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24.09.2026 | (rsn) – Ganz zufrieden war Justyna Czapla trotz ihrer Top-Ten-Platzierung bei der U23-Straßenweltmeisterschaft in Montréal nicht. Die Deutsche U23-Zeitfahrmeisterin verlor erst zu Beginn der Schlussrunde, kurz vor der Kuppe des langen Anstiegs, den Anschluss an eine Verfolgergruppe, die am Ende um die Bronzemedaille kämpfte, und landete auf Rang neun. Es war ihre beste Platzierung bei einem WM-Straßenrennen der Nachwuchsklasse. Ab dem kommenden Jahr wird Czapla in der Eliteklasse antreten.
“Ich habe mir schon ein Podium gewünscht, so wie beim Zeitfahren“, gab die 22-Jährige zu. Im Kampf gegen die Uhr hatte es am Montag für den zehnten Platz gereicht. “Aber ich denke, heute war einfach nicht mehr drin. Ich hatte nicht die Beine, um direkt bei der Gruppe mit dabei zu sein, als sie gegangen ist.“ Dabei hatte Czapla eingangs der Schlussrunde sogar selbst am Fuß des Voie Camillien-Houde attackiert, konnte ihre Begleiterinnen aber nicht abhängen. ___STEADY_PAYWALL___
Als Lore De Schepper (Belgien) kurz darauf angriff, musste Czapla etwa 500 Meter vor der Kuppe reißen lassen. Die Belgierin hatte Begleitung und fuhr im Anschluss für ihre Teamkollegin Fleur Moors, die letztendlich Dritte wurde. “Am Ende waren sie einfach zu stark, um die Lücke zu schließen“, erklärte Czapla, die nur sechs Sekunden hinter der Siebtplatzierten Katherine Sarkisov (USA) ins Ziel kam. “Es ist immer noch ein Top-Ten-Ergebnis.“
Möglicherweise nimmt Czapla mehr mit als nur das Ergebnis aus ihrer letzten U23-WM. “Ich habe alles gegeben. Ich habe attackiert, bin aktiv gefahren und kann damit zufrieden sein“, sagte sie, relativierte jedoch auch: “Ich glaube, mir hat das nicht so gutgetan, diese Spitzen zu fahren mit den Attacken. Aber ich hatte trotzdem noch die Beine, um da ein möglichst scharfes Tempo hinterherzufahren.“ Ihre Rolle als Kapitänin hat Czapla damit auf jeden Fall ausgefüllt.
“Ich bin meinem Team wirklich dankbar, weil alle superstark gefahren sind“, lobte sie ihre drei Teamkolleginnen Clara Jäger, Magdalena Leis und Joelle Messemer. Die hatten zuvor alles gegeben. “Groß helfen ist schwierig. Es gibt auch nicht viel zu helfen“, erklärte Messmer, die am Ende 51. wurde.
Joelle Messemer (rechts im deutschen Trikot) während des U23-Straßenrennens. | Foto: Cor Vos
“Ich habe Justyna immer wieder eine Flasche oder ein Gel angeboten. Magdalena (Leis) war in der Ausreißergruppe dabei, das war wichtig. Clara (Jäger) hat immer versucht, Justyna aus dem Wind zu halten und in den tricky Passagen vorne zu positionieren. Wir haben unser Bestes gegeben. Drei Runden vor Schluss kamen dann die großen Attacken. Auf so einem Kurs gibt es vielleicht zehn oder 15, die da vorne mit dabei sind.“
Zu diesen “Überlebenden“, wie Messmer es anschaulich beschrieb, gehörte auch Czapla. Nach einem Antritt der späteren Weltmeisterin Viktoria Chladonova (Slowakei) war sie Teil der rund 20-köpfigen Spitzengruppe.
Die Slowakin attackierte kurz darauf erneut und setzte sich mit Isabella Holmgren (Kanada) sowie Moors ab. Czapla war gezwungen, selbst für das Tempo zu sorgen und bekam erst zögerlich Unterstützung von ihren Begleiterinnen wie den drei Australierinnen Mackenzie Coupland, Emily Dixon und Talia Appleton.
Czapla musste es auf der letzten Runde also selbst versuchen, konnte jedoch keinen Unterschied mehr machen. Dann setzte De Schepper noch einmal einen drauf und sorgte dafür, dass sie abgehängt wurde. “Wir sind als Team ein wirklich starkes Rennen gefahren. Ich persönlich bin auch mit der Leistung sehr zufrieden, auch wenn es kein Podium ist“, resümierte Czapla. Genau dieses hatte sich beim Straßenrennen der Deutschen Meisterschaft erreicht. Neben ihr auf dem Podest standen damals Franziska Koch und Liane Lippert. Im kommenden Jahr wird Czapla unter anderem mit diesen beiden in Frankreich um die Medaillen kämpfen.
Clara Jäger und Magdalena Leis an der Spitze des Pelotons in der Anfangsphase des Rennens. | Foto: Cor Vos
Doch auch in diesem Jahr kann die 22-Jährige ihren Teamkolleginnen vor dem Elite-Rennen am Samstag hilfreiche Tipps zur Strecke geben. Das U23-Frauenrennen war das erste WM-Straßenrennen in Montréal. “Ich denke, das Wichtigste ist, sich möglichst weit vorne aufzuhalten“, erklärte Czapla.
“Der Kurs ist schon recht technisch mit den Kurven und den Abfahrten. Wenn man da hinten ist, verliert man schon ein bisschen an Kraft. Weiter hinten ist es einfach weniger effizient. Deswegen: möglichst vorne aufhalten, ansonsten die Kurven sauber nehmen und in den Abfahrten ein bisschen aufpassen, weil es da immer wieder eng ist. Auch mit den schlechten Straßen ist es dann oft nicht so super sicher.“
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