Gegen den Trend zum schmalen Lenker

Van der Poel greift zum Altbewährten

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "Van der Poel greift zum Altbewährten"
Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) scheint mit einer klassischen Lenkerbreite gut zurecht zu kommen. | Foto: Cor Vos

15.03.2026  |  (rsn) - Wir befinden uns im Jahr 2026, das ganze Peloton ist auf schmale Lenker umgestiegen. Das ganze Peloton? Nein! Ein unbeugsamer Niederländer hört nicht auf, diesem Trend Widerstand zu leisten.

Laut cyclingnews misst der Lenker von Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) von Außenkante zu Außenkante nämlich 45 cm und dürfte damit einer der wenigen übrig gebliebenen breiten Lenker im Profi-Peloton sein.

Nachdem diese in den letzten Jahren immer schmaler wurden, sah sich die UCI zu dieser Saison gezwungen, die minimale Lenkerbreite zu begrenzen. Zwischen den Bremshebeln müssen nun mindestens 28 cm Platz sein, was in van der Poels Fall kein Problem darstellt. Die 45 cm am Lenkerende außen gemessen dürften sich mit Blick auf die tatsächliche Griffposition aber wieder relativieren. Bei der Tour de France im letzten Jahr wurde am Cockpit des achtmaligen Cyclocross-Weltmeisters zwischen den Bremshebeln 32 cm gemessen.

“Ich benutze einfach die Lenker, die ich mein ganzes Leben lang gefahren bin. Vielleicht verliere ich ein bisschen aerodynamischen Vorteil, aber ich mag es, die Power zu haben, wenn ich aus dem Sattel gehe. Ich bin an die Breite gewöhnt, und deshalb bleibe ich vorerst dabei“, begründete der 31-Jährige gegenüber cyclingnews seine Lenkerwahl. 

Offensichtlich ist der aerodynamische Nachteil für ihn bisher kein großes Problem. In dieser Saison fuhr van der Poel an sieben Renntagen bereits dreimal als Erster über den Zielstrich und gilt für die anstehenden Klassiker als einer der Top-Favoriten.

Ganz alleine ist van der Poel mit seiner klassischen Lenkerbreite im Peloton nicht. Jonathan Milan (Lidl - Trek), der für die neue Saison viel an seinem Setup geändert hat, greift dieses Jahr zu einem breiteren Lenker als noch im Jahr zuvor. Auch für Milan dürfte der Grund vor allem sein, dadurch mehr Power und Kontrolle im Sprint zu bekommen.

Insgesamt ist die Lenkerbreite jedoch deutlich schmaler geworden. Bei einer Umfrage im Rahmen der UAE - Tour gaben die meisten Profis ihre Lenkerbreite mit nur mehr 38 cm an. Damit dürfte der Großteil deutlich kleinere Cockpits als Milan und van der Poel fahren, die zugegebenermaßen auch nicht zu den schmal gebauten Fahrern im Feld zählen.

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