Erstmals Kapitän bei einer Grand Tour

Pellizzari beim Giro schon nahe an Vingegaard-Niveau?

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Pellizzari beim Giro schon nahe an Vingegaard-Niveau?"
Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) | Foto: Cor Vos

30.04.2026  |  (rsn) – Mit zwei Etappenerfolgen und dem Gesamtsieg bei der Tour of the Alps (2.Pro) beendete Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) sein letztes Vorbereitungsrennen auf den am 8. Mai in Bulgarien beginnenden 109. Giro d’Italia. Bei der ersten Grand Tour des Jahres wird er mit Jai Hindley, der 2022 das Rosa Trikot mit nach Hause nehmen durfte, eine Doppelspitze bilden.

Trotz seiner erst 22 Jahre hat der Italiener bereits einige Grand-Tour-Erfolge vorzuweisen. Bei seiner ersten Giro-Teilnahme 2024 war Pellizzari unterwegs zu einem Etappensieg, als er kurz vor dem Ziel noch von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) eingeholt wurde und sich mit Platz zwei begnügen musste. In der darauffolgenden Saison, seiner ersten bei Red Bull. war er als Dritter der 16. Etappe etwas weiter vom Sieg entfernt, dafür wurde er als 21-Jähriger Gesamtsechster. 

Dasselbe Ergebnis fuhr er auch im Herbst bei der Vuelta a Espana ein, bei der ihm dann aber zusätzlich noch ein Etappensieg gelang - und all das als nomineller Edelhelfer.

Doch diese Rolle wird er nun erstmals bei einer dreiwöchigen Rundfahrt mit der des erklärten Leaders tauschen. “Wenn man der Kapitän ist, kann man sich nicht verstecken. Letztes Jahr war ich noch Helfer, das bin ich jetzt nicht mehr”, sagte Pellizzari der La Gazzetto dello Sport. “Man muss bereit sein, dem Druck standzuhalten. Wenn das Team für mich fährt, muss ich liefern. Bei der Tour of the Alps hatte ich auch keine Wahl: Ich musste gewinnen!“

Und das gelang ihm mit einer beeindruckenden Leistung. Von der Vorstellung seiner Mannschaft angespornt, war Pellizzari der stärkste Fahrer im Rennen – und das bei starker Konkurrenz. “In der Tour of the Alps waren Fahrer wie Egan Bernal und Thymen Arensman, aber die hatten ihr Topniveau noch nicht erreicht. Sie werden beim Giro noch ein Stück besser sein. Also muss ich dafür sorgen, dass ich nächste Woche ebenfalls etwas besser bin“, so Pellizzari.

Bei der Rundfahrt in den Alpen brach er zudem eine italienische Negativserie, denn seit 2013 hatte keiner seiner Landsleute das Rennen mehr gewonnen. Damals war es Vincenzo Nibali, der für Pellizzari ein Vorbild ist. “Dass Nibali vor mir der letzte Sieger der Tour of the Alps war, motiviert mich. Er ist ein Vorbild für alle Italiener“, so der Red-Bull-Fahrer.

Nibali als Vorbild, Vingegaard als Gegner

Während Nibali seine Karriere längst hinter sich hat, soll bei Pellizzari das Beste erst noch kommen. “Ich hoffe, dass das für mich erst der Anfang war und dass ihr beim Giro einen Giulio seht, der so lange wie möglich um den Gesamtsieg mitkämpft. Ich starte nicht mehr, um Erfahrung zu sammeln. Ich will jetzt wirklich wissen, wie weit ich komme“, meinte er selbstbewusst. Der klare Favorit beim Kampf um das Rosa Trikot ist aber ein anderer.

Nachdem er bei der Tour und bei der Vuelta schon erfolgreich gewesen war, will Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) als Debütant beim Giro seine Sammlung an Grand-Tour-Gesamtsiegen komplett machen. Und Pellizzari will so lange wie möglich beim Dänen mihalten.

“Ich hoffe, dass es bis zur letzten Woche spannend bleibt und dass ich dann noch eine Rolle spiele. Ob ich dem Niveau von Vingegaard nähergekommen bin, weiß ich noch nicht. Ich hoffe, dass sein Niveau nicht zu weit über meinem liegt. Der Giro wird mir diesbezüglich Klarheit verschaffen”, blickte er voraus.

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