Sutton bestreitet weiterhin den Bedarf

Medien: Freeman wird Lüge über Testosteron-Pflaster gestehen

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Dopingkontrolle | Foto: Cor Vos

30.10.2019  |  (rsn) - Der ehemalige Teamarzt des Team Sky, Richard Freeman, wird wohl vor dem britischen General Medical Council (GMC) öffentlich zugeben, dass er im Bezug auf die Bestellung von Testosteron-Pflastern im Frühjahr 2011 gelogen hat. Das berichtet The Times unter Berufung auf Freemans Anwältin Mary O'Rourke. Sie habe am Dienstag bei der Eröffnung des Verfahrens gegen ihren Mandanten eingeräumt, dass Freeman "eine Menge Lügen erzählt" habe.

Freeman hatte bislang behauptet, dass die Lieferung von 30 Beuteln Testogel durch Fit4Sport Limited am 16. Mai 2011 ans Velodrom von Manchester - damals der Sitz des Teams Sky - eine Falschlieferung gewesen sei. Am Dienstag wurde nun deutlich, dass Freeman am 24. September 2019 ein Statement unterschrieben hat, in dem er zugibt, das Testosteron bestellt zu haben. Allerdings besteht Freeman darin darauf, dass sie dafür gedacht waren, eine Person medizinisch zu behandeln, die kein Fahrer war. Ursprünglich hatte der Fall bereits im Februar vor dem GMC verhandelt werden sollen. Doch damals erschien Freeman nicht und erwirkte einen Aufschub.

Es wird erwartet, dass Freeman im Verfahren nun am 5. November aussagen wird, dass die Testosteron-Pflaster zur Behandlung des damaligen Technischen Direktors des Britischen Verbands, Shane Sutton, gedacht waren. In seiner Zeugenaussage verneinte Sutton allerdings, etwas von der Testosteron-Lieferung gewusst zu haben und dass sie für ihn gewesen sei. Außerdem soll GMC-Jurist Simon Jackson Zeugenaussagen vorlegen, dass der "Nicht-Fahrer-Patient" medizinisch kein Testosteron gebraucht habe.

Weitreichende Bedeutung auch für Team Ineos und British Cycling

Freemans Anwältin O'Rourke hat laut BBC beantragt, dass zwischen ihrem Mandanten und den anwesenden Medienvertretern während seiner Befragung eine Schutzwand errichtet werde. Außerdem solle ein solcher Sichtschutz auch zwischen ihm und Sutton errichtet werden. Freeman hatte erklärt, er habe während der Untersuchungen der britischen Anti-Doping-Agentur UKAD zur sogenannten "Jiffy Bag"-Lieferung um Bradley Wiggins unter Depressionen gelitten und auch Selbstmordgedanken gehegt. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurden im März 2017 die Beweise für die Testogel-Lieferung nach Manchester gefunden, um die es nun auch vor dem GMC geht.

Das GMC ist das Regulativ für den Beruf des Mediziners in Großbritannien. Freeman könnte seine Mediziner-Zulassung verlieren, wenn er des Fehlverhaltens im Umgang mit Testosteron schuldig befunden würde. Außerdem würde der Fall dann ein sehr schlechtes Licht auf den Britischen Radsportverband und das heutige Team Ineos werfen. Denn Testosteron steht auf der Doping-Verbotsliste und Freeman arbeitete von 2009 bis 2015 für den Verband und den WorldTour-Rennstall.

Sollte das GMC Freeman des Testosteron-Missbrauchs für schuldig erklären, könnte auch UKAD den zu den Akten gelegten Fall rund um die sogenannte "Jiffy Bag"-Lieferung wieder aufrollen. Da Dopingfälle laut WADA-Code erst nach zehn Jahren verjähren, hätte UKAD dafür noch bis 2021 Zeit.

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