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23.04.2026 | (rsn) – Im Ziel der 2. Etappe der Tour of the Alps (2.Pro) herrschte bei Giulio Pellizzari und Red Bull – Bora – hansgrohe noch eitel Sonnenschein. Nach einer herausragenden Teamleistung sicherte sich der Italiener den Tagessieg und das Grüne Trikot des Gesamtführenden der Giro-Generalprobe. Doch schon zu Beginn des dritten Abschnitts dürfte Pellizzari der Schreck durch die Glieder gefahren sein.
Nur zwei Kilometer nach dem scharfen Start nämlich knallte es im vorderen Teil des Feldes heftig. In den Massensturz verwickelt waren rund 30 Fahrer und das Rennen musste sogar gestoppt werden. Als es wieder aufgenommen werden konnte, war Teamkollege Lorenzo Finn nicht mehr dabei. Der U23-Weltmeister, am Vortag noch einer der stärksten Fahrer im Feld, musste ins Krankenhaus gebracht werden, wo ein gebrochenes Handgelenk festgestellt wurde.
Damit fehlte Red Bull – Bora – hansgrohe auf der erneut über zwei schwere Berge führenden Etappe ein starker Kletterer. Dennoch verteidigte Pellizzari, am Berg vor allem durch Ben Zwiehoff, Giovanni Aleotti und den Gesamtfünften Aleksandr Vlasov unterstützt, souverän das Grüne Trikot und behauptete in Arco seine Führung von vier Sekunden gegenüber Thymen Arensman (Ineos Grenadiers).
“Wir sind eine Mannschaft von Kletterern, und ich muss meinen Teamkollegen danken, die heute auf einer schnellen und nicht einfachen Etappe stark gefahren sind“, so Pellizzari im Ziel, das er auf Rang 21 zeitgleich mit Etappengewinner Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) erreichte und wo sich seine Gedanken sofort dem gestürzten Teamkollegen zuwandten. “Schade wegen des Sturzes von Lorenzo Finn: Ich hoffe, dass es ihm gut geht und dass er so schnell wie möglich wieder aufs Rad zurückkehren kann“, fügte der Giro- und Vuelta-Sechste des Vorjahres an.
Die Dienste seines 19-jährigen Landsmanns könnte Pellizzari auf der heutigen Königsetappe gut gebrauchen. Schließlich müssen auf den 167,8 Kilometern von Arco nach Trento offiziell 3.900 Höhenmeter bewältigt werden, wobei im ersten Teil des Rennens mit dem Passo Bordala (14,8 km bei 6,9 %) und Passo Redebus (12,9 km bei 6,8 %) gleich zwei Berge der 1. Kategorie im Weg stehen.
Zu den topografischen Schwierigkeiten kommt noch die Herausforderung durch das starke Ineos-Team, das mit Arensman und Egan Bernal in Schlagdistanz liegt. Der Kolumbianische Meister holte sich als gestriger Etappendritter im Ziel noch vier Bonussekunden und hat damit als neuer Gesamtdritter nur noch sechs Sekunden Rückstand auf das Grüne Trikot. Gleiches gilt für den Italiener Mattia Gaffuri (Picnic – PostNL) auf Rang vier. Immerhin: Mit Vlasov (+0:10) hat auch Red Bull noch einen Joker in der Hinterhand.
Angesichts der knappen Abstände rechnet Pellizzari mit einem harten Kampf. “Morgen erwartet uns eine ziemlich schwere Etappe, mit vielen Fahrern, die in der Gesamtwertung nur durch wenige Sekunden getrennt sind. Ich glaube nicht, dass es leichter wird als heute“, blickte Pellizzari am Mittwoch auf den vorletzten Tagesabschnitt– aber auch schon darüber hinaus: “Es wird bis Freitag ein hartes Rennen bleiben“, prognostizierte der Gesamtführende mit Blick auf die Schlussetappe, die von Trento nach Bozen führt und auf ihren nur 128,6 Kilometern stolze 2.850 Höhenmeter aufweist. Spätestens da wird sich zeigen, ob Pellizzari bereit für den Giro d’Italia ist.
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