Sicherheitsdebatte vor dem Neustart

Startet die Tour mit vielen Tests und wenigen Zuschauern?

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Das Peloton in Paris auf der Schlussetappe der Tour de France 2019 | Foto: Cor Vos

10.06.2020  |  (rsn) - Je näher der Neustart der durch die Corona-Pandemie unterbrochenen WorldTour rückt, desto intensiver wird die Diskussion, wie die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten ist. Ein Vorschlag ist, jedes Teammitglied täglich zu testen.

Ob das der richtige Weg ist, wird von einigen Mannschaftsärzten bestritten. Professor Bert Blocken, Aerodynamik-Experte an der Technischen Universität Eindhoven, vertritt die Meinung, dass regelmäßige Tests nur einen kleinen Aufwand bedeuteten, um Rennen frei vom Coronavirus zu halten.

Wie Het Laatste Nieuws berichtet, bestreiten die Ärzte von Lotto Soudal und Circus-Wanty Gobert dagegen die Praktikabilität täglicher Tests. Joost De Maeseneer, Arzt bei Circus - Wanty, meinte: "Für diese Tests benötigt man mobile Labore, die jeden Tag für die Profis erreichbar sein müssen. In einem großen Rennen ist das ein ziemlicher Aufwand.“ Auch die finanzielle Belastung der Tests sei ein wichtiger Faktor, da eine Untersuchung wohl 59 Euro kosten würde.

Von Seiten des Radsportweltverbands UCI ist auch noch nicht geklärt, welche Einschränkungen die nationalen Regierungen beschließen werden, um die Sicherheit der Groß-Ereignisse zu gewährleisten. Die italienische Regierung etwa erwägt, beim Giro d'Italia, Fahrer und Teammitarbeiter bei einem positiven Test zwei Wochen lang unter Quarantäne zu stellen. Im Gespräch ist auch, wie bei Paris-Nizza, dem letzten Mehretappenrennen vor dem Stopp, die Anzahl der Fans am Straßenrand zu begrenzen.

Startet etwa die Tour also mit vielen Tests und wenigen Zuschauern? Das wird sicherlich noch nicht ausreichen. Die Beteiligten müssen sich noch mehr einfallen lassen, um sichere Rennen veranstalten zu können.

 

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