--> -->

15.03.2026 | (rsn) – Zum dritten Mal in Serie hat Jonathan Milan (Lidl - Trek) die Schlussetappe von Tirreno-Adriatico (2.UWT) gewonnen. Beim klassischen Finale der Fernfahrt in San Benedetto war er nach 142 Kilometern im Massensprint schneller als Sam Welsford (Ineos Grenadiers) und Laurenz Rex (Soudal – Quick-Step). Oded Kogut (NSN) wurde Vierter vor Pavel Bittner (Picnic – PostNL).
An der Spitze des Gesamtklassements des 61. Tirreno-Adriatico änderte sich nichts mehr. Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) feierte nach der UAE Tour bereits seinen zweiten Rundfahrtsieg in diesem Jahr.
Zweiter wurde Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe), der nach Platz sechs beim Giro und der Vuelta 2025 zum dritten Mal ein Etappenrennen der WorldTour in den Top Ten beendete. Das Schlusspodium komplettierte Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) vor Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) und Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe).
Der 22-jährige Del Toro sicherte sich außerdem das Punktetrikot sowie das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers und überließ somit nur das Bergtrikot einem Konkurrenten, nämlich Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta).
Doch Mann des Tages war Milan. “Ich fühle Schmerz. Und Freude. Beides zugleich. Es war eine schwere Woche. Es war ein schwerer Tag. Ich habe an den Anstiegen enorm gelitten“, gab der Italiener im Ziel-Interview zu. Dafür gesorgt hatte Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech), der am schwersten Berg des Tages wie von der Tarantel gestochen Tempo machte und das Feld auf circa 35 Mann reduzierte.
“Heute war wirklich nicht einfach. Ich muss mich für die ganze Woche bei meinen Teamkollegen bedanken. Ich habe nach der 3. Etappe, als ich Sechster oder Siebter wurde, enorm mit mir gehadert. Aber sie haben mich unterstützt. Sie haben alles gegeben“, so Milan. Den größten Anteil an seinem Sieg in San Benedetto del Trento hatte Edward Theuns. “Wir mussten auf Sim(one Consonni) und Max (Walscheid) verzichten. Aber heute hat Eddy mich perfekt abgesetzt“, lobte er den Belgier nach dessen fantastischer Vorarbeit.
Auf den letzten Metern hatte Milan dann aber noch gegen den stark aufkommenden Welsford zu kämpfen. Der 30-jährige Australier, nach seinem Wechsel von Red Bull zu Ineos offensichtlich wiedererstarkt, verpasste seinen zweiten Saisonsieg dann aber ganz knapp. “Ich habe mich heute wirklich gut gefühlt. Die Jungs haben super für mich gearbeitet. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht über den zweiten Platz. Man will immer ganz oben stehen. Aber es sind gute Zeichen für das, was noch kommt“, kommentierte Welsford sein bestes Ergebnis im Verlauf der Fernfahrt.
Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) war lange prominent im Bild, allerdings in einer eher ungewöhnlichen Rolle. Der Deutsche Meister musste warten, als sein Kapitän Arnaud De Lie am Berg zurückfiel und anschließend mehr als eine Stunde arbeiten, um den Belgier zurück ins Feld zu bringen. Bester Deutscher der Etappe wurde John Degenkolb (Picnic – PostNL) auf Platz 64. Zimmermann beendete das Rennen zwischen den Meeren auf Rang 38.
Xabier Azparren (Pinarello – Q36.5), Roberto Gonzalez (Solution Tech– Nippo) und Dries de Bondt (Jayco – AlUla) bildeten am Abschlusstag der Fernfahrt die Gruppe des Tages. Ihr wurde maximal 3:30 Minuten Vorsprung gewährt, doch am Ripatransone (1.Kat.) nahm Alpecin – Premier Tech das Feld auseinander. Der zweimalige Etappensieger van der Poel fuhr die Lücke zum Trio schon 92 Kilometer vor dem Ziel zu, gewann kurz danach die Bergwertung und hatte dort nur noch rund 35 Mann hinter sich.
Der Niederländer zog als einziger durch und unterzog sich wohl einer Trainingseinheit für Sanremo unter Rennbedingungen. Erst 65 Kilometer vor dem Ziel wurde seine Gruppe von einem dezimierten Feld eingeholt, nachdem UAE – Emirates – XRG bei der Verfolgung eingestiegen war. Del Toro hatte als einziger Fahrer der Mannschaft den Sprung in die Gruppe van der Poel geschafft.
Das Streckenprofil der 7. Etappe von Tirreno-Adriatico | Foto: Veranstalter
Beim Zwischensprint zog Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) den Sprint für Jorgenson an. Dahinter störte mit Filippo Fiorelli ein weiterer Visma-Mann die Konkurrenz. Jorgenson überquerte den Wertungsstrich 43 Kilometer vor dem Ziel vor van Aert und Johannessen und rückte damit im Klassement einen Platz vor. Zehn Kilometer später brachte Zimmermann die Gruppe mit De Lie ans Feld heran.
Eingangs der letzten 20 Kilometer versuchte sich das Jayco-Duo De Bondt und Alessandro Covi mit einer Attacke, die zwei Kilometer andauerte. Diesem Beispiel folgte mit noch sieben zu fahrenden Kilometern Uno-X Mobility. Jonas Abrahamsen wurde von einem Teamkollegen lanciert, der sich dann zurückfallen ließ. Der Norweger fuhr bis zu elf Sekunden heraus und ging mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Schlusskilometer. Kurz zuvor hatten Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) und Paul Magnier (Soudal - Quick-Step) ihre Siegambitionen begraben müssen, als sie 2,5 Kilometer vor dem Ziel in einer Rechtkurve stürzten. Del Toro ging dabei ebenfalls zu Boden, kam aber offenbar unverletzt ins Ziel.
Auf der Zielgeraden schloss Filippo Ganna die Lücke mit einer mächtigen Tempobeschleunigung. Aber dann kam Theuns mit seinem Kapitän Milan am Hinterrad nach vorn geprescht. Der Italiener setzte den Sprint schon früh an und hielt durch. Welsford wurde knapp dahinter Zweiter vor dem erneut starken Rex, der für seinen Teamkollegen Magnier in die Bresche gesprungen war.
Results powered by FirstCycling.com