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28.04.2026 | (rsn) – Vor acht respektive sieben Jahren feierte Dorian Godon beim Prolog der Boucles de la Mayenne seine ersten beiden Siege als Profi. Danach war der mittlerweile 29 Jahre alte Franzose häufig bei Bergaufsprints erfolgreich gewesen.
Zum Auftakt der 79. Tour de Romandie (2.UWT) gab es nun die Rückkehr zu den Wurzeln: Der 20. Sieg von Godon war wieder einer im Prolog. Nach 3,2 Kilometern in Villars-sur-Glâne war der Profi von Ineos Grenadiers um sechs Sekunden schneller als Ivo Oliveira (UAE – Emirates – XRG) und dem besten Jungprofi Jakob Söderqvist (Lidl – Trek).
Der große Favorit auf den Gesamtsieg, Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), wurde auf seinem neuen Zeitfahrrad mit sieben Sekunden Rückstand auf den Tagessieger und ersten Träger des Gelben Trikot im Auftaktzeitfahren Sechster. Vor ihm landete noch der Schweizer Mauro Schmid (Jayco – AlUla) und der Franzose Axel Zingle (Visma - Lease a Bike).
Im zunächst abschüssigen Teil der Strecke – im Finale ging es dafür recht steil bergauf – ging Pogacar kein unnötiges Risiko ein, obwohl der für den Verlauf des Rennens angekündigte Regen bis auf ein paar vereinzelte Tropfen ausblieb. So hatten alle Fahrer nahezu gleiche Bedingungen. Aufgrund der Vorhersage waren die Spezialisten und Favoriten fürs Gesamtklassement jedoch allesamt früh gestartet. Pogacar blieb aufgrund der Startnummer 1 keine Wahl: Er musste als Letzter ran.
Hinter Pogacar lieferte Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) das beste Ergebnis eines Klassementfahrers, der Slowene wurde mit acht Sekunden Rückstand Achter und war damit zwei Sekunden schneller als Teamkollege Florian Lipowitz auf Rang zehn. Zwischen den beiden landete mit Finn Fisher-Black ein dritter Red-Bull-Profi.
Marco Brenner (Tudor) belegte als zweitbester Deutscher mit 14 Sekunden Rückstand Platz 15, drei Positionen und zwei Sekunden vor Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost). Auch dieses Duo lag noch vor den nächsten Podiumskandidaten. Lenny Martinez (Bahrain Victorious) erreichte das Ziel 17 Sekunden hinter dem Sieger, Jörgen Nordhagen (Visma – Lease a Bike) hatte 20 Sekunden Rückstand. Oscar Onley (Ineos Grenadiers) kassierte sogar 35 Sekunden und hat damit schon einen gehörigen Rückstand, selbst mit Blick auf den schwierigen weiteren Verlauf der Rundfahrt.
Schon im Vorjahr hatte Ineos den Prolog in der Romandie gewonnen, damals durch Sam Watson. Dass es diesmal, und vor allem an diesem Tag, erneut klappte, war für die Briten doppelt gut, denn die hatten kurz zuvor den Einstieg ihres neuen Hauptsponsors zum Giro d’Italia bekanntgegeben.
“Vor zwei Jahren bin ich hier im Prolog Vierter geworden“, sagte Godon nach seinem Rennen, wobei der Franzose in der Westschweiz auch zwei weitere Tagessiege aus dem Jahr 2024 aufzuweisen hat. “Zeitfahren ist eine Disziplin, die mit liegt. Vor allem, wenn es um kurze, kraftvolle Sprints wie den heute geht. Ich habe meine Kräfte sehr gut eingeteilt“, fügte er an.
Ob Godon an sein so erfolgreiches Jahr 2024 anknüpfen kann, wagte er jedoch zu bezweifeln, auch wenn die laufende Saison jetzt schon die beste seiner Karriere ist. “Insgesamt bin ich mir nicht sicher, was ich hier erreichen kann. Was noch kommt, ist sehr schwierig. Aber schon allein das Trikot am ersten Tag zu tragen, ist ein großer Erfolg“, sagte er nach seinem vierten Saisonsieg.
Lediglich 103 Fahrer aus 15 Teams nahmen den Prolog der Tour de Romandie in Angriff. Der Erste war Davide Formolo (Movistar), der aber gar nicht erst Zeit hatte, im Hot Seat Platz zu nehmen. Und so ging es in der Folge vielen, auch Marius Mayrhofer (Tudor), Luke Plapp (Jayco – AlUla), Remi Cavagna (Groupama – FDJ United) und auch Roglic, der nach 3:43 Minuten über den Strich fuhr.
Ivo Oliveira war nämlich kurz darauf nochmal zwei Sekunden schneller als der Slowene, Schmid kam ihm sehr nahe, aber nicht vorbei. Dann folgte schon der ebenfalls früh gestartete Godon, der mit 3:35 Minuten die Siegerzeit abliefern sollte. Auch Lipowitz erzielte eine gute Zeit und fuhr auf Roglic-Niveau besser als das Gros der Klassementfahrer.
Das Streckenprofil des Prologs zur Tour de Romandie | Foto: Veranstalter
Das Lidl-Trek-Duo Söderqvist und Albert Withen Philipsen (7.) reihte sich in der Folge noch weit vorne ein, ebenso Zingle. Doch nach gut 40 Fahrern gab es kaum noch Verschiebungen in den Top 10. Das lag nicht nur daran, dass die meisten Spezialisten und Klassementfahrer durch waren, sondern auch am ganz leicht einsetzenden Regen.
Auch Pogacar als zuletzt gestarteter Fahrer fuhr im ersten, abschüssigen Teil des Prologs nicht am Limit, weshalb auch der große Rundfahrt-Favorit schließlich Godon nicht mehr von der Spitze verdrängen konnte.