Pellizzari und Hindley Kapitäne, zwei Deutsche im Aufgebot

Red Bull - Bora - hansgrohe beim Giro mit “klarem GC-Fokus“

Von Matthias Seng

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Giulio Pellizzari (Red Bull - Bora - hansgrohe, in Grün) bei der Tour of the Alps | Foto: Cor Vos

05.05.2026  |  (rsn) – Mit Jai Hindley, Gesamtsieger von 2022, und dem letztjährigen Gesamtsechsten Giulio Pellizzari an der Spitze startet Red Bull – Bora – hansgrohe am 8. Mai in die erste Grand Tour des Jahres. Nach Angaben des deutschen WorldTour-Rennstalls nehmen der 30-jährige Australier und der acht Jahre jüngere Italiener den in Bulgarien beginnenden 109. Giro d’Italia (2.UWT) als “GC-Kapitäne“ in Angriff. “Unterstützt werden sie von einem Aufgebot, das auf drei anspruchsvolle Wochen von Nessebar bis Rom ausgerichtet ist“, hieß es in der Pressemitteilung.

Als kletterstarke Helfer für die Bergetappen sind der Russe Aleksandr Vlasov, der Italiener Giovanni Aleotti sowie der Essener Ben Zwiehoff vorgesehen. Das Trio unterstützte bereits im April bei der Tour of the Alps (2.Pro) Pellizzari, der sich mit zwei Etappensiegen souverän die Gesamtwertung der Giro-Generalprobe sicherte.

Auf den flachen und hügeligen Etappen sollen der Niederländer Mick van Dijke, der Italiener Gianni Moscon sowie Nico Denz wirkungsvoll für die Red-Bull-Doppelspitze zur Geltung. Der zweite Deutsche im achtköpfigen Giro-Team dürfte aber auch seine Freiheiten erhalten – schließlich gelangen dem 32-jährigen Denz bisher bereits drei Etappensiege, sämtlich aus Ausreißergruppen heraus errungen. Und auch bei der diesjährigen Italien-Rundfahrt sind einige Etappen im Programm, die dem tempofesten Allrounder liegen dürften.

Um die Klassementambitionen der beiden Kapitän so gut wie möglich unterstützen zu können, verzichtete die Teamleitung auf die Nominierung eines Sprinters. Danny van Poppel hatte bereits vor einigen Tagen bestätigt, dass er nicht für den Giro nominiert werde. “Wir starten in diesen Giro mit einem klaren GC-Fokus und mit zwei Fahrern, die unterschiedliche Stärken in dieses Ziel einbringen. Jai weiß, was es braucht, um dieses Rennen zu gewinnen, und Giulio macht in seiner Entwicklung weiter wichtige Schritte“, betonte Sportchef Zak Dempster.

Der Ex-Profi zeigte sich auch zuversichtlich, dass der Plan mit einer Doppelspitze aufgehen werde. “Die beiden haben ein gutes Verhältnis, und um sie herum haben wir eine Gruppe zusammengestellt, die uns Erfahrung, Kletterstärke und Kontrolle auf unterschiedlichen Etappentypen gibt“, so der 38-jährige Australier über das Duo, wobei im Frühjahr Pellizzari den deutlich besseren Eindruck hinterließ.

Der aufstrebende Rundfahrtspezialist aus den Marken stieg mit Gesamtrang drei bei der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) in die Saison ein und wiederholte dieses Ergebnis bei Tirreno-Adriatico (2. UWT), ehe Mitte April sein furioser Auftritt in den Alpen folgte, mit dem er sich in den engsten Favoritenkreis dieses Giro katapultierte.

Dagegen gelang Hindley in der bisherigen Saison noch kein einziges Top-Ten-Ergebnis. Sowohl Tirreno-Adriatico als auch die Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) beendete er außerhalb der Top 15, immerhin zeigte der Routinier als Sechzehnter bei Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT), dass die Formkurve nach oben geht.

 

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