Kings und Hettegger Vierter und Fünfter im Straßenrennen

Doppel-Weltmeister! Noval bei den Junioren eine Klasse für sich

Von Felix Mattis

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Benjamin Noval feiert seinen WM-Titel im Straßenrennen der Junioren in Montreal. | Foto: Cor Vos

24.09.2026  |  (rsn) – Benjamin Noval hat sich in Montreal zum Doppel-Weltmeister der Junioren krönen lassen und ist damit in die Fußspuren von Remco Evenepoel getreten, der dieses Kunststück als letzter Junior vor acht Jahren in Innsbruck geschafft hat. Der Spanier setzte sich zwei Tage nach seinem Sieg im Einzelzeitfahren auch im Straßenrennen durch und gewann die Gold-Medaille am Ende eines Solos in den letzten zwei von zehn Runden auf dem kanadischen WM-Parcours.

Vergleichen lassen mit dem Belgier wollte er sich aber nicht – auch wenn er wie damals Evenepoel ebenfalls direkt von der U19 in die WorldTour wechseln wird: Noval hat bereits einen Zweijahresvertrag bei Netcompany – Ineos unterschrieben. "Schauen wir erstmal Schritt für Schritt. Wir genießen das heute! Es waren zwei unglaubliche Tage. Man weiß nicht, wann so etwas noch einmal vorkommt", sagte der 17-Jährige.

Silber sicherte sich, ebenfalls als Solist, mit 42 Sekunden Rückstand der Franzose Simon Defrance. 2:12 Minuten hinter Noval gewann der Schwede Elias Wändel den Sprint um Bronze aus einer vierköpfigen Verfolgergruppe vor dem Deutschen Owen Kings und dem Österreicher Michael Hettegger sowie dem Slowenen Gal Stare.

"Es ist jetzt ein bisschen ärgerlich, Vierter zu werden. Aber ich bin sehr zufrieden damit", sagte Kings gegenüber radsport-news.com nachdem er im Sprint um Bronze die Konkurrenz zunächst etwas überraschen konnte, dann aber doch noch von Wändel überholt wurde. Der Schwede, der schon im Vorjahr als bester erstjähriger Junior Siebter geworden war, sorgte mit Bronze für die erste schwedische WM-Medaille in einem Straßenrennen einer männlichen Rennklasse seit 1983.

Mit seinem zweiten Titel schloss Noval die Weltmeisterschaften von Montreal perfekt ab und schaffte gleichzeitig auch etwas Wiedergutmachung fürs Vorjahr. Denn auch in Ruanda gehörte er als 16-Jähriger bereits zu den Mitfavoriten, hatte mit dem Ausgang des Rennens dann aber nichts mehr zu tun. In Kanada nun bestätigte er all die Spitzenergebnisse seiner beiden Junioren-Jahre und zeigte, warum ihn Netcompany – Ineos schon unter Vertrag genommen hat.

"Ich möchte mich zuerst bei meinen Teamkollegen bedanken. Sie haben von Anfang an eine unglaubliche Arbeit verrichtet. Raúl (López), Aitor (Martínez) und Luca (Martinez) haben das Rennen von Anfang an kontrolliert. Ich habe mich gut gefühlt und irgendwann habe ich dann gespürt, dass das Rennen richtig losgeht. Dann habe ich mich dazu entschieden, loszufahren", fasste Noval seine Triumphfahrt zusammen. "Der Plan ist voll aufgegangen. Wir haben das zu viert perfekt gemacht und hatten auch die Beine dazu."

So lief das Junioren-Straßenrennen bei der WM 2026 in Montreal:

Zehn Runden auf dem 13,4 Kilometer langen Rundkurs von Montreal standen für die Junioren an. Auf den ersten beiden davon wurde zwar viel attackiert, doch niemand kam richtig weg – auch nicht der erste Deutsche in der Offensive, Luan Elsässer.

Im dritten Umlauf aber setzte sich dann ein Quartett um den Norweger Sindre Orholm-Lonseth, den Franzosen Lancelot Gayant, den Spanier Luca Martinez und den Kanadier Carter Deveer ab. Deveer und Martinez aber konnten beide schon bald nicht mehr mithalten und mussten das französisch-norwegische Duo ziehen lassen.

Das Streckenprofil des WM-Straßenrennens der Junioren. | Grafik: Veranstalter

An ihrer Stelle sprang eine Runde später der Belgier Sander Willems nach vorne zur Spitze und so bestimmte ein Trio das Rennen lange Zeit. 65 Kilometer vor Schluss, kurz nach Rennhalbzeit eingangs der fünftletzten Runde, hatten die drei Spitzenreiter rund anderthalb Minuten Vorsprung auf das Feld, aus dem heraus immer wieder unterschiedliche Fahrer attackierten, aber nicht weg kamen.

In dieser sechsten Runde aber löste sich dann ein Sextett um Kings mit dem Franzosen Defrance, dem Italiener Brandon Fedrizzi, dem Briten Dexter Townsend, dem Dänen Julius Lovstrup Birkedal und erneut dem Spanier Martinez. Diese Gruppe knabberte schnell 40 Sekunden vom Vorsprung der Spitzenreiter weg.

Noval attackiert mehrmals und startet dann Solo

Für gut eine Runde blieb die Situation stabil, doch dann kamen rund 45 Kilometer vor Rennende zunächst der Niederländer Noel Goijert und der Däne Tobias Gren sowie kurz darauf der Italiener Patrik Pezzo Rosola und der Spanier Noval von hinten aus dem Hauptfeld ans Verfolgersextett heran. Zu zehnt ging es mit nun wieder etwas mehr als einer Minute Rückstand zur Spitze auf die drei Schlussrunden.

Dort attackierte im langen Anstieg 33 Kilometer vor dem Ziel Noval und nur Defrance konnte dem U23-Zeitfahrweltmeister folgen. Zu zweit schlossen sie zum Spitzentrio auf, während Kings, Pezzo Rosola, Fedrizzi und Birkedal dahinter ein Verfolgerquartett bildeten. Doch Noval legte sechs Kilometer später eingangs der vorletzten Runde gleich die nächste Attacke nach – und von da an war der Spanier allein unterwegs, um als Solist das Titel-Double perfekt zu machen.

Hettegger und Kings kämpfen im Finale um Bronze

Hinter ihm spannten die beiden Franzosen Gayant und Defrance in der Verfolgung zusammen, konnten Noval aber nicht mehr zurückholen. Weiter hinten bekam die Verfolgergruppe um Kings 17 Kilometer vor Schluss weiteren Zuwachs durch unter anderem Stare, Wendel und Hettegger, die dann in der Schlussrunde davon profitierten, zuvor zurückhaltender agiert zu haben. So konnten sie alle anderen Verfolger – bis auf Kings – abschütteln und auf den letzten zehn Kilometern auch Gayant einholen, der seinen Landsmann Defrance hatte ziehen lassen, damit der sich Silber sichern konnte.

So entstand im Finale noch ein spannender Fünfkampf um Bronze. An der letzten richtigen Steigung in der Avenue Pagnuelo attackierte aus dem Quintett heraus Hettegger und zunächst konnten nur Wändel und Kings folgen. In der Abfahrt aber schloss auch Stare nochmal auf.

Der Slowene führte die Gruppe dann auf die ansteigende Zielgerade und versuchte es dort mit einem frühen Antritt. Den konterte rund 300 Meter vor Schluss Kings und riss eine gute Lücke. Der Deutsche schien die Konkurrenz überrascht zu haben, doch auf den letzten Metern kam der Schwede Wändel doch noch an ihm vorbei.

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