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07.05.2026 | (rsn) – Jan-Willem van Schip und der Radsportweltverband UCI werden wohl keine Freunde mehr. Nachdem der für das Konti-Team Azerion - Villa Valkenburg fahrende Niederländer bereits im vergangenen Oktober von der Tour of Holland (2.1) – offenbar wegen einer nicht genehmigten, stark nach vorn geneigten Sattelstütze – ausgeschlossen worden war, folgte nun nach der 1. Etappe der Tour of Hellas (2.1) die nächste Disqualifikation.
Grund scheint diesmal die unerlaubte Art und Weise zu sein, wie van Schip seinen Lenker hielt; mutmaßlich verstieß er dabei gegen die Regel, die das Abstützen der Unterarme auf dem Lenker untersagt. Seine Hände blieben dabei immer am Lenker, sodass das Vergehen nur bei ganz genauem Hinsehen sichtbar ist. Bestraft wird die Haltung nicht, obwohl sie nachweislich auch von anderen Profis eingenommen wurde. “Das tut echt weh. Es macht überhaupt keinen Spaß. Das Fahrrad ist völlig legal, die Sattelstütze ist in Ordnung, aber trotzdem haben sie einen Weg gefunden, uns zu benachteiligen. Das tut richtig weh“, sagte van Schip in einer ersten Reaktion in den sozialen Medien und fügte an: “Ich fühle mich im Radsport nicht wirklich willkommen.“
Der 31-Jährige hat eine längere Geschichte mit der UCI. “Wie kann es sein, dass ich die Ronde van Overijssel mit diesem Setup bestreiten darf, während alle anderen Fahrer in der Spitzengruppe (bei der Tour of Hellas, d. Red.) ihre Arme einfach auf dem Lenker ablegen dürfen – ich aber nicht?“, fragte van Schip. Sein Teamchef Paul Tabak protestierte Berichten zufolge gegen die Entscheidung der Jury, die aber an ihrem Beschluss festhielt, sodass der Fahrer nicht mehr zur 2. Etappe antrat.
In den vergangenen Jahren kam van Schip sogar auf insgesamt vier Disqualifikationen. In der Saison 2021 wurde er wegen der Verwendung eines ungewöhnlichen Lenkers von der Belgien-Rundfahrt (2.Pro) ausgeschlossen, auch drei Jahre später wurde der Tüftler beim Heistse Pijl (1.1) disqualifiziert, nachdem er ein neues Lenker-Setup eingesetzt hatte.
Nun forderte er die UCI zu einem “ernsthaften Gespräch“ auf, unter anderem, um ihm die Fragen zu beantworten: “Wie funktionieren diese Regeln eigentlich? Was ist erlaubt und was nicht?“ Zuletzt wurde bei Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) beim Pfeil von Brabant (1.Pro) eine nicht erlaubten Fahrhaltung geahndet. Obwohl sie sogar die Hände vom Lenker nahm und die sogenannte Puppy-Paws-Position einnahm, wurde sie lediglich mit einer Gelben Karte und 15 UCI-Punkten Abzug bestraft.