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21.04.2026 | (rsn) – Nach einer herausragenden Teamleistung hat Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 2. Etappe der Tour of the Alps (2.Pro) für sich entschieden. Der 22-jährige Italiener ließ über 147,5 Kilometer von Telfs in Österreich nach Martell/Val Martello in Italien zur einzigen Bergankunft der Rundfahrt im Sprint einer sechsköpfigen Spitzengruppe den Niederländer Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) knapp hinter sich. Mit seinem ersten Saisonsieg übernahm Pellizzari auch die Führung im Gesamtklassement der Giro-Generalprobe.
Tagesdritter wurde sein Landsmann Mattia Gaffuri (Picnic – PostNL), der bereits in der Gruppe des Tages dabei gewesen war. Hinter Arensmans kolumbianischem Teamkollegen Egan Bernal folgten mit dem Russen Aleksandr Vlasov und U23-Weltmeister Lorenzo Finn zwei weitere Fahrer aus dem überzeugenden Red-Bull-Team, das seinen elften Saisonsieg verbuchen konnte.
“Das ist ein verrückter Tag. Ich war vor drei Jahren schon mal Etappendritter und im Jahr darauf -zweiter, um jetzt schließlich in einem der besten Rennen der Welt eine Etappe zu gewinnen. Da muss ich mich bei meinen Teamkollegen bedanken, die einen tollen Job gemacht haben“, sagte Pellizzari im Ziel-Interview. “Ich war ein bisschen müde vor dem letzten Anstieg und war mir da nicht sicher. Aber ich habe dann für sie gewonnen und möchte mich bei ihnen bedanken.“
Im Gesamtklassement liegt Pellizzari nun vier Sekunden vor dem Vorjahreszweiten Arensman und sechs Sekunden vor Gaffuri. Dahinter folgen zeitgleich mit je zehn Sekunden Rückstand Vlasov und Bernal. Mit 29 Sekunden Rückstand ist Domenico Pozzovivo (Solution Tech – Nippo – Rali) Elfter. Der 43-jährige Italiener gibt rund eineinhalb Jahre nach dem Karriereende ein beeindruckendes Comeback und kam mit einer Verfolgergruppe auf Rang zwölf ins Ziel, nur zwei Positionen hinter Titelverteidiger Michael Storer (Tudor), der im Finale nicht mit den Besten mithalten konnte.
Der Österreicher Eduard Zangerle (Vorarlberg) baute aus der Gruppe des Tages heraus seine Führung in der Bergwertung aus, Pellizzari verdrängte Auftaktsieger Tommaso Dati ( Ukyo) von der Spitze der Punktewertung und ist auch bester Jungprofi, Red Bull steht an der Spitze der Teamwertung.
Am zweiten Tag der Rundfahrt dauerte es nicht lange, bis sich bei Sonnenschein und Temperaturen um die zehn Grad eine größere Ausreißergruppe formiert hatte. Auf Initiative von Oliver Stockwell (Bahrain Victorious) fanden insgesamt neun Fahrer an der Spitze zusammen und fuhren sich einen Maximalvorsprung von rund fünf Minuten heraus.
Vorne mit dabei waren auch die vier Österreicher Benjamin Eckerstorfer, Valentin Poschacher, David Paumann (alle Nationalmannschaft) und Zangerle sowie der Deutsche Dominik Röber (Vorarlberg). Dazu kam das italienische Trio Davide Bais (Polit – Visit Malta), Luca Verrando (Solution Tech – Nippo Rali) und Gaffuri.
Bais sicherte sich an der Piller Höhe (1. Kat.) den ersten der beiden Bergpreise vor Zangerle, der damit seine Führung in dieser Sonderwertung festigte. Nach der Abfahrt und einer kürzeren Flachpassage folgte der 16 Kilometer lange, aber mit 3,3 Prozent nur moderat steile Anstieg zum Reschenpass (3. Kat.), wo aufgrund der Tempoarbeit der Favoritenteams der Vorsprung der Spitzenreiter auf unter drei Minuten schrumpfte. Als Zweiter auch an der letzten Bergwertung des Tages baute Zangerle seine Führung im Kampf um das blaue Bergtrikot weiter aus.
Das Streckenprofil der 2. Etappe Tour of the Alps | Foto: Veranstalter
Besonders aktiv an der Spitze des Feldes zeigte sich in dieser Phase Storers Tudor-Team, das den Großteil der langen, von einigen Flachpassagen unterbrochenen Abfahrt zum Fuß der gut sechs Kilometer langen und knapp neun Prozent steilen, aber nicht kategorisierten Schlusssteigung das Tempo bestimmte. Kurz vor dem Bonussprint in Goldrain hatten die Verfolger ihren Rückstand auf unter eineinhalb Minuten reduziert, Bais sicherte sich dort noch die maximale Ausbeute von sechs Sekunden und ließ kurz darauf mit Gaffuri am Hinterrad seine Begleiter stehen. Vier Kilometer vor dem Ziel wiederum setzte sich der Picnic-Profi von seinem Landsmann ab.
Bei Seitenwind spannte sich der Auftaktdritte Florian Stork (Tudor) vor die Verfolger, doch es war dann eine Tempoverschärfung von Ineos, die das Feld zerriss. U23-Weltmeister Finn wie Storer konnten einer Attacke von Arensman folgen, ehe Pellizzari drei Kilometer vor dem Ziel zum Trio nach vorne sprang und voll durchzog, um Gaffuri zu stellen.
Dahinter hatte sich mittlerweile Bernal vor seinen Teamkollegen Arensman und Finn gespannt. Kurz vor der Bergwertung war das Spitzenduo gestellt, knapp dahinter folgten Mathys Rondel, der für seinen schwächelnden Kapitän Storer in die Bresche sprang, Pellizotti und Vlasov. Der Russe schloss wiederum 500 Meter vor dem Ziel zur Spitzengruppe auf und eröffnete für seinen Teamkollegen Pellizzari den Sprint, in dem der sich knapp gegen Arensman durchsetzte. Gaffuri sicherte sich Platz drei vor Bernal und Vlasov. Der 19-jährige Finn rundete auf dem sechsten Platz den perfekten Tag für Red Bull ab.