Merlier sprintet zum Triple-Sieg

Söderqvist gewinnt trotz Sturz die Ungarn-Rundfahrt

Von Jens Claussen

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Erster schwedischer Sieger der Ungarn-Rundfahrt - Jakob Söderqvist (Lidl - Trek) | Foto: Cor Vos

17.05.2026  |  (rsn) – Auch wenn Jakob Söderqvist (Lidl – Trek) 20 Kilometer vor dem Finale der Ungarn- Rundfahrt (2.Pro) durch einen Sturz noch Minuten des Zitterns zu überstehen hatte, war der 22-Jährige letztendlich mit einem blauen Auge davongekommen. Der Schwede konnte auf der letzten Etappe seine Führung in der Gesamtwertung behaupten und in der Endabrechnung Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates – XRG/+0:40) und Luke Plapp (Jayco – AlUla/+0:49) auf die Plätze zwei und drei verweisen.

Der Tagessieg ging im Zielsprint einer größeren Gruppe an Tim Merlier (Soudal – Quick-Step), der mit drei Siegen aus fünf Etappen einer der Protagonisten dieser Rundfahrt war. Hinter dem belgischen Top-Sprinter komplettierten Alexis Renard (Cofidis) als Tageszweiter und Fernando Gaviria (Caja Rural – Seguros RGA) das Podium. Der Deutsche Max Kanter (XDS – Astana) sprintete zeitgleich auf Rang fünf.

Dennoch attestierte sich Tagessieger Merlier nicht den allerbesten Tag als er im Zielinterview meinte: “Nach dem Regen und der Kälte waren die Beine nicht gut heute. Ich hatte noch am Ende versucht, meinen Teamkameraden Lecerf zu unterstützen. Denn wir hatten gehofft, dass er heute vielleicht doch noch den Gesamtsieg holen könnte. Aber er hatte heute große Schwierigkeiten.“

Die hatte zwischenzeitlich auch Rundfahrtsieger Söderqvist, als er auf einer Windkante zu Fall kam. “Mir geht es ganz gut“, meinte er nach Rennende auf die Frage zu seinem Sturz. “Das war eine stressige Situation, verbunden mit viel Arbeit überhaupt in die Situation zu kommen, dass ich in diesem Moment vorne bin. Plapp war heute definitiv auf einer Mission und für mich ging es nur ums Überleben, damit ich bergauf an seinem Hinterrad bleiben konnte. Er hat wirklich alles versucht, um im GC noch etwas zu verändern. Aber gemeinsam haben wir es gut gemeistert“, schloss er mit dank an sein Team den ereignisreichen Tag ab.

Schon recht früh im Rennen hatten sich bei regnerischen und kalten Bedingungen nach 30 Kilometern sieben Ausreißer auf die Reise gemacht, unter ihnen mit Nikias Arndt auch ein deutscher Profi vom Team Bahrain – Victorius. Diese Spitzengruppe gestaltete fortan an den Rennverlauf, wurde aber unter der Kontrolle des Teams Lidl - Trek von Spitzenreiter Jakob Söderqvist nie weiter als zwei Minuten von der Leine gelassen.

Als einziges Hindernis des Tages stand dem Peloton auf dem 147 Kilometer langen Weg von Balatonalmádi nach Veszprém der 2,2 Kilometer lange Anstieg zum Tótvázsony-Gella im Weg. Die im Schnitt 6,6 Prozent steile Bergwertung der 2. Kategorie galt es auf einem Rundkurs insgesamt viermal zu überfahren. Hier zeigte sich Erik Fetter vom Team United Shipping am aktivsten. Er sammelte fleißig Punkt um Punkt, um sich dem bis dato Führenden in der Bergwertung, Adrián Benito (Polti – VisitMalta), anzunähern. Bereits bei der dritten Überfahrt war dem Ungarn dieses Unterfangen gelungen. Fetter setzte sich mit an diesem Tag schon 30 eingefahrenen Bergpunkten uneinholbar an die Spitze dieser Sonderwertung und konnte sich am Tagesende als Bergkönig seiner Heimrundfahrt krönen lassen.

Schreckmoment in der Windkante

23 Kilometer vor dem Ziel war es dann um das Septett geschehen, als die Mannen von UAE – Emirates - XRG sich entschieden, die Lücke nach vorne zügig zu schließen. In dem windanfälligen Finale kam es dann zu einer folgenschweren Situation, als der Mann im Gelben Trikot sich, mit weiteren vier Fahrern in Führung liegend, am Hinterrad eines UAE-Fahrers aufhängte und zu Boden ging. Eine Situation, die von Plapp, Krists Neilands (NSN Cycling) und Martin Svrcek (Soudal – Quick-Step) blitzschnell genutzt wurde – das Trio konnte schnell einen Vorsprung von 20 Sekunden herausfahren und diesen bis drei Kilometer vor dem Ziel verwalten.

Einem dahinter jagenden Feld, in dem sich auch Rundfahrt-Leader Söderqvist immer wieder an der Führung beteiligte, gelang es letztendlich wieder aufzuschließen und damit den Gesamtsieg des Schweden in trockene Tücher zu bringen. Den Sprint der heranrasenden Verfolger gewann Merlier in souveräner Manier.

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