RSNplusVine und Soler im Krankenhaus, Yates lädiert

Beim Giro d´Italia setzt sich die UAE-Sturzmisere fort

Von Paul Grosch

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Adam Yates im Ziel der 2. Giro-Etappe | Foto: Cor Vos

09.05.2026  |  (rsn) – Das in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnte Team UAE – Emirates – XRG hat nach dem Massensturz auf der 2. Etappe beim Giro d’Italia mehrere Ausfälle zu beklagen. Seit dem Saisonstart in Australien scheint das Team vom Verletzungspech verfolgt. Dem Massensturz im Finale des ersten Giro-Tages konnten die acht Fahrer noch entgehen, zur 3. Etappe werden nun mindestens zwei Profis nicht mehr antreten können.

Nach einem weitgehend unspektakulären Etappenverlauf wurde das Feld mit Blick auf den Regen und dem letzten Anstieg des Tages nervöser. In einer abfallenden Rechtskurve waren es auf glitschigem Untergrund dann die Fahrer des UAE-Teams, die bei Tempo 60 als erstes wegrutschten. Als Gefahr erwies sich dabei vor allem die Leitplanke, gegen die mehrere Profis prallten. ___STEADY_PAYWALL___

Marc Soler und Jay Vine mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Adam Yates schlug mit dem Kopf gegen die Leitplanke und rutschte dann in die Böschung. Schlammig und mit blutendem Kopf setzte er sich wieder aufs Rad, konnte aber nicht mehr zum Feld aufschließen. Jonathan Narvaez und Antonio Morgado schafften es mit weniger Blessuren ebenfalls ins Ziel.

“Ich glaube es war klar, dass jemand stürzen wird auf diesem Untergrund. Und heute hatten wir das Pech“, sagte Morgado im Ziel. Der Portugiese zeigte sich jedoch kämpferisch: “Ich habe auch einige Schmerzen, aber wir werden nicht aufgeben.“

Jay Vine musste ebenso wie sein UAE-Teamkollege Marc Soler ins Krankenhaus gebracht werden. | Foto: Cor Vos

Sorgen um seine verletzten Fahrer machte sich Teammanager Mauro Gianetti. "Bisher ist noch nichts klar, wir warten auf die Informationen der Ärzte. Wir wissen nicht, was mit Adam Yates ist. Im Finale wussten wir nicht, wo er ist. Aber nach so einem Sturz war es natürlich unmöglich, dass er in der ersten Gruppe ins Ziel kommt", sagte der Schweizer zu Eurosport und fügte an: "Ich hoffe einfach, dass niemand, auch nicht von den anderen Teams, schwer verletzt ist."/p>

Dabei hatte auch Gianetti das Unheil kommen sehen. “Wir hatten Angst, weil der Regen dafür gesorgt hat, dass die Straße sehr gefährlich wird. Dann ist es passiert. Auf diese Weise den Giro zu starten, ist sehr traurig“, sagte er mit ernster Miene im Ziel.

Vine mit dem dritten heftigen Sturz in diesem Jahr

Besonders bitter ist das Ausscheiden von Vine. Der 30-Jährige war nach einem Kahnbeinbruch bei der Tour Down Under erst im März bei der Volta a Catalunya (1.UWT) zurückgekehrt. Dort schied er nach einem Sturz auf der 3. Etappe aus. Sein Comeback beim Giro dauerte weniger als zwei Tage. Die genaue Diagnose für ihn und Soler ist noch nicht bekannt. Beide wurden auf Tragen abtransportiert.

An das Rekordjahr 2025 mit 97 UCI-Siegen, davon 45 bei World-Tour-Rennen, schien das Team in dieser Saison nahtlos anknüpfen zu können. In Australien führte Vine nach seinem Sieg auf der 2. Etappe die Tour Down Under (1.UWT) an, Narvaez belegte den zweiten Gesamtrang. Doch auf der 3. Etappe begann dann eine nicht mehr enden wollende Serie von Stürzen.

Antonio Morgado stürze ebenfalls, erreichte aber das Ziel ohne schlimmere Blessuren. | Foto: Cor Vos

Zunächst erwischte es Vine, doch konnte er das Rennen fortsetzen. Am nächsten Tag erlitt Titelverteidiger Narvaez nach einem Sturz einen Wirbelbruch. Auch Mikkel Bjerg, Juan Sebastian Molano und Vegard Stake Laengen mussten die Rundfahrt wegen Stürzen aufgeben. Später wurde bekannt, dass Vine die Gesamtwertung mit einem gebrochenen Handgelenk gewonnen hatte, nachdem er auf der Schlussetappe ebenso wie Bjerg mit einem Känguruh kollidiert war.

Beim Cadel Evans Great Ocean Road Race (1.UWT) startete das Team daher nur mit vier Fahrern. Bei Kuurne-Brussel-Kuurne (1.Pro) brach sich Tim Wellens das Schlüsselbein. Auch bei Paris-Nizza (2.UWT) schieden drei Fahrer aus.

Stark geschwächtes Team für den weiteren Giro

Jan Christen zog sich bei Mailand-Sanremo (1.UWT) ebenfalls einen Schlüsselbeinbruch zu, wurde aber rechtzeitig zum Giro wieder fit. Auch Narvaez kehrte erst in Bulgarien ins Feld zurück. Damit sind nicht einmal alle Stürze und Verletzungen aufgezählt. Zwischenzeitlich sah es so aus, als bekäme das Team nicht mehr genügend Fahrer für alle Rennen beisammen.

Adam Yates ist nach seinem schweren Sturz im Gesamtklassement des Giro weit abgeschlagen. | Foto: Cor Vos

Bei der Italien-Rundfahrt muss UAE nun auf mindestens zwei starke Fahrer verzichten. Nach der krankheitsbedingten Absage von Joao Almeida war die Mannschaft mit Yates als Ersatzkapitän ins Rennen gegangen. Die anderen Fahrer sollten dadurch mehr Freiheiten bekommen.

Vor der 1. Etappe galt Vine als Mitfavorit für das Gesamtklassement. Auch das Bergtrikot schien nach seinem Erfolg in der Sonderwertung der Vuelta a España 2025 möglich. Dort gewann das Team sieben Etappen. Nach diesem zweiten Tag dürfte beim Giro eine ähnliche Erfolgsserie kaum mehr möglich sein.

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