Koch bleibt Vuelta-Gesamtzweite

Mit “Traumplan“: Bredewold gewinnt 5. Etappe vor Kopecky

Von Matthias Seng

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Mischa Bredewold (SD Worx - Protme, re.) gewinnt die 5. Vuelta-Etappe vor ihrer Teamkollegin Lotte Kopecky. | Foto: Cor Vos

07.05.2026  |  (rsn) – Nachdem es an den ersten drei Tagen der 12. Vuelta Femenina (2.WWt) bei SD Worx – Protime noch nicht nach Wunsch gelaufen war, kommt das niederländische Team bei der ersten Grand Tour des Jahres ins Rollen und konnte sich auf der 5. Etappe über den zweiten Sieg in Folge freuen.

Für den sorgte die Niederländerin Mischa Bredewold, die sich über 119,6 Kilometer von León nach Astorga auf ansteigender Zielgerade in einem Sprint von der Spitze weg vor ihrer allerdings nicht voll durchziehenden Teamkollegin Lotte Kopecky durchsetzte, um ihren ersten Saisonsieg zu feiern. Als Tageszweite baute die Belgierin, die das vierte Teilstück für sich entschieden hatte ihre Führung im Gesamtklassement aus.

Rang drei ging an die Italienerin Letizia Paternoster (Liv – AlUla – Jayco), die nach einem Sturz wieder ins Feld zurückgefunden hatte, im Finale gegen das SD-Worx-Trio aber chancenlos war. Den vierten Platz belegte die Polin Agnieszka Skalniak - Sojka (Canyon – SRAM – zondacrypto) vor der Belgierin Shari Bossuyt (AG Insurance-Soudal). Hinter der US-Amerikanerin Megan Jastrab (UAE – Team ADQ) war Franziska Koch (FDJ United – Suez) auf Platz sieben erneut beste deutsche Fahrerin.

 

“Dieser Zielbereich ähnelt sehr dem vom letzten Jahr, als ich Zweite wurde (auf der 6. Etappe, d. Red.). Heute befinden wir uns mit dem Roten Trikot natürlich in einer Luxusposition, und ich bin dem Team einfach unglaublich dankbar, dass ich die Freiheit hatte, meine Sprintambitionen zu verfolgen“, strahlte Bredewold im Ziel-Interview.

Zuvor hatte sie sich gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Kopecky als deutlich stärkste Fahrerin erwiesen. “Natürlich bin ich gemeinsam mit Lotte für die Sprints hier; deshalb mussten wir bei der Etappengestaltung ein wenig tüfteln – besonders heute, angesichts des Roten Trikots. Das möchte man schließlich nicht leichtfertig verspielen – das wäre wirklich dumm. Also haben wir uns einen ‘Traumplan‘ zurechtgelegt“, erzählte Bredewold.

Der Plan sah vor, dass die 25-Jährige den Sprint anzog, “während Lotte in meinem Windschatten bleibt – wobei sie natürlich eingegriffen hätte, falls es nötig gewesen wäre.“ Tatsächlich blickte sich die Gesamtführende auf den letzten Metern rechts und links um, doch von keiner Seite drohte Gefahr, so dass Kopecky den Sieg ihrer Teamkollegin überlassen konnte und für Rang zwei noch sechs Bonussekunden erhielt. “Ich bin überglücklich, endlich den ersten Sieg eingefahren zu haben“, sagte Bredewold, nachdem sie erstmals eine Grand-Tour-Etappe für sich hatte entscheiden können.

Koch behauptet vor den Bergetappen Gesamtrang zwei

Im Gesamtklassement behauptete die Paris-Roubaix-Gewinnerin vor den nun anstehenden beiden Bergetappen Rang zwei. Ihr Rückstand auf Kopecky, die auch die Punktewertung anführt, wuchs aber um sechs auf nunmehr zwölf Sekunden an. Gesamtdritte bleibt die Französin Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly / +0:18), Liane Lippert (Movistar / +0:32) fiel als zweitbeste deutsche Fahrerin vom achten auf den neunten Platz zurück.

Alice Coutinho (Mayenne Monbana My Pie) gewann beide Bergpreise und löste damit ihre Teamkollegin Marine Allione an der Spitze der Bergwertung ab. Neue Führende in der Nachwuchswertung ist die Italienerin Gaia Segato (Vini Fantini – BePink).

So lief die 5. Etappe der Vuelta Femenina:

Auf dem offiziell als Flachetappe eingestuften Teilstück lösten sich Sara Martin (Movistar), Idoia Eraso (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi), Marina Garau (Vini Fantini - Bepink), Aniek Van Alphen (Fenix - Premier Tech) und Coutinho nach wenigen Kilometern aus dem Feld, das dem Quintett rund drei Minuten Vorsprung zugestand.

Die Französin sicherte sich die beiden Bergpreise des Tages und löste damit ihre Teamkollegin Marine Allione an der Spitze der Bergwertung ab. Kurz darauf wurde Garau als erste der Ausreißerinnen vom Feld verschluckt, in dem SD Worx alles unter Kontrolle hatte. Die jetzt noch vierköpfige Spitzengruppe nahm nur noch 40 Sekunden Vorsprung mit auf die letzten 40 Kilometer. Zehn Kilometer später befand sich dort auch die neue Bergkönigin wieder.

Kurz darauf gingen Jayco-Sprinterin Paternoster, ihre Teamkollegen Josie Talbot, Alexis Magner (EF – Education – Oatly) und Bossuyts Helferin Marthe Goossens zu Boden. Alle vier konnten das Rennen fortsetzen, die Belgierin allerdings mit reichlich Verzögerung und offensichtlich unter Schmerzen. Bei nun einsetzenden leichten Regen wurde im Spitzentrio nicht um die Sekunden am Bonussprint 19 Kilometer vor dem Ziel gekämpft. Erasco holte sich sechs Sekunden Zeitgutschrift und 25 Punkte.

Das Streckenprofil der 5. Etappe der Vuelta Femenina | Foto: Veranstalter

Anders sah es knapp 20 Sekunden später im Feld aus, wo sich Kopecky im Sprint vor Koch durchsetzte und sich zumindest noch zwölf Punkte in der Wertung der punktbesten Fahrerin gutschreiben lassen konnte. Kurz darauf schaffte auch Paternoster wieder den Anschluss an das Feld, das wieder die Zügel etwas lockerer ließ, so dass der Rückstand auf rund eine halbe Minute anwuchs.

Dann machten die Teams der Sprinterinnen Ernst und stellten das Spitzentrio gut acht Kilometer vor dem Ziel. Eingangs der letzten acht Kilometer übernahm Paternosters Team die Spitze und lieferte sich im Positionskampf ein Duell mit UAE – Team ADQ. Bei nun stärker werdendem Regen zerriss kurz darauf ein Sturz das Feld, wobei auch Kopeckys Teamkollegin Anna van der Breggen zu Boden ging.

Nach dem letzten Kreisel 500 Meter vor dem Ziel zog Bredewold mit Kopecky am Hinterrad auf der leicht ansteigenden Zielgeraden den Sprint an und holte sich souverän den Etappensieg, während ihre Teamkollegin rechts neben ihr auf Rang zwei fuhr, um ihr Rotes Trikot souverän zu verteidigen.

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