Österreichische KT-Teams gegen Visma-Übermacht

Ginter kratzt an Fleche-du-Sud-Top-10, Röber bester Vorarlberger

Von Arthur Lenné

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Drei der vier Sprintankünfte entschied Matthew Brennan (Visma - Lease a Bike) für sich. Kilian Feurstein (mittig im Bild) sorgte für Vorarlbergs bestes Resultat: Auf der zweiten Etappe in Rumelange sprintete er auf Rang fünf. | Foto: Donmicka De Lavega

18.05.2026  |  (rsn) - Gleich drei österreichische Kontinental-Teams nutzten den in diesem Jahr hochgestuften Flèche du Sud (2.1) in Luxemburg als wichtige Standortbestimmung. Vorarlberg präsentierte sich auf den frühen Etappen offensiv, schaffte mit Dominik Röber am Ende einen Platz in den Top 20 des Gesamtklassements und sah nach fünf Renntagen einen "großen und erfolgreichen Rennblock" zu Ende gehen. Hrinkow - Advarics behielt die zweitwichtigste luxemburgische Rundfahrt vor allem als Auftakt der eigenen Saisonhighlights im Auge. Das Team Tirol – KTM fügte die nächsten Spitzen-Resultate seiner Saison hinzu und wurde außerdem starker Fünfter der Mannschaftswertung.

Mit dem Schweizer Nicolas Ginter auf Rang 13 der Gesamtwertung schnitten die Tiroler letztlich am besten ab. Den Grundstein dafür legte der 20-Jährige auf der fürs Klassement wichtigen 3. Etappe rund um Bourscheid.

Tagsdrauf kam für Tirol – KTM auch noch der dritte Platz von Samuel Novak auf Etappe 4 in Steinfort dazu – das beste Tagesergebnis eines Fahrers der österreichischen KT-Rennställe im Verlauf der Woche. Kurios dabei: In einem chaotischen Etappenfinale leitete das Führungsmotorrad einen großen Teil des Feldes innerhalb des Schlusskilometers in die falsche Straße. Sie alle bekamen die Siegerzeit, konnten aber in den Kampf um den Etappensieg nicht mehr eingreifen.

Vorarlberg: Top-Ten-Auftakt und ein Defekt zur Unzeit

Zu Beginn der Rundfahrt legte Vorarlberg einen Auftakt nach Maß hin. Auf der 1. Etappe rund um Stadtbredimus sprintete Tobias Nolde auf Platz neun, einen Tag später in Rumelange schob sich Kilian Feurstein bei der zweiten Sprintankunft sogar bis auf Rang fünf nach vorne. "Die ersten beiden Tage waren super, da konnten wir zwei Mal mit Nolde und Feurstein in die Top Ten fahren", so der Sportliche Leiter Paul Renger gegenüber RSN.

Auf der Königsetappe mit Bergankunft in Bourscheid sollte dann Kapitän Colin Stüssi das Klassement absichern. Doch ein technischer Defekt zur Unzeit warf den Schweizer aus der entscheidenden Selektion. "Auf der entscheidenden Bergetappe hatte Colin einen Defekt. Wir haben ihn zwar zurückgebracht, aber das hat zu viel gekostet", sagte Renger. Aus der zweiten Reihe rückte daraufhin Dominik Röber ins Rampenlicht. Der Deutsche hielt auf den schwersten Anstiegen den Anschluss an die erste Verfolgergruppe und verteidigte seinen Platz auch über die folgenden Tage hinweg.

Mit Rang 17 in der Gesamtwertung – 45 Sekunden hinter dem Gesamtsieger Matisse Van Kerckhove (Visma - Lease a Bike) – beendete Röber den Flèche du Sud als bester Vorarlberger. "Röber hat das Beste aus der Situation gemacht und mit einer Top 20 im GC können wir bei ihm jetzt zufrieden sein", bilanzierte Renger. Mit der Rundfahrt in Luxemburg geht für sein Team außerdem ein dichter Frühjahrsblock zu Ende: "Jetzt ist erstmal ein großer und erfolgreicher Rennblock zu Ende gegangen."

Hrinkow: Visma-Festspiele und ein behutsames Comeback

Für Hrinkow - Advarics markiert der Flèche du Sud traditionell den Übergang in die wichtigste Phase der Saison. "Flèche du Sud ist immer ein wichtiges Rennen für uns, weil es quasi die Saisonhighlights einläutet", meinte das Team gegenüber RSN. Dass an den dominanten WorldTour-Junioren von Visma - Lease a Bike kaum vorbeizukommen war, mussten die Österreicher früh akzeptieren. Trotzdem zeigte sich die Mannschaft aus Linz an mehreren Tagen in der Offensive: Valentin Poschacher mischte auf der 3. Etappe nach Bourscheid in der Fluchtgruppe mit, auf der Schlussetappe in Esch-sur-Alzette gehörte David Paumann zur Fluchtgruppe.

Auf der Königsetappe wusste außerdem Loïc Bettendorff zu überzeugen. Besonderes Augenmerk lag derweil auf Filippo Fortin: Der Italiener gab in Luxemburg sein Comeback, nachdem er sich bei der Tour de Taiwan im Frühjahr das Schlüsselbein gebrochen hatte. "Natürlich ist er noch nicht bei 100 Prozent, was auch nicht der Anspruch war. Aber er kommt langsam wieder in den Rhythmus und kann sich Schritt für Schritt die Form aufbauen", hieß es weiter aus dem Team.

Als nächste Bewährungsprobe steht für Hrinkow - Advarics die Oberösterreich-Rundfahrt auf dem Programm – das erste heimische Saisonhighlight, auf das die fünf intensiven Tage in Luxemburg gezielt hingeführt haben sollen.

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