Decathlon beim Wunderkind im großen Nachteil

Red Bull und Co. stehen bei Seixas schon Schlange

Von Christoph Niederkofler

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Paul Seixas wird von den großen Rennställen umworben. | Foto: Cor Vos

11.04.2026  |  (rsn) – Der Name Paul Seixas ist in der Welt des Radsports in aller Munde. Mit nur 19 Jahren schwang sich das französische Talent am Samstagnachmittag zum jüngsten Gesamtsieger der Baskenland-Rundfahrt in der Geschichte auf. Eine Errungenschaft, die zweifelsohne beeindruckend ist – und viele große Namen auf den Plan ruft. Einem Bericht von Het Laatste Nieuws zufolge hat nun auch Red Bull – Bora – hansgrohe sein Interesse hinterlegt.

Sein aktueller Vertrag bei Decathlon CMA CGM Team läuft bis Ende 2027. Die französische Equipe würde nur zu gern mit ihrem französischen Wunderkind, das schon mit Platz zwei bei Strade Bianche in dieser Saison für Aufsehen gesorgt hatte, verlängern. Bisher gestaltet sich dieses Vorhaben jedoch als schwierig. Dem Vernehmen nach sind die Gespräche nach Wunsch seitens Seixas bis mindestens Ende April auf Eis gelegt worden. "Ich habe gerade andere Dinge im Kopf. Für mich ist das Gerede", wurde der Fahrer der Stunde von der französischen Sportzeitung L’Èquipe zitiert.

Neben Red Bull zählen auch Ineos Grenadiers sowie UAE Team Emirates – XRG zu den Interessenten. Letztere Equipe flirtete bereits öffentlich mit einer Verpflichtung von Seixas. "Er ist das neue Phänomen im Radsport. Einer wie Tadej Pogacar oder Mathieu van der Poel", schwärmte etwa UAE-Teamchef Mauro Gianetti Ende März.

Ihn zukünftig an der Seite von Pogacar in den Farben seines Rennstalls zu sehen, sei für den Schweizer "mehr als nur ein Traum. Wie alle Teams beobachten wir, was er tun wird. Er wird selbst entscheiden, wohin er geht. In der Zwischenzeit befindet er sich in einer hervorragenden Struktur, in einer sehr eingespielten Mannschaft", unterstrich er in einem Interview mit Cyclism’Actu.

Sein heutiger Arbeitgeber steht jedoch vor einer kniffligen Herausforderung, immerhin ist der Poker um die Gunst von Seixas auch eine finanzielle Frage. Während Decathlon CMA CGM hohe Sozialabgaben leisten muss, profitieren ausländische Teams von flexibleren Vertragsmodellen. So muss die Equipe laut übereinstimmenden Berichten Sozialabgaben in Höhe von 42 Prozent des Bruttogehalts abführen. Ein Gehalt, das anderswo mit fünf Millionen Euro angesetzt ist, würde den französischen Rennstall etwa zwei Millionen Euro mehr kosten – nur um mit der Konkurrenz mitzuhalten.

Ein struktureller Nachteil, der intern bereits zu strategischen Überlegungen geführt hat. Sogar ein Lizenzwechsel in die Schweiz steht im Raum. Eines ist klar: Der Aufstieg von Paul Seixas ist rasant – und die Frage ist längst nicht mehr, ob er zur nächsten großen Figur im Radsport wird, sondern in welchem Trikot.

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