“Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“

Flandern-Rundfahrt endet für Reusser mit Wirbelbruch

Von Jens Claussen

Foto zu dem Text "Flandern-Rundfahrt endet für Reusser mit Wirbelbruch"
Marlen Reusser (Movistar) vor ihrem Sturz bei der Flandern-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

05.04.2026  |  (rsn) – Der Radsport kann kurzweilig, oft ungerecht und bisweilen sogar grausam sein. Diese Erfahrung musste auch Marlen Reusser (Movistar) in den zurückliegenden Jahren machen. So kämpfte sie sich nach einer Long-Covid-Erkrankung wieder zurück, nachdem sie sowohl die Olympischen Spiele als auch die Straßen-WM in ihrer Heimat auslassen musste.

Und nun schon wieder - von “Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“, so oder sinngemäß muss sich die Gefühlslage der Schweizerin innerhalb der letzten vier Tage beschreiben lassen. Nach einem überzeugenden Sieg bei Dwars door Vlaanderen (1.WWT), nach dem sie als eine der Favoritinnen für die Flandern-Rundfahrt (1.WWT) gehandelt wurde, ging die 34-Jährige heute erneut zu Boden.

Breite Straßen, ein breit gefächertes Feld, kurz vor der Einfahrt zum Koppenberg – eine auf den ersten Blick harmlose Situation, in der es plötzlich inmitten des Feldes kracht. Sechs Fahrerinnen bleiben liegen, Schreie sind zu hören. Unter den Gestürzten auch Reusser, die schon auf der 2. Etappe der UAE Tour (1.WWT) hart auf dem Asphalt aufschlug, die Rundfahrt beenden musste und laut Coach Hendrik Werner danach in einer zweimonatigen Zwangspause lange mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte.

Kim Le Court (AG Insurance – Soudal) stürzte zuerst, danach fielen die nächsten Fahrerinnen wie Dominosteine. Als letzte Reusser, die unter Megan Jestrab (UAE – Team ADQ) zunächst liegen blieb. Obwohl die Zeitfahrweltmeisterin schnell wieder auf den Beinen war, kam wenig später die Meldung, dass Reusser das Rennen aufgeben musste – ebenso wie Le Court.

Im Medienchat ihres Managements gab es am Abend ein Update: “Liebe alle, Update von Marlen Reusser nach ihrem Sturz bei der heutigen Flandern-Rundfahrt: Marlen geht es den Umständen entsprechend gut. Die Diagnose lautet: lumbaler Wirbelbruch, der konservativ behandelt wird. Marlen bleibt zur Beobachtung im Krankenhaus.“

Für die Bernerin ist das flämische Pflaster kein Glücksbringer, stürzte sie doch schon vor zwei Jahren schwer bei der “Ronde“. Sollte Reusser erneut länger ausfallen, wäre das für das Team Movistar heute in doppelter Hinsicht ein gebrauchter Tag gewesen. Nicht nur, dass man womöglich länger auf die Leaderin verzichten müsste, auch die Leistung des mit großen Ambitionen gestarteten Teams blieb deutlich unter den Erwartungen von Manager Sebastian Unzue. 

Auf dem 19.Platz war Cat Ferguson (+6:53) beste Movistar-Fahrerin, gefolgt von der zeitgleichen Vorjahresdritten Liane Lippert (Rang 24).

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