schaffen als 2011 - da waren es 22. Dieses Jahr gelangen Gebauer 24 Runden.

Beispiel zwei: "Doc Tom and Friends" (DTaF), die unter erschwerten Bedingungen antraten. Denn Zahnarzt Thomas Stoltz, der das Team 2009 gegründet hatte, und von Beginn an karikative Zwecke damit verfolgte, war im April verstorben. Im Vorjahr war DTaF mit 77 Sportlern stärkste Mannschaft bei Rad am Ring, in der Folge wurden 10 900 Euro Spendengelder an die "Ärztliche Kinderschutzambulanz Bergisch Land e.V." in Remscheid überwiesen.

Doc Toms Witwe Nicki Muckel brachte DTaF auch in diesem Jahr an den Start, erneut mit mehr als 70 Radfahrern. Als Zeichen besonderen Respekts stellte die Rennleitung einen zusätzlichen Zeitnahme-Transponder zur Verfügung, der mit der Startnummer 965 auf Doc Tom registriert wurde. Für eine 100-Euro-Spende durften Freunde von Doc Tom den Transponder für eine Runde zusätzlich zu ihrem eigenen mitnehmen und so im Rennen halten.

Den Start übernahm Querfeldein-Weltmeister und Mountainbike-Weltcup-Sieger Mike Kluge. Zum Rennende standen zwölf Runden auf der Uhr – quasi eine posthume 1200 Euro-Spende von Doc Tom.

Und dann war da noch das Team der ARD-Serie „Lindenstraße". Ein Achter-Rennrad-Team für die 24 Stunden, dem mit Erkan Gündüz, Joris Gratwohl, Knut Hinz und Kurt Sachs immerhin vier Darsteller der aktuellen Produktion sowie mit Schauspielerin Yvonne de Bark auch eine Dame angehörten.

Bis kurz vor elf Uhr am Sonntagvormittag hatten sie sich gar nicht erst um ihre Platzierung gekümmert, um der vermeintlich demotivierenden Wirkung einer solchen Information zu entgehen. Zu diesem Zeitpunkt wurden sie auf Rang 33 von 79 Teams geführt. „Unglaublich", hieß es dann, "wir hätten damit gerechnet, 80. von 79 Teilnehmern zu werden."

Natürlich war auch vom „außergewöhnlichen Erlebnis auf der Nordschleife" zu hören. Und dass der als Just-for-Fun-Truppe gestartete Achter sich fühlte, als hätte er „zehn Jahre Radsport-Erfahrung in 24 Stunden gesammelt." Da konnten sich Hanns-Martin Fraas und Willi Schüller, die das Radsport-Spektakel seit zehn Jahren organisieren, ein Grinsen nicht verkneifen.

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