Nach sechs Bora-Jahren neuer Anfahrer bei Lotto

Selig will künftig Ewan perfekt absetzen

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Selig will künftig Ewan perfekt absetzen"
Rüdiger Selig (Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

04.08.2021  |  (rsn) – Wie Pascal Ackermann verlässt auch Rüdiger Selig das Team Bora – hansgrohe. Doch der 32-Jährige wird nicht, wie man hätte vermuten können, gemeinsam mit dem Pfälzer ein neues Kapitel aufschlagen. Vielmehr gehen die beiden künftig getrennte Wege. Ab der kommenden Saison wird Selig bei Lotto Soudal für Caleb Ewan die Sprints anziehen. Ackermann wird dagegen mit UAE Team Emirates in Verbindung gebracht.

“Es ist im Endeffekt auch Business, Freundschaft hin oder her. Man muss schauen, wo man selber bleibt, auch an sich denken. Das habe ich die letzten Jahre viel zu selten gemacht. Und ich habe ja auch nur noch ein paar Jahre als Profi vor mir“, begründete Selig gegenüber radsport-news.com seinen Wechsel nach Belgien.

Der Berliner hofft, dass der Tapetenwechsel in ihm neue Kräfte freisetzen wird. “Ich war jetzt sechs Jahre bei Bora – hansgrohe und habe gemerkt, dass doch alles schon sehr eingespielt ist. Einem Sportler tut es auch gut, sich neu beweisen und Respekt verdienen zu müssen“, so Selig, der sich vor seiner Entscheidung auch mit Roger Kluge unterhalten, der seit 2019 bei Lotto Soudal unter Vertrag steht. “Als ich noch in Berlin gelebt habe, haben wir viel miteinander trainiert. Von ihm kam nur positives Feedback und da ist der Gedanke gereift. Den Rest hat dann mein Manager Marc Bator erledigt, der einen tollen Job gemacht hat“, sagte Selig.

Der Sprintspezialist wird sich bei Lotto Soudal umstellen müssen, da Ackermann und Ewan unterschiedliche Fahrertypen sind. “Man kann die beiden schwer miteinander vergleichen. Acki ist ein schneller, bergfester Sprinter, mittlerweile fast zu bergfest. Caleb ist ein endschneller Sprinter für die flache Ebene. Das liegt auch mir eher. Denn sobald es bergig wird, muss ich dann auch viel investieren, um am Ende überhaupt noch dabei zu sein“, so Selig. “Durch seine geringe Körpergröße, seine kompakte Körperform und die Werte, die er drückt, ist Caleb für mich nahezu unschlagbar, wenn er perfekt abgesetzt wird“, lobte Selig, der genau für diesen Job von Lotto Soudal verpflichtet wurde.

Auch wenn seine genaue Rolle in Ewans Sprintzug noch nicht genau besprochen wurde, so geht Selig davon aus, gemeinsam mit Jasper De Buyst als letzter Mann vor dem Australier zu agieren. “Ich freue mich schon sehr auf das Team und bin sehr happy mit meiner Wahl“, sagte er mit Blick auf die neuen Herausforderungen.

Auch wenn die Gedanken schon in die Zukunft gerichtet sind, so will Selig in seinen letzten Rennen für Bora – hansgrohe noch mal Vollgas geben. “Das Team war immer fair zu mir und ich verdiene hier ja auch mein Geld. Entsprechend werde ich mein Ding voll durchziehen und man hat ja auch einen Ruf zu verlieren. Ich gebe bis zum Ende 100 Prozent und in der Wallonie lief es zuletzt ja auch gut und ich bin gut drauf. Ich denke, gemeinsam mit Martin Laas können wir gemeinsam beim Arctic Race im Sprint auch noch was reißen“, zeigte sich Selig motiviert.

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