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16.05.2026 | (rsn) – In einem packenden Finale hat sich Dominika Wlodarczyk (UAE - Team ADQ) die 2. Etappe der 5. Itzulia Women (2.WWT) gesichert und erstmals in ihrer Karriere ein WorldTour-Rennen gewonnen. Die 25-jährige Polin setzte sich nach 138 Kilometern zwischen Abadino und Amorebieta vor der Gesamtführenden Mischa Bredewold (SD Worx – Protime) durch, nachdem sie sich sieben Kilometer vor dem Ziel gemeinsam mit der Niederländerin Shirin van Anrooij (Lidl – Trek) aus der rund 25-köpfigen Spitzengruppe abgesetzt hatte.
Ein zwischenzeitlicher Vorsprung von fast 20 Sekunden war dann aber auf der Zielgerade fast aufgebraucht, weil die beiden Ausreißerinnen anfingen zu pokern. Gerade als die von Bredewold angeführte Gruppe der Verfolgerinnen heranrauschte, trat Wlodarczyk wenige Meter vor der Linie an und hielt die Auftaktsiegerin auf Distanz, um den zwölften Sieg ihrer Profikarriere unter Dach und Fach zu bringen.
Hinter Bredewold und van Anrooij wurde die Friedrichshafenerin Liane Lippert (Movistar) als beste deutscher Fahrerin Vierte. Die 28-Jährige hatte nach einer Attacke eingangs der letzten 20 Kilometer Pech, als sie in einer regennassen Abfahrt stürzte und so wieder vom Feld gestellt wurde.
Zeitgleich mit Lippert erreichte Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek) auf Rang 19 das Ziel. Die Auftaktfünfte Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – zondacrypto), die sich unterwegs wieder angriffslustig gezeigt hatte, landete drei Positionen vor ihrer früheren Teamkollegin auf dem 16. Platz
“Vor drei Wochen hatte ich eine schwere Zeit. Ich wollte bei den Ardennenklassikern gut fahren, aber ich hatte mir einen Virus eingefangen. Ich bin hier mit nur eineinhalb Wochen Training hergekommen. Ich bin deswegen sehr froh und überrascht über meine Form. Heute hatte ich nichts zu verlieren. Ich konnte einfach befreit auffahren. Ich habe etwas versucht und kann nicht immer nicht fassen, dass ich gewonnen habe“, sagte die strahlende Wlodarczyk im Ziel-Interview.
Zuvor hatte sie dieselbe Idee wie van Anrooij– nämlich an der letzten Welle des Tages ihr Glück zu versuchen. “Ich hatte im Hinterkopf, dass es rund sechs Kilometer vor dem Ziel einen nicht-kategorisierten Anstieg gab. Dort wollte ich es probieren. Ich habe gesehen, dass links Shirin zur Attacke angesetzt hatte. Da war es jetzt oder nie. Ich bin ihr gefolgt und plötzlich hatte ich gute Beine. Ich wusste nicht, wo die herkamen“, erzählte sie und fügte erklärend an: “Ich bin früh auf der Etappe nämlich auch noch gestürzt. Ich habe mir dabei die Hüfte und den Kopf ziemlich heftig gestoßen. Ich bin aufgestanden, habe alles gecheckt und bin weitergefahren.“
Die 25-jährige Bredewold verpasste zwar ihren sechsten Itzulia-Etappensieg, baute aber dank mehrerer Zeitbonifikationen ihre Führung im Gesamtklassement gegenüber ihrer Landsfrau Yara Kastelijn (Fenix – Premier Tech) auf nunmehr 16 Sekunden aus. Hinter der Niederländerin Riejanne Markus (Lidl – Trek / +0:17) und der Britin Lauren Dickson (FDJ United – Suez / +0:20) folgen Niedermaier (+0:24) und Etappengewinnerin Wlodarczyk (+0:30), die vier Positionen gut machte. Lippert (+0:36) rückte vom achten auf den siebten Platz vor.
Bredewold festigte auch ihre Führung in der Punktewertung, Kastelijn vergrößerte ihren Vorsprung in der Bergwertung. Die Französin Eva Comte (Cofidis) ist beste Nachwuchsfahrerin, FDJ United bestes Team vor Lidl – Trek.
Am zweiten Tag der Baskenland-Rundfahrt blieb den Fahrerinnen keine Zeit zum Einrollen. Gleich nach dem Start ging es den 7,5 Kilometer langen Trabakua-Anstieg hinauf, an dessen Kuppe sich Kastelijn aus dem Feld heraus die Bergwertung vor Niedermaier sicherte, um an der kurz darauf folgenden Dritte zu werden. Danach löste sich mit Nikola Nosková (Cofidis) zumindest eine Fahrerin aus dem Feld, das der Tschechin rund eineinhalb Minuten Vorsprung zugestand.
Nach einem Soloritt von rund 40 Kilometern wurde Nosková aber bereits 58 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt, ehe sich Kastelijn die nächste Bergwertung holte. Nach einigen vergeblichen Attacken unter anderem von Niedermaier ging Lippert 19 Kilometer vor dem Ziel an einer kurzen Gegensteigung in die Offensive. Kurz nach ihrer starken Attacke rutschte sie dann aber in einer regennassen Abfahrt weg und wurde deshalb schnell wieder vom Feld eingefangen.
Gleiches widerfuhr der Niederländerin Loes Adegeest (Lidl – Trek) kurz nach dem Bonussprint 13 Kilometer vor dem Ziel, wobei Bredewold höchstselbst ihre Landsfrau zurückholte, nachdem sie sich noch am Zwischensprint zwei Bonussekunden gesichert hatte.
Das Streckenprofil der 2. Etappe der Itzulia Women | Foto: Veranstalter
Im nur noch rund 25-köpfigen Feld übernahm SD Worx nun die Kontrolle, ehe van Anrooij und Wlodarczyk sieben Kilometer vor dem Ziel am letzten, nicht-kategorisierten Anstieg Bredewold & Co. überraschten. Im finalen flachen Teil der Etappe fuhr sich das Duo fast 20 Sekunden Vorsprung heraus.
Im Feld erhielt SD Worx nun Unterstützung von FDJ, dennoch nahm die beiden Ausreißerinnen zehn Sekunden Vorsprung mit auf den Schlusskilometer. Doch als die beiden sich schließlich anschauten, witterte Bredewold Morgenluft und spannte sich auf den letzten 500 Metern vor das Feld. Kurz bevor die Auftaktsiegerin die Lücke schloss, trat Wlodarczyk 100 Meter vor dem Ziel an und rettete sich knapp vor Bredewold ins Ziel, um den größten Erfolg ihrer Karriere zu feiern. Hinter van Anrooij sprintete Lippert auf den vierten Platz und verpasste somit die Bonussekunden.
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