Vorschau auf Eschborn-Frankfurt 2026

Profitieren Pidcock & Co. von der schwereren Strecke?

Von Jens Claussen

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Szene von Eschborn-Frankfurt 2025 | Foto: Cor Vos

30.04.2026  |  (rsn) – Auch wenn bei den letzten zehn Austragungen des 1.Mai-Klassikers achtmal die endschnellen Männer in der Mainmetropole jubeln durften, spricht diesmal die weiter erschwerte Strecke dafür, dass die Sieganwärter bei der 63. Austragung von Eschborn-Frankfurt (1.UWT) eher im Kreis der Klassikerfahrer zu suchen sind.

Mit 3300 Höhenmetern verteilt auf 211 Rennkilometer hatte Fabian Wegmann, Sportlicher Leiter von Eschborn-Frankfurt den Anspruch, das Rennen nochmals schwerer zu machen – und damit attraktiver für große Namen. Zunächst mal mit Erfolg, reisen doch mit 16 WorldTeams so viele wie noch nie aus der obersten Liga des Radsports zu dem Traditionsrennen an, das Wegmann selbst zweimal gewinnen konnte. 

Die Reihe der Favoriten wird damit nicht unbedingt länger oder hochklassiger als in den Vorjahren. Allerdings werden möglicherweise andere Fähigkeiten benötigt, um am 1. Mai vor der Alten Oper jubeln zu können.

“Ähnlich schwer wie die Ardennenklassiker soll das Rennen nun sein“, so Wegmann bei der Pressekonferenz zu RSN. Damit rücken Fahrer wie Emiel Verstynge (Alpecin – Premier Tech), Pello Bilbao (Bahrain Victorius) und Alex Baudin (EF Eduaction – EasyPost) in der Liste der Favoriten ganz weit nach vorne. 

Verstrynge etwa steht mit Platz vier in Lüttich und als Fünfter des Amstel Wold Race (1.UWT) in absoluter Top-Form am Start. Auch der 36-jährige Bilbao kam bei  Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT)  in der Gruppe des drittplatzierten Remco Evenepoel (Red Bull – Bora -  hansgrohe) ins Ziel und wurde Sechster. Baudin hat nicht nur mit Platz sechs beim Flèche Wallonne (1.UWT), sondern auch schon als Gesamtneunter von Paris-Nizza (2.UWT) sich in diesem Frühjahr ausgesprochen stark präsentiert

Als weiterer Sieg-Aspiranten gilt der Brite Tom Pidcock (Q36.5), dessen Team erst kurzfristig sein Debüt bei Eschborn-Frankfurt angekündigt hatte. Pidcock zeigte sich nach seiner Verletzung bei der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) mit einem Etappensieg bei der Tour of the Alps (2.Pro) in guter Form und sollte mit dem Parcours bestens zurechtkommen. Etwas schwerer dürfte sich dagegen Sprinter Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM) tun, auch wenn der 23-jährige mit bisher drei Saisonsiegen Däne eine der Entdeckungen des Frühjahrs ist.

Ebenfalls zu beachten sein werden der letztjährige Zweite Magnus Cort (Uno-X Mobility), Alex Aranaburu (Cofidis), Sören Kragh Andersen (Lidl - Trek / Gewinner von 2023), Brandon McBulty (UAE - Emirates - XRG), Ben Tullet (Visma – Lease a Bike), Ion Izaguirre (Cofidis), Mauri Vansevenant (Soudal – Quick-Step) und Laurence Pithie (Red Bull – Bora – hansgrohe).

Die deutsche Durststrecke geht wohl weiter

Dagegen werden die deutschen Fans wohl weiter auf den ersten Sieg nach 2019 warten müssen. Damals setzte sich Pascal Ackermann im Trikot von Bora - hansgrohe vor John Degenkolb (Picnic - PostNL) durch. Beide werden war auch diesmal wieder dabei sein, als Favoriten gelten aber weder der mittlerweile bei Jayco - AlUla  - das auf Titelverteidiger Matthews verzichten muss - unter Vertrag stehende Ackermann noch Lokalmatador Degenkolb, Gewinner der Ausgabe von 2011.

Von den 16 gemeldeten Startern ist wohl am ehesten Nils Politt (UAE – Emirates XRG) ein Top-Resultat zuzutrauen. Vorausgesetzt der Kölner erhält von seinem Team eine freie Rolle und muss nicht für Tim Wellens arbeiten, der erst vor kurzem wieder nach einem Schlüsselbeinbruch ins Peloton zurückgekehrt ist.

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