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03.05.2026 | (rsn) - Leysin als Zielort scheint Florian Lipowitz zu liegen, auch wenn er zweimal das oberste Treppchen verpasste. 2024 konnte der damals 23-Jährige sein erstes WorldTour-Podium im Schweizer Skiort einfahren. Zwei Jahre später, bei der diesjährigen Ausgabe der Tour de Romandie, landete er dort wieder auf dem zweiten Platz.
Geändert hat sich im Duell um diesen Anstieg aber der Gegner. Wurde er 2024 noch von Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) geschlagen, benötigte es dieses Jahr schon Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG), um den Dritten der letztjährigen Tour de France auf den zweiten Podiumsplatz zu verweisen.
Zu Beginn der Etappe schickte Red Bull - Bora - hansgrohe Finn Fisher-Black und Jan Tratnik in die Gruppe des Tages, vermutlich mit dem Gedanken, damit über den Tag keine Nachführarbeit leisten zu müssen. Der Neuseeländer hielt sich schließlich am längsten vorne und wurde erst 6,5 Kilometer vor dem Ziel gestellt.
Ebenfalls wie 2024 setzte Florian Lipowitz im finalen Anstieg bei der Drei-Kilometer-Marke die entscheidende Attacke, der nur noch Tadej Pogacar folgen konnte. “Der Plan war eigentlich nur, an Tadejs Hinterrad zu bleiben. Ich habe mich aber den ganzen Tag über richtig gut gefühlt. Als wir die letzten fünf Kilometer erreicht haben, dachte ich mir, ich habe heute nichts zu verlieren. Ich habe zuerst einen kleinen Angriff probiert, um zu sehen, was die anderen vorhaben. Dann habe ich einfach noch einmal meine Chance ergriffen und war schließlich zusammen mit Pogi unterwegs.” erklärte der 25-Jährige im Ziel.
Das eher seltene Bild, dass Pogacar nicht als Erster im Finale attackiert, wurde zusätzlich verfremdet durch Pogacars zunächst folgenlose Konterattacke. Lipowitz konnte alle Tempoverschärfungen des Slowenen parieren, umgekehrt hingegen genauso. “Ich glaube, Pogacar war auch ziemlich am Limit, aber ich war einfach sehr froh, überhaupt mit ihm mithalten zu können und die Chance zu haben, mit ihm zu konkurrieren,” zeigte er sich zufrieden mit seiner Leistung.
Dass beide aber vielleicht doch nicht so sehr am Limit waren, wie Lipowitz - und Pogacar auch - behauptete, zeigt der Umstand, dass die zuletzt deutlich abgestellte Konkurrenz die ohnehin nur kleine Lücke wieder zufahren konnte. Während sich Lipowitz ab und zu umschaute, verzichtete der Weltmeister darauf, die Führungsposition zu übernehmen. Ob das wirklich eine Kraftfrage war, oder eher eine Retourkutsche für die 1. Etappe, auf der Lipowitz in der gemeinsamen Ausreißergruppe nicht mitführte und dennoch um den Sieg mitsprintete, wird wohl nie geklärt werden.
Nur kurz übernahm Pogacar die Führung, allerdings auch nicht konsequent. Und so führte Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) eine kleine Verfolgergruppe nochmal zurück zum Spitzenduo. Genau in dem Moment eröffnete Lipowitz aber seinen langen Sprint, der von Pogacar noch gekontert wurde. Im absoluten Finale riss der dann doch eine deutliche Lücke zu den beiden Red Bull - Bora - hansgrohe Fahrern und holte sich seinen vierten Etappensieg.
Der Slowene sicherte sich mit 42 Sekunden Vorsprung auch die Gesamtwertung, während Lipowitz' Vorsprung auf den Drittplatzierten Lenny Martinez (Bahrain Victorious) bereits über zwei Minuten betrug.
"Ich glaube, ich kann wirklich sehr glücklich und stolz darauf sein, wie diese Woche gelaufen ist. Ein großes Dankeschön an das Team. Ich denke, wir sind ein richtig gutes Rennen gefahren und ich bin zufrieden mit dem heutigen Tag“, resümierte der ehemalige Biathlet, der weiter auf seinen ersten WorldTour-Sieg wartet, im Ziel aber zufrieden wirkte.
Für Lipowitz steht nun Erholung an, bevor der Aufbau in Richtung Tour de France beginnt. Bei der Tour de Romandie untermauerte Lipowitz den Eindruck, aktuell der stärkste Rundfahrer in den Reihen von Red Bull zu sein, auch wenn noch ein Sieg fehlt.
Die nächste Chance dafür bietet sich am 17. Juni bei der Tour of Slovenia.
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