Jumbo gab “Vuelta-Wanderpokal“ weiter

Molard ein Jahr nach Lungenkollaps im Roten Trikot

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Molard ein Jahr nach Lungenkollaps im Roten Trikot"
Rudy Molard (Groupama - FDJ) trug bereits 2018 das Rote Trikot der Vuelta a Espana. | Foto: Cor Vos

25.08.2022  |  (rsn) – Nachdem Jumbo – Visma das Rote Trikot der Spanien-Rundfahrt an den ersten vier Tagen jeweils innerhalb des Teams quasi als Wanderpokal weitergereicht hatte, war am Ende der von Marc Soler (UAE Team Emirates) gewonnenen 5. Etappe Rudy Molard (Groupama – FDJ) an der Reihe. Der Franzose, verdrängte Titelverteidiger Primoz Roglic von der Spitze der Gesamtwertung und übernahm das Rote Trikot.

Das niederländische Team war darüber allerdings nicht traurig. “Es war heute der Plan, das Trikot abzugeben“, erzählte der Sportliche Leiter Addy Engels gegenüber der belgischen Tageszeitung Het Nieuwsblad. “Aber es dauerte wirklich lange, bis die richtige Gruppe wegfuhr. Wir mussten immer schauen, wer vorn liegt und ob keine Fahrer dabei sind, die auf lange Sicht eine Gefahr für Primoz Roglic bilden“, erläuterte er die Schwierigkeit des Unterfangens.

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Nach seinem Sieg auf der 4. Etappe hatte Roglic noch erklärt, dass er lieber ein paar Sekunden Vorsprung als Rückstand habe, doch die Spitzenposition hat auch ihre Nachteile. “Ohne den Gesamtführenden in der Mannschaft fährt man doch anders. Man spart etwas Energie, auch wenn man in entscheidenden Momenten sowieso vorn fahren muss“, sagte Engels dazu.

Auf vier Mal Jumbo folgt Groupama

Neuer Gesamtführender wurde in Bilbao Molard, der das Rote Trikot nicht zum ersten Mal überziehen durfte. Schon bei der Vuelta 2018 trug er es bereits vier Etappen. Auch damals übernahm er es nach der 5. Etappe. Mit der Spanien-Rundfahrt hatte Molard noch eine Rechnung offen, denn vergangene Saison musste er das Rennen nach einem schweren Sturz auf der 16. Etappe aufgeben, bei dem er einen Lungenkollaps erlitt.

“Das Trikot bedeutet mir sehr viel, denn ich wusste nicht, ob ich wieder auf mein bestes Niveau kommen würde“, meinte der 32-Jährige und fügte erläuternd an: “Über den Winter ging es mir nicht gut, ich musste neun Wochen ohne Sport durchstehen. Erst im März konnte ich wieder Rennen fahren – und jetzt bin ich Führender einer Grand Tour“, strahlte der Etappenvierte von Bilbao, der eine Ahnung hatte.

“Ich habe seit gestern darüber nachgedacht. Ich habe meinen Teamkollegen gesagt, dass es heute möglich ist, das Rote Trikot zu bekommen“, sagte er im Ziel-Interview. Die größte ging im Finale von Fred Wright (Bahrain Victorious) aus. Der Brite verpasste knapp den zweiten Platz und die damit verbundenen sechs Bonussekunden, die zu seiner Gesamtführung gereicht hätten.

Wright liegt jetzt im Klassement zwei Sekunden hinter Molard, der seine Vuelta-Ziele bereits angepasst hat: “Wir waren hier, um Etappen zu gewinnen, aber jetzt konzentrieren wir uns so gut wie möglich auf die Verteidigung der Führung. Nach allem was mir widerfahren ist, bedeutet mir die eine Menge!”

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