--> -->
28.04.2026 | (rsn) - Es ist ja nicht so, als würde Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) noch schnelleres Material benötigen. Bisher kommt der Slowene mit der Konkurrenz in diesem Jahr ganz gut klar. Bis auf einen zweiten Platz - Paris-Roubaix - fuhr der Weltmeister in der Saison 2026 nur Siege ein. Der letzte davon gelang Pogacar am Sonntag beim 112- Lüttich-Bastogne-Lüttich
Trotzdem stattet Colnago sein Aushängeschild für dessen ersten Kampf gegen die Uhr mit einem neuem Zeitfahrrahmen aus. Schon im Februar wurde Pogacar im Training auf einem neuen Modell gesichtet, zur Tour de Romandie wird dieses nun von Colnago vorgestellt.
Die italienische Traditionsmarke bleibt bei der Neuentwicklung TT2 der Ausrichtung auf den Straßenradsport treu. Schon beim Vorgänger TT1 legte man keinen besonderen Wert auf die viel größere Käuferschicht der Triathleten. Stattdessen setzt Colnago auf ein rein UCI-konformes Zeitfahrrad ohne Triathlon-spezifische Features wie integrierte Verpflegungssysteme und widmet sich damit einem sehr begrenzten Markt.
Wie nicht anders zu erwarten, ist das TT2 etwas windschnittiger als das TT1, immerhin zwei Watt. Erstaunlicherweise ist die Aerodynamik aber nicht der entscheidende Punkt der Entwicklung. Ein fast schon selten gehörtes Argument bei neuen Rennrädern sticht heraus: Das neue Rad ist vor allem leichter geworden. Beachtliche 550 Gramm konnten laut Hersteller beim Rahmenset eingespart werden.
Das Bergzeitfahren der letztjährigen Tour de France bestritt Pogacar, im Gegensatz zu Jonas Vingegaard (Visma - Lease a bike) und Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe), nämlich nicht auf einem Zeitfahrrad, sondern auf seinem Aerobike Y1RS. Der Grund dafür könnte das recht hohe Rahmengewicht des Vorgängermodells gewesen sein, für das sich aber keine genaue Angabe finden lässt. Auch für das neue TT2 ist vorerst die einzige Gewichtsinfo, dass es ein halbes Kilo leichter wurde.
Das Steuerrohr kommt nun wieder mit einem herkömmlichen Gabelsetup aus. | Foto: Colnago
Bei einem Bergzeitfahren ist ein halbes Kilo weniger Rahmengewicht ein entscheidender Vorteil, besonders da Zeitfahrräder sehr selten nahe am UCI-Gewichtslimit von 6,8 Kilo sind. Beim Beschleunigen aus Kurven ist weniger Gewicht ebenfalls ein spürbarer Unterschied.
Optisch ist das neue Modell deutlich weniger kantig und nicht mehr ganz so flächig gehalten, was ein besseres Handling, vor allem bei Seitenwind bringen soll. Die Reifenfreiheit ist von 28mm auf 30mm gewachsen und das Steuerrohr bei Rahmengröße M und L ein Stück höher geworden. Das Rad soll außerdem, zum Wohle der Mechaniker, einen einfacheren technischen Aufbau bieten. So verzichtete Colnago im Gegensatz zum TT1 und zum Y1RS auf eine Bajonettgabel.
Beim ersten Renneinsatz, dem Prolog der Tour de Romandie über 3,2 Kilometer und 56 Höhenmeter, wird das neue Material die Vorteile eventuell noch nicht voll ausspielen können. Für das Einzelzeitfahren der 16. Etappe der Tour de France dürfte der Gewichtsvorteil aber einen Vorteil bringen. Immerhin startet das Teilstück mit einem zehn Kilometer langen, über vier Prozent steilen Anstieg.
Interessierte "Normalsterbliche" müssen sich aber noch bis nach der Tour de France gedulden, der offizielle Marktstart ist erst für Ende September vorgesehen.