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30.04.2026 | (rsn) – Acht Renntage hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) in dieser Saison erst absolviert, sechsmal stand er auf dem obersten Podest. Der Prolog bei der Tour de Romandie (2.UWT), als er nur Sechster wurde, war dabei fast schon ein Ausrutscher. Neben dem Gewinn von drei Monumenten war nämlich Platz zwei bei Paris-Roubaix (1.UWT) der einzige andere Wettkampf, den der 27-Jährige nicht siegreich beenden konnte.
So überraschte nach seinem zweiten Tageserfolg am Donnerstag in der Schweiz die Frage im Eurosport-Interview nicht, ob Pogacar denn jetzt plane, auch alle weiteren Teilstücke der Tour de Romandie gewinnen zu wollen?.Eigentlich war sie nicht einmal überspitzt, denn die auf dem Papier leichteste Etappe hatte er gerade im Sprint von 32 Fahrern für sich entschieden.
“Es ist nicht das Ziel alle fünf Massenstartetappen zu gewinnen. Menschen denken immer, dass es einfach ist zu gewinnen“, lautete Pogacars Antwort. “Hinter meinen Siegen steht immer die harte Arbeit des Teams. Man muss verstehen, dass Fahrer wie Vegard (Laengen), Felix Großschartner, Pavel (Sivakov), Domen (Novak) und Kevin (Vermaerke) hart arbeiten“, fügte er an. Im Finale war dann auch keiner seiner Mannschaftsgefährten mehr an seiner Seite.
“Sie verbrennen in so einer Woche mehr Energie als ich. Wir können ihre Energie nicht immer weiter verbrennen. Sie sind wirklich stark, aber für uns ist es auch wichtig, dass mal eine Gruppe durchkommt und wir es ruhiger angehen können“, erzählte der Slowene weiter.
Genau das sollte auf der hügeligen Etappe zwischen Rue und Vucherens geschehen, doch da machte UAE die Rechnung ohne den britischen Wirt gemacht: “Wir wussten, dass es ein schwerer Tag wird. Wir haben Vegard an die Spitze gesetzt, um den ganzen Tag mit Ineos, die einen Sprint wollten, zu führen. Als die Gruppe Vollgas gegeben hat, hat Ineos das auch getan", so Pogacar.
Ineos Grenadiers wollte Prologsieger Dorian Godon in Stellung bringen. Der Französische Meister hat neben dem Erfolg im Zeitfahren am Montag 2026 auch schon ein Teilstück bei Paris-Nizza (2.UWT) und zwei bei der Katalonien-Rundfahrt siegreich abgeschlossen. “Für uns wäre es auch okay gewesen, wenn die Gruppe durchgekommen wäre. Das hätte uns nicht wehgetan. Letztendlich hat Ineos aber so viel Druck gemacht, dass alles zusammen kam“, blickte Pogacar zurück.
Und als es dann hinauf zum Ziel ging, wuchs sein eigenes Interesse am sechsten Saisonsieg.
Hilfe bekam er dann von seinem Landsmann Primoz Roglic und dessen Team Red Bull. “Roglic hat dann am Schlussanstieg attackiert und das hat dafür gesorgt, dass das Tempo perfekt für mich war. Ich wollte alles unter Kontrolle behalten“, erklärte Pogacar. Nicht nur Roglic attackierte ihn auf den letzten Kilometern, andere Fahrer taten es ihm gleich. Die meisten Angriffe neutralisierte der Weltmeister selbst, manchmal bekam er Hilfe von seinen Gegnern. “Das war schwer, aber ich bin einen guten Sprint gefahren“, resümierte er.
Und das kann man wohl so stehen lassen, denn der schnelle Godon und auch Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) hatten nicht den Hauch einer Chance. Der Neuseeländer fasste die letzten Sekunden des Rennens gegenüber Eurosport lachend zusammen. “Als ich losgesprintet bin, habe ich probiert, links von Godon zu fahren und so windgeschützt zu sein. Aber Tadej kam 10km/h schneller auf der anderen Seite vorbei. Vielleicht war die rechte Seite doch besser.“
Pogacar scheute sich zuzugeben, dass er und seine Mannschaft am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, die Beine ein wenig baumeln lassen wollen. “Wenn ich jetzt sage, dass wir es morgen ruhig angehen lassen, will jeder in die Gruppe. Dann wird es garantiert nicht ruhig. Wir hoffen aber – wie heute – unseren Plan und Pace durchziehen zu können und nicht zu viel Energie zu verbrennen.“
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