Rundfahrtcoup für Lotto - Kern Haus

Wallenborn stürmt aufs Podium des Flèche du Sud

Von Arthur Lenné

Foto zu dem Text "Wallenborn stürmt aufs Podium des Flèche du Sud"
Podest in Luxemburg: Hinter Matisse van Kerckhove (Visma - Lease a Bike) und dem Luxemburger Mats Wenzel komplettierte Arno Wallenborn das Flèche-du-Sud-Podium. | Foto: Lotto - Kern Haus - Outlet Montabaur

18.05.2026  |  (rsn) - Parallel zum Klassiker Rund um Köln (1.1) waren zwei deutsche Kontinental-Teams beim Flèche du Sud (2.1) in Luxemburg im Einsatz. Bei der anspruchsvollen, in diesem Jahr hochgestuften Rundfahrt feierte Lotto - Kern Haus - Outlet Montabaur dank Arno Wallenborn einen herausragenden Podestplatz im Gesamtklassement. Storck - MRW Bau präsentierte sich mannschaftlich geschlossen stark, hatte jedoch mit Rennpech zu kämpfen.

Für Lotto - Kern Haus - Outlet Montabaur begann die Rundfahrt vielversprechend. Bereits auf der Auftaktetappe in Stadtbredimus sicherte sich Mil Morang den fünften Platz. Das Hauptaugenmerk lag jedoch auf der Königsetappe am Freitag mit Ziel in Bourscheid. Hier zeigte Wallenborn seine Kletterqualitäten, wurde Etappenzweiter hinter Matisse van Kerckhove (Visma - Lease a Bike) und schob sich auf Rang vier im Gesamtklassement vor.

"Am nächsten Tag hat sich Arno im Sprint gut platziert und es geschafft, sich auf Rang drei vorzuschieben", erklärte der Sportliche Leiter Marcel Meisen im Gespräch mit RSN. Auf der Schlussetappe in Esch-sur-Alzette hoffte das Team noch auf den großen Coup. "Wir wollten natürlich noch mal probieren, ihn vielleicht noch weiter vor zu kriegen oder die Rundfahrt zu gewinnen. Aber der Schlusskurs war relativ einfach und die anderen Teams haben nicht wirklich probiert, Visma - Lease a Bike das Leben schwer zu machen", führte Meisen aus. 

Letztlich behauptete Wallenborn in der Sprintankunft seine Position und beendete die Flèche du Sud als Gesamtdritter – fünf Sekunden hinter Gesamtsieger Van Kerckhove und zeitgleich mit dem zweitplatzierten Luxemburger Mats Wenzel. "Bei einer 2.1-Rundfahrt Dritter zu werden, ist für uns ein sehr schöner Erfolg", resümierte Meisen.

Storck - MRW Bau: Starke Auftritte, aber Pech für Cadena

Storck - MRW Bau erlebte eine Woche mit Höhen und Tiefen. Der Fokus lag auf der Entwicklung der jüngeren Fahrer in den oft sehr technischen Sprints sowie auf der Königsetappe nach Bourscheid. Dort fehlten Kapitän Edgar Cadena laut dem Sportlichen Leiter Zak Coleman nach einem dichten Rennblock und einer krankheitsbedingten Unterbrechung nach der Tour of Hellas noch ein paar Prozent. Dennoch reichte es für Cadena zu Tagesrang zehn, und Storck - MRW Bau durfte sich über eine starke Teamleistung freuen. "Wir hatten vier Fahrer in der entscheidenden Selektion und waren die zweitbeste Mannschaft des Tages. Darauf waren wir sehr stolz", betonte Coleman gegenüber RSN.

Am Samstag, auf der 4. Etappe rund um Steinfort, wollte das Team das Rennen früh schwer machen. Nach Vorarbeit seiner Teamkollegen griff Cadena auf der Schlussrunde an und forcierte eine rund 25-köpfige Spitzengruppe, aus der heraus er gute Chancen auf ein Top-Ergebnis im Sprint hatte. 

Doch dann schlug das Pech zu: Auf dem letzten Kilometer bog das Führungsmotorrad versehentlich in die für die Teamwagen vorgesehene Umleitung ab, ein fehlgeleiteter Streckenposten dirigierte einen großen Teil des Feldes hinterher. Zwar wurden die Zeitabstände später von der Rennjury neutralisiert, doch das Team verlor im Gesamtklassement durch die unglückliche Etappenplatzierung – Cadena rutschte aus den Top Ten und beendete die Rundfahrt schließlich auf Rang elf.

"Trotz einiger Frustration verlassen wir den Flèche du Sud mit einem positiven Gefühl", bilanzierte Coleman, der die aggressive Fahrweise und den dritten Platz in der Mannschaftswertung lobend hervorhob: "Die Jungs haben den Plan an allen Tagen perfekt umgesetzt und hervorragendes Teamwork gezeigt."

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