--> -->
17.05.2026 | (rsn) – Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) reichte ein sechster Platz auf der letzten Etappe der 5. Itzulia Women (2.WWT), um sich den ersten Rundfahrtsieg ihrer Laufbahn zu sichern. Auf dem dritten und letzten Teilstück im Baskenland konnte sich Dominika Wlodarczyk (UAE – ADQ) nach ihrem gestrigen Erfolg erneut als Tagessiegerin feiern lassen. Im Sprint einer zehnköpfigen Gruppe ließ die Polin Évita Muzic und Lauren Dickson (beide FDJ United – Suez) hinter sich. Dahinter überquerten Usoa Ostolaza (Laboral Kutxa - Fundacion Euskadi) und Yara Kastelijn (Fenix – Premier Tech) zeitgleich auf den weiteren Plätzen die Ziellinie.
Nachdem die endschnelle Bredewold am letzten Anstieg des Tages bereits distanziert war, sah es bis zum Teufelslappen so aus, als dass die Niederländerin nicht mehr in den finalen Sprint eingreifen könnte. Als Bredewold jedoch wieder aufschloss, hatte sie in der Verfolgung offensichtlich zu viele Körner verschossen, um Wlodarczyk noch Paroli bieten zu können. “Da ich gestern schon fast zu früh die Arme hochgerissen hatte, wollte ich diesen Fehler heute nicht nochmal begehen“, meinte die Siegerin im Zielinterview. “Heute wollte ich die Hände am Lenker lassen und habe bis nach der Ziellinie gepusht. Ich hatte schon nach gestern erwartet, dass ich heute noch stärker bin und habe mich hier von Tag zu Tag gesteigert. Und nach diesem zweiten Sieg heute hier komme ich gerne nächstes Jahr wieder zurück.“
Für Wlodarczyk, die mit ihren Leistungen bei der Itzulia auf Rang fünf der Weltrangliste vorgerückt ist, war der heutige Tageserfolg der 13. Sieg in ihrer noch jungen Karriere. Derer 22 hat Bredewold indes schon eingefahren, die trotz kurzzeitiger Bedrängnis im heutigen Rennen ihre Gesamtführung auf Yara Kastelijn (Fenix – Premier Tech/+0:21) und die Rundfahrt-Dritte Dickson souverän verteidigen konnte. “Es ist sehr emotional für mich und ich hatte den Glauben, dass ich das heute verteidigen könnte“, so die 25-Jährige sichtlich gerührt nach Rennende vor dem Mikrofon. “Letztes Jahr habe ich am letzten Anstieg überpaced und ich wusste, dieser könnte heute mein größter Feind sein. Deswegen wollte ich die Lücke nicht zu groß werden lassen und wusste, dass der flache Part bis zum Ziel mein Terrain ist. Aber trotzdem, ich musste so tief wie noch nie in meinem Leben gehen, um hier heute den Gesamtsieg verteidigen zu können“, gab sie abschließend zu, wie sie alles aus sich herausholen musste.
Bredewold sicherte sich auch die Punktewertung vor Wlodarczyk und Liane Lippert (Movistar). Die Bergwertung ging an Kastelijn vor Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – zondacrypto) und Dickson. Das Trikot der besten Nachwuchsfahrerin konnte sich Ema Comte (Cofidis) überstreifen. In der Gesamtwertung überzeugten aus deutscher Sicht Niedermaier (+0:29) mit Platz sechs, Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek/+0:45) auf Platz 10 und Lippert als Elfte (+1:34).
Bei freundlicheren Bedingungen als noch in den Vortagen passierte auf den 113 Kilometern mit Start und Ziel in San Sebastian zunächst recht wenig. Auch als nach 34 Kilometern die erste von drei Bergwertungen des Tages, der als Kategorie 1 bezifferte Jaizkibel erklommen werden musste, wurde nach dessen Abfahrt immer noch ein geschlossenes Peloton vermeldet. Kastelijn hatte sich dort nach acht Kilometern Anstieg mit durchschnittlich 5,5 Prozent Steigung zehn Bergpunkte vor Niedermaier und Steffi Häberlin (SD Worx – Protime) gesichert und damit ihren Vorsprung auf die Zweitplatzierte der Bergwertung, Niedermaier, weiter ausbauen können.
Ein ähnliches Bild dann beim Aufstieg zum Gurutze, einer Bergwertung der 3. Kategorie, die mit lediglich 2,7 Kilometer Länge die Fahrerinnen vor keine nennenswerte Herausforderung stellte. Caroline Andersson (Liv - AlUla – Jayco), die sich schon auf der gestrigen Etappe alleine in der Flucht befand, wagte zwar erneut einen Vorstoß – die Punkte auf der Kuppe konnte sich aber eine andere sichern. Léa Curinier von FDJ United – Suez überquerte als erste vor Loes Adegeest (Lidl – Trek) und Océane Mahé (Ma Petite Entreprise) den Berg und führte das Feld Richtung letztem Anstieg, der 15 Kilometer vor Rennende der Konkurrenz die letzte Möglichkeit bieten würde, Bredewold doch noch den Gesamtsieg der Rundfahrt zu entreißen.
Zuvor galt es für die Besten der Punktewertung noch zwei Sprintwertungen auszufechten. Lippert, stellvertretend für Gesamtleaderin Bredewold im grünen Führungstrikot dieser Wertung fahrend, hatte bei der ersten Zieldurchfahrt in San Sebastian die Nase vorn. Und konnte damit wichtige Sprintpunkte auf Wlodarczyk herausfahren, die zu diesem Zeitpunkt hinter der Deutschen auf Platz drei in der Punktewertung rangierte. Der letzte Wertungsspurt dieser Rundfahrt sah dann erneut Lippert um die Punkte fighten. Diesmal jedoch mit dem schlechteren Ende für sich, da Bredewold an ihr vorbeizog und ihren Riesenvorsprung als endschnellste Fahrerin der Itzulia weiter ausbaute.
Als das Team von FDJ United – Suez mit hohem Tempo in den entscheidenden Anstieg zum Mendizorrots hineinfuhr, hielten sich zunächst alle Favoritinnen auf den Tagessieg schadlos. Trotz ihres Sturzes am Vortag fuhr Niedermaier couragiert an der Spitze einer nur noch 20-köpfigen Gruppe. In dieser hatte Bredewold sichtlich Mühe zu folgen und musste bei Hälfte des Anstieges bereits abreißen lassen. Schnell wuchs der Abstand einer siebenköpfigen Spitzengruppe, in der sich neben Niedermaier auch mit Juliette Berthet, Lauren Dickson und Évita Muzic drei FDJ-Profis befanden; ebenfalls dabei Wlodarczyk und Kastelijn.
Acht Kilometer vor dem Ziel schien Bredewold mit einem Rückstand von 30 Sekunden in der Entscheidung um den Tagessieg endgültig abgehängt. Wäre da nicht die Uneinigkeit in der Führung gewesen, die die hervorragende Zeitfahrerin Sekunde für Sekunde wieder näherkommen ließ. Einen Kilometer vor dem Ziel war es dann so weit. Mit Riejanne Markus und Bauernfeind (beide Lidl – Trek) im Schlepptau konnte die Niederländerin wieder aufschließen. Zum Sieg reichte es dann für Bredewold aber nach ihrer Aufholjagd nicht mehr. Nach dem Zusammenschluss hatte Wlodarczyk noch die meisten Kraftreserven und gewann am Ende knapp den Zielsprint.
Results powered by FirstCycling.com