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12.03.2026 | (rsn) – Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) hat die 4. Etappe von Tirreno-Adriatico (2.UWT) gewonnen. Nach 213 Kilometern von Tagliacozzo nach Martinsicuro war er mit einem mehr als 300 Meter langen Sprint der Schnellste einer 14-köpfigen Spitzengruppe. Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) timte seinen Spurt perfekt, wurde Zweiter und übernahm so das Blaue Trikot des Gesamtführenden von Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), der als Zehnter ins Ziel kam.
Dritter wurde Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) vor Clément Champoussin (XDS – Astana) und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike), der auf dem letzten Kilometer mit van der Poel am Hinterrad zwei Angriffe vereitelt hatte. Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) gehörte wie Giulio Ciccone (Lidl – Trek) Teil der Spitzengruppe und rückte auf Gesamtrang drei vor.
“Es war zwar ein flacher Sprint, aber alles, was davor kam, war nicht so flach. Es war ein schwerer Tag. Das Tempo lag hoch und in den Bergen war es ziemlich kalt“, resümierte van der Poel im Ziel-Interview. Den sowieso schon schweren Tag hatte er sich auf der Zielgerade noch etwas schwerer gemacht, denn seinen Sprint lancierte er knapp 350 Meter vor dem Ziel, als er zunächst die Lücke zu Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) schloss und dann direkt weiterspurtete.
Der Italiener war mit seinem Landsmann Andrea Vendrame (Jayco – AlUla) kurz davor weggesprungen, nachdem van Aert eine Attacke von Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) eingangs des letzten Kilometers vereitelt hatte. “Ich hatte einen späten Angriff von ihm erwartet“, sagte van der Poel über den Angriff von Ganna. “Ich wusste auch, dass Visma mit Wout sprinten wollte“, fügte er an. Und der Belgier wollte zu gern, denn nach Christen setzte er auch den zwei Italienern nach, jeweils mit van der Poel am Hinterrad.
Der bedankte sich dann und riss mit seinem Antritt direkt eine Lücke auf seine 13 Begleiter. “Ich konnte danach etwas pokern, weil ich schon eine Etappe gewonnen hatte. Ich habe auf den Sprint gewartet und den vielleicht etwas zu früh lanciert. Es war doch noch ziemlich weit, vor allem wegen des Gegenwinds. Zum Glück konnte ich es durchziehen”, so van der Poel. Während den meisten anderen Gegnern auf den letzten Metern die Luft ausging, zog der Rekord-Crossweltmeister bis zum Ende voll durch.
Die Deutschen wurden weder in der Gruppe des Tages noch im Finale auffällig. Das beste Resultat erzielte Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) auf Position 57 mit 26 Sekunden Rückstand.
Im Gesamtklassement liegt Pellizzari nun zwei Sekunden vor Del Toro und derer 21 vor seinem Teamkollegen Roglic. "Ich führe jetzt mit zwei Sekunden in der Gesamtwertung, glaube aber nicht, dass die Rundfahrt nur um wenige Sekunden entschieden wird", sagte der neue Träger des Blauen Trikots im ersten Ziel-Interview.
Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta) baute seine Führung in der Bergwertung als Ausreißer genauso aus wie van der Poel seine in der Punktewertung. Pellizzari ist auch der beste Nachwuchsfahrer.
Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers), Santiago Buitrago, Antonio Tiberi (beide Bahrain Victorious), Alan Hatherly (Jayco – AlUla) und Javier Romo (Movistar) verpassten die erste Gruppe und büßten ihre guten Positionen im Klassement ein.
Mit dem Startschuss zog Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) wie von der Tarantel gestochen los. Elf Fahrer konnten sein Hinterrad halten, dazu gehörten Tibor Del Grosso (Alpecin – Premier Tech), Dries de Bondt (Jayco – AlUla), Ivan Garcia Cortina (Movistar), Laurenz Rex (Soudal – Quick-Step) und Sevilla. Der Maximalvorsprung der Gruppe betrug 3:20 Minuten, bevor UAE ihn auf 1:20 Minuten zurückbrachte. Da war Garcia Cortina, der im Klassement mit 1:32 Minuten Rückstand der bestplatzierte der Ausreißer war, seine virtuelle Führung kurz los. Eingangs der letzten 100 Kilometer wuchs der Abstand aber wieder an.
39 Kilometer vor dem Ziel teilte sich das Dutzend. Del Grosso, Jakub Otruba (Caja Rural – Seguros), Liam Slock (Lotto – Intermarché), Garcia Cortina, Nicola Gaffuri (Picnic – PostNL) und Larry Warbasse (Tudor) fuhren ihren Begleitern davon, Abrahamsen sprang noch dazu. Das neugeformte Septett lag zu diesem Zeitpunkt zwei Minuten vor dem Feld, doch neun Kilometer später folgte der Zusammenschluss, den Rochas aber verpasste.
Das Streckenprofil der 4. Etappe von Tirreno-Adriatico | Foto: Veranstalter
Kurz danach griff Otruba seine Begleiter an. Gaffuri probierte vergeblich, zum Tschechen vor zu springen. De Bondt versuchte es als nächster und kam ebenfalls nicht an den Zeitfahr-Spezialisten heran. Mit noch 17 zu fahrenden Kilometern wurde die Verfolgergruppe vom von Visma angeführten Feld eingeholt. Der Spitzenreiter musste sein Abenteuer im letzten Anstieg 14 Kilometer vor dem Ziel beenden, als Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) die Schlagzahl erhöhte.
Der US-Amerikaner reduzierte die Gruppenstärke auf zwölf, in der Abfahrt kamen Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) und Andrea Vendrame (Jayco – AlUla) zurück. Jorgenson kontrollierte auch auf dem Weg zum letzten Kilometer die Gruppe und unter dem Teufelslappen griff Christen an. Van Aert reagierte und schloss die Lücke, worauf Ganna attackierte. Wieder war es van Aert, der probierte hinzuspringen.
Van der Poel lauerte am Hinterrad des Belgiers, schloss die Lücke zu Ganna 350 Meter vor dem Ziel und zog direkt durch, um die Etappe mit einem 300 Meter langen Spurt zu gewinnen. Die anderen schnellen Männer strandeten im Gegenwind, so dass Pellizzari noch Zweiter werden konnte.
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