Vos durch Sturz um Siegchance gebracht

Koch zeitgleich mit Rüegg und doch nicht im Leadertrikot

Von Jens Claussen

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“Schnell warm anziehen“ - Franziska Koch (FDJ United - Suez) nach der verregneten Auftaktetappe der Vuelta Femenina (2.WWT) | Foto: Cor Vos

03.05.2026  |  (rsn) – Schon wie vor drei Wochen, als es in einem Kopf-an-Kopf-Sprint um den Sieg bei Paris-Roubaix (1.WWT) ging, standen auch auf der 1. Etappe der Vuelta Femenina (2.WWT) Franziska Koch (FDJ United – Suez) und Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) im Fokus des Renngeschehens. Die eine, Roubaix-Siegerin Koch, wiederum im Kampf um den Sieg, die andere jedoch nach Rennende ziemlich bedient, nachdem sie 8,4 Kilometer vor dem Ziel auf regennassen Straßen in einen Sturz verwickelt war.

Die Deutsche Meisterin konnte eigentlich im Ziel mit Platz drei sehr zufrieden sein, den sie im Sprint hinter Siegerin Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) und Lotte Kopecky (SD Worx – Protime) ergattert hatte. Und dennoch konnte man sich im Zielinterview nicht des Eindruckes erwehren, dass Koch trotz des Podiumsplatzes leicht verstimmt war. Sekunden später wurde ersichtlich warum. Hätte die 25-Jährige im Schlussspurt Kopecky noch niederringen können, wäre sie die erste Trägerin des Roten Trikots bei den Spanien-Rundfahrt 2026 gewesen. An einem Zwischensprint im Rennverlauf hatte sie Bonussekunden gesammelt. Die reichten mit einer weiteren Gutschrift für Platz drei im Ziel für Zeitgleichheit mit Rüegg, aber nichts fürs Trikot. Dafür hätte es mindestens Rang zwei benötigt.

“Ich bin zwar sehr, sehr glücklich mit dem Ergebnis, aber am Ende hätte es doch mehr sein können“, ließ sie sich am Mikrofon von Eurosport entlocken. Als sie auf der acht Prozent steilen Zielgeraden den finalen Sprint als Erste eröffnet hatte, sah es auch kurzzeitig danach aus, dass sie zumindest Kopecky in Schach halten könnte. Wenige Kilometer zuvor hatte Koch in einer fünfköpfigen Ausreißergruppe schon einmal versucht, ihr Glück frühzeitig zu erzwingen - wurde aber wieder gestellt. “Wir hatten das im Vorfeld nicht geplant“, kommentierte sie diese Situation – “als wir die Lücken nach dem Sturz bemerkten, waren wir mit FDJ zu dritt vorne. In solch einer Situation musst du es dann einfach versuchen zu fahren.“

Besagter Sturz hatte auf einer rutschigen Abfahrt Mitfavoritin Vos in einer Linkskurve zu Fall gebracht. Die darauffolgende Aufholjagd, in der sie von mehreren wartenden Teamkolleginnen zwar wieder an die Spitze pilotiert werden konnte, hatte die 38-jährige Niederländerin zu viel Kraft gekostet, als dass noch ein besseres Resultat als Platz sieben am Ende hätte herausspringen können. “Ich bin im Dreck gelandet und musste mich danach natürlich erstmal sortieren“, so Vos nach Rennende zu dem Sturz, der ihr die Chance auf das Führungstrikot verhinderte. “In dem Moment war es für uns aber gut, dass Pauline (Ferrand-Prévot) vorne war und der Rest des Teams mich dann zumindest wieder nach vorne bringen konnte“, schloss sie ihr Resümee des Tages, an dem sie offenkundig nochmal mit einem blauen Auge davongekommen war.

Koch blickte hoffnungsvoll auf den weiteren Verlauf der Vuelta, als sie abschließend auf die Frage nach ihren Chancen für die kommenden Tage antwortete. “Da kommen noch aufregende Etappen, die recht punchy sind und auf denen ich etwas erreichen kann.“ Die leichte Erkältung, die sie sich nach der Ardennen-Klassikern zugezogen hatte, scheint zumindest überwunden zu sein.

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