Brite weiß aus Erfahrung, was schiefgehen kann

Pidcock vor Mailand-Sanremo: “Gute Form bedeutet noch nichts“

Von Matthias Seng

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Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) | Foto: Cor Vos

19.03.2026  |  (rsn) – Nach seiner beeindruckenden Attacke an der Superga kann Mailand-Turin-Sieger Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) zuversichtlich auf die “Primavera“ schauen. Der Brite gehört hinter den beiden Top-Favoriten Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) sowie dem letztjährigen Sanremo-Zweiten Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) zum großen Kreis derjenigen, die sich Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis machen dürfen.

Aus seinem zweiten Saisonsieg wollte Pidcock aber keine Prognose für das erste Monument des Jahres ableiten. “Mailand-Sanremo ist ganz anders. In guter Form zu sein, bedeutet dort noch nichts“, hielt der 26-Jährige in einer Pressemitteilung seines Teams den Ball flach. Zwar bezeichnete Pidcock den fast 300 Kilometer langen Frühjahrsklassiker als eines seiner “Lieblingsrennen – aber wenn Du da einen Fehler machst, kostet es dich alles.“

Im vergangenen Jahr machte der Mann aus Leeds zwar keinen Fehler – und dennoch musste er nach einem Sturz an der Cipressa alle Hoffnungen frühzeitig begraben. Pidcock wurde wie weitere Favoriten durch den so entstandenen Stau am zweitletzten Anstieg des Tages aufgehalten und erreichte die Ziellinie auf der Via Roma in der großen Verfolgergruppe mit 43 Sekunden Rückstand auf Platz 40. Es war sein schlechtestes Ergebnis bei bisher vier Starts, wobei er 2022 das Rennen nicht beendete.

Bei der Premiere im Jahr zuvor sprang beim Ausreißercoup von Jasper Stuyven im Sprint der Favoritengruppe ein achtbarer 15. Platz heraus, 2024 kam Pidcock, damals auch noch im Ineos-Trikot, mit der Spitzengruppe an und wurde beim Sieg von Jasper Philipsen Elfter.

In die Top Ten sollte es am Samstag schon gehen, zumal Pidcocks Vorstellung bei Mailand-Turin (1.Pro) ebenso clever wie souverän war. Bei der ersten Superga-Überquerung reagierte er nur auf die Attacke von Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) und auch im Schlussanstieg hielt er sich lange Zeit zurück, ehe er 600 Meter vor dem Ziel mit seinem ersten Antritt alle Konkurrenten abschüttelte, um sich nach Strade Bianche (1.UWT) im Jahr 2023 seinen zweiten Sieg bei einem italienischen Klassiker zu sichern.

“Ich bin sehr glücklich. Das hat sich heute etwas seltsam angefühlt, fast so wie das erste Saisonrennen….aber ja, ich bin super happy“, so Mailand-Turin-Debütant Pidcock, der sich als zweiter Brite nach Mark Cavendish im Jahr 2022 in die Siegesliste des ältesten Eintagesrennens der Welt eintragen konnte. Vor vier Jahren allerdings endete Mailand-Turin nicht an der Superga, sondern mit einem Massensprint in Rivoli.

Die Stimmung vor dem 117. Mailand-Sanremo könnte also nicht besser sein, die Form passt auch – jetzt muss nur noch das Glück an Pidcocks Seite sein.

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