Sanremo-Start angekündigt

Roglic braucht “vielleicht mehr Rennen, um wieder zu gewinnen“

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Primoz Roglic bei Mailand-Turin | Foto: Cor Vos

18.03.2026  |  (rsn) – Auf seine alten Tage lässt sich auch Primoz Roglic immer mal noch etwas Neues einfallen. “Ich freue mich auf Mailand-Sanremo am Samstag. Aber seid nicht überrascht, wenn da ein anderer Slowene als ich gewinnt“, sagte er, nachdem er gerade Mailand-Turin als Dritter beendet hatte.

Gut, ganz neu ist die Kombination aus Roglic und Sanremo nicht. Zwei Mal stand der 36-Jährige beim ersten Monument des Jahres auch schon am Start. Und doch will es irgendwie so gar nicht ins Bild passen, dass sich der Red-Bull-Profi gerade jetzt nochmal diesem großen Rennen zuwendet. Mit der Spritzigkeit seiner alten Tage hätte er Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), dem “anderen Slowenen“, und Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) an der Cipressa und am Poggio vielleicht mithalten können. Doch das klappte schon 2022 nicht so gut, als er letztmals bei der “Primavera“ am Start war und 17. wurde.

Vielmehr scheint es jetzt beinahe so, als würde er Sanremo mitnehmen, weil er ohnehin gerade in der Nähe ist und es seinem Team an einem passenden Kapitän fehlt, der ganz vorne landen kann, weil Maxim Van Gils nach seinem Sturz bei der Clasica Jaén nicht dabei sein kann. Der Primoz Roglic von 2026 hat nichts mehr zu verlieren, außer vielleicht bei der Vuelta. Und vielleicht wirkt ja gerade die damit einhergehende Lockerheit Wunder.

Mehr Rennkilometer für den Sieg

Dass die Formkurve in die richtige Richtung zeigt, bewies er jedenfalls an der Superga. An der Wallfahrtskirche nahe Turin belegte Roglic Rang drei, fünf Sekunden hinter Sieger Thomas Pidcock (Pinarello – Q36.5) und eine hinter dem Zweitplatzierten Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility). Mit sturem Tritt, ohne aus dem Sattel zu gehen, konnte er der entscheidenden Attacke des britischen Siegers nur mit einigen Metern Abstand folgen, den Norweger hätte er auf der abflachen Zielgerade nach dem steilen Finale beinahe noch zurückgeholt.

“Vielleicht brauche ich noch ein paar mehr Rennen um wieder zu gewinnen, aber ich habe es genossen, heute wieder an der Spitze mitzufahren“, so Roglic, der nicht selten dabei selbst die Spitze darstellte. Als das Feld 20 Kilometer vor dem Ziel zum ersten Mal den Superga-Anstieg überquerte, lancierte Roglic mit einer Attacke die Bildung einer Spitzengruppe. Und auch bei der zweiten Überfahrt, es waren noch etwa 1200 Meter bis zur Ziellinie, setzte er sich nochmal an die Spitze.

Verglichen mit seinem jungen Teamkollegen Giulio Pellizzari, der bei Tirreno-Adriatico in Summe noch gut 40 Sekunden und zwei Plätze besser war als der Altmeister, der Fünfter wurde, war Roglic dieses Mal der stärkere Teil der Red-Bull-Doppelspitze. Und wer weiß: Hätte er sich seinen ersten Angriff geschenkt, hätte es im Finale vielleicht zu mehr gereicht. Pidcock war derjenige, der den ganzen Tag abwartend und reagierend fuhr, am Ende aber die Nase vorn hatte. Beinahe schon ein klassischer Roglic der Vergangenheit.

Roglic-Teamkollege Boichis erklärt: “War ein bisschen überrascht von der Attacke“

“Es war auch für mich ein bisschen überraschend (dass Primoz angegriffen hat)“, sagte ein weiterer seiner Teamkollegen, Adrien Bochis, bei CyclingProNet. “Die Strategie war, dass wir es am ersten Anstieg schwer machen wollen um eine kleine Gruppe zu initiieren“, schilderte der französische Neo-Profi. So weit, so gut. “Die Idee war, dass es schwer werden soll, aber es trotzdem noch ein paar Fahrer aus dem Team mit der Gruppe schaffen.“ Doch neben Roglic waren plötzlich nur noch vier weitere Favoriten auf den Sieg dabei, auch Pellizzari nicht.

In der Abfahrt kam der Italiener dann aber genau wie Boichis mit einem Schwung weiterer Profis zurück. Boichis setzte sich direkt an die Spitze. “Ich wollte im Flachen eigentlich nur das Tempo kontrollieren und die Gruppe in den Berg fahren. Aber dann haben die mich fahren lassen.“ Fast eine halbe Minute sprang so heraus. Als ich nachfragen wollte, was ich jetzt machen soll, funktionierte das Teamradio nicht. “Ich dachte mir, dass es auf jeden Fall ein Team geben würde, dass die Arbeit macht, also bin ich weitergefahren. So ist es dann ja auch gekommen“, sagte Boichis, der eingangs des Schlussanstieges wieder gestellt wurde.

Für Roglic und Pellizzari machten dann Luke Tuckwell und Finn Fisher-Black das Tempo. Die Arbeit sollte sich auszahlen, Rang drei und vier am Ende zu Buche stehen. Auch, wenn der Plan vielleicht ein anderer gewesen ist – und sich Red Bull vielleicht etwas mehr gewünscht hätte. Roglic jedoch konnte sich auf dem Podium durchaus freuen. Ob es am Ende ein entspanntes oder ein zufriedenes Lächeln war, das weiß aber nur der Slowene selbst.

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