Arrieta sorgt für nächsten Etappensieg

Nach dem Sturz-Desaster imponiert UAE beim Giro zu fünft

Von Christoph Matt

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Nach düsteren Tagen kann UAE - Emirates - XRG beim Giro d´Italia doch wieder jubeln.| Foto: Cor Vos

13.05.2026  |  (rsn) - An Johann Wolfgang von Goethe dürfte man bei UAE - Emirates - XRG in den vergangenen Tagen kaum gedacht haben. Dabei passt dessen Formel "Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt“ perfekt auf die ersten fünf Giro-Etappen des Teams, wenn auch in umgekehrter Reihenfolge. 

Schon vor dem Start stand die erste Grand Tour des Jahres für die Mannschaft unter keinem guten Stern. Der ursprünglich geplante Leader Joao Almeida (UAE - Emirates - XRG) kam nicht in Form und musste seine Teilnahme absagen, an seiner Stelle sollte Adam Yates auf Gesamtwertung fahren.

Beim  Massensturz auf der 2.Etappe verlor das Team aber auch Yates und dazu noch Marc Soler und Jay Vine. Zwar rollte der Brite noch blut- und dreckverschmiert mit über 13 Minuten Rückstand ins Ziel. Am dritten Tag des Giro stand Yates aber nicht mehr am Start.

Nach dem katastrophalen Start in Bulgarien schafften es die verbliebenen fünf Fahrer jedoch erstaunlich gut, die frühen Tiefschläge wegzustecken. Jonathan Narvaez (UAE - Emirates - XRG) konnte nach dem ersten Ruhetag auf der ersten Italien-Etappe Kopf und Arme und die Höhe strecken, nachdem er die 4. Etappe gewonnen hatte - himmelhoch jauchzend sozusagen.

Arrieta machte es spannend bis zum Schluss

Auf dem fünften Teilstück jagte mit Igor Arrieta erneut ein Fahrer von UAE - Emirates - XRG als Erster über den Zielstrich. Für die letzten 15 Kilometer passte der Goethe-Spruch Formel erneut ganz gut. Gemeinsam mit Alfonso Eulalio (Bahrain  Victorious) in Front liegend, stürzte Arrieta auf regennasser Straße, die Etappe schien verloren. Dann aber ging sein Konkurrent zu Boden und plötzlich war der Spanier wieder dran. Kurz darauf nahm Arrieta eine falsche Abzweigung und war erneut weg. Doch auch davon ließ er sich nicht stoppen, kämpfte sich ein weiteres Mal zurück und gewann schließlich in Potenza.

“Als ich Eulalio auf den letzten beiden Kilometern verloren habe, dachte ich mir, das kann jetzt nicht sein. Ich habe aber weiterhin alles versucht und gesehen, dass er nicht schneller fährt als ich. Als ich dann wieder an seinem Hinterrad war, wusste ich, dass ich vielleicht eine Etappe gewinnen kann”, resümierte ein sichtlich gerührter Arrieta im Ziel das Finale.

Arrieta hatte das Desaster in Bulgarien unbeschadet überstanden, dafür erwischte es ihn auf regennassen Straßen nun in Italien. Wie sein Teamkollege Mikkel Bjerg im Ziel erklärte, war der Regen aber nicht das einzige Problem, die Kälte machte den Fahrern mindestens genauso zu schaffen.

“Einer der schlimmsten Tage, die ich jemals auf dem Rad hatte. Ich kann nur erahnen, wie es in der Ausreißergruppe gewesen sein muss", sagte der Däne nach der Etappe zu CyclingPro.net. Dafür konnte er sich über den Sieg seines Teamkollegen Arrieta freuen: “Nach den beiden Siegen sind für uns nur noch drei Tage übrig. (Für jeden verbliebenen Fahrer ein Sieg, d. Red.) Dann nehmen wir den Direktflug nach Rom“, lachte Bjerg.

Dass UAE - Emirates nach der frühen Dezimierung dem Giro dennoch seinen Stempel aufdrücken kann, zeigt nicht nur mentale Stärke, sondern auch, wieviel Klasse sich hinter Tadej Pogacar oder Isaac Del Toro verbergen - was erst Narvaez und nun Arrieta bewiesen. "Ich habe mit Ari bis ins Finale gesprochen: 'Das ist dein Tag, versuche es bis zum Schluss.' Ich bin sehr glücklich für das Team und für Arrieta. Er ist fantastischer Teamkollege, gibt alles für die Leader. Heute war sein Tag", sagte sein Sportlicher LeiterManuele Mori zu Eurosport. 

Zu fünft wird es zwar schwierig bis unmöglich werden, etwa die sieben Etappensiege der letztjährigen Vuelta zu wiederholen. Andererseits betonte Mori: "Bis zur Ziellinie ist alles möglich. Wir haben sind in Italien nurmehr mit fünf Fahrern am Start und haben direkt die ersten beiden Etappen gewonnen. Man braucht die richtige Einstellung, vielleicht klappt es ja nochmal", sagte er abschließend voller Optimisumus.

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