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29.05.2026 | (rsn) – Der 19. Tagesabschnitt wurde als die Königsetappe des 109. Giro d’Italia
angekündigt – er enttäuschte nicht, obwohl es bei den Favoriten erst 3,1 Kilometer vor dem Ziel die erste Attacke gab, bei der Felix Gall (Decathlon – CMA CGM), Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) und Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe) die Besten waren.Um den Tagessieg ging es da aber nicht mehr, den machten starke Ausreißer unter sich aus. Giulio Ciccone (Lidl – Trek) hatte sich in der Abfahrt des vorletzten Berges gelöst, wurde aber von Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) 2,3 Kilometer vor dem Ziel im Schlussanstieg überholt. Der US-Amerikaner gewann vor Derek Gee-West und dessen Teamkollegen Ciccone.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike / Sieger / Ziel-Interview): “Ehrlicherweise war der Etappensieg nie das Hauptziel bei diesem Giro d’Italia. Wir wollten das Rosa Trikot mit Jonas gewinnen. Und das sieht bis jetzt ganz gut aus. Aber als sie mir letzte Nacht gesagt haben, dass ich die Möglichkeit bekomme, in die Ausreißergruppe zu gehen, wusste ich, dass ich meine Chance nutzen musste.“
Derek Gee-West (Lidl – Trek / Zweiter / Eurosport): “Es war sehr hart, gleich von Beginn an. Ich war zusammen mit den Klassementfahrern, aber Tudor hat eine tolle Attacke gemacht und ich habe mich entschlossen, da mitzugehen. Als Cicco in der Abfahrt weggefahren ist und es hinten etwas ungeordnet war, dachte ich, dass wir den Etappensieg haben. Hut ab vor Sepp (Kuss). Er hat im Tal richtig viel Tempo gemacht, ich bin genau hinter ihm gefahren.“
Giulio Ciccone (Lidl - Trek / Dritter / Eurosport): "Heute war eine Etappe, auf der jeder, der wollte, attackieren konnte. Das erste Teilstück wurde extrem schnell gefahren, das Feld ist sofort auseinandergebrochen. Ich habe unglaublich viel für das Trikot investiert, um die Punkte zu holen. Ich musste so fahren, das war die einzige Lösung, die ich hatte."
Felix Gall (Decathlon – CMA CGM / Vierter / Eurosport): “Ich habe mich den ganzen Tag sehr gut gefühlt. Am Morgen habe ich eine gewisse Nervosität oder Spannung verspürt, was ich so normalerweise nicht habe. Aber das war ein gutes Zeichen. Als wir in den ersten Anstieg reingefahren sind, habe ich direkt gemerkt, dass ich mich gut fühle und habe dann tatsächlich – was ungewöhnlich ist – die Landschaft ein wenig genießen können. Der Schlussanstieg ist brutal ausgefahren worden. Ich bin sehr zufrieden.“
Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe / Sechster / Eurosport): “Es war ein harter Tag mit wirklich epischen Anstiegen. Ich bin wirklich stolz auf die Jungs, wie sie heute gefahren sind. Es war auch ein verrückter Tag auf taktischer Ebene mit den ganzen GC-Fahrern in der Ausreißergruppe. Unser Plan war es, Giulio (Pellizzari) in der Gruppe zu haben. Entweder für den Etappensieg oder um mir irgendwann helfen zu können. Vielen Dank an ihn, aber auch wie wir insgesamt heute gefahren sind.“
Thymen Arensman (Netcompany – Ineos / Zwölfter / Eurosport): “Das Ziel ist erst in Rom, deswegen musst du immer weiterkämpfen. Ich habe heute alles gegeben. Darauf kann ich stolz sein. Vor allem aber bin ich stolz auf das Team, jeder ist für mich gefahren. Es ist sehr speziell, Egan (Bernal) als Helfer zu haben. Er hat den Giro und die Tour gewonnen. Und er teilt mit mir immer seine Erfahrungen. Es macht mich stolz und ich fühle mich geehrt, dass dieser Champion für mich fährt.“
Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / Fünfter / Eurosport): “Ich bin sehr stolz auf Sepp (Kuss). Er ist einfach so ein großartiger Mensch. Er ist derjenige, über den jeder sagt, dass er es immer verdient. Und er ist der Typ, der nie um etwas bittet. Dass er dann die Etappe gewinnt, ist unglaublich. Er ist so ein großer Teil meiner Grand Tour-Siege. Er war immer da, als ich eine gewonnen habe. Das zeigt, wie wichtig er ist. Dass ich ihm jetzt die Möglichkeit geben konnte, ist sehr schön für mich.“
Michael Storer (Tudor / Zehnter / CyclingPro.net): “Es war ein wirklich guter Tag für das Team. Es war definitiv nicht der Plan, aber der Giro ist so – gerade in den Bergen. Erwarte das Unerwartete! Caruso ist wieder in die Gruppe gegangen – dass konnten wir nicht nochmal geschehen lassen. Wir musste hinterher. Die Jungs waren extrem stark, superbeeindruckend. Wir sind als Team fantastisch gefahren und können superstolz sein. Ich denke, dass es ein Vorteil war, vor der Favoritengruppe zu fahren. Einen Vorsprung vor dem Schlussanstieg zu haben, hat definitiv geholfen.“
Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora - hansgrohe / 15. / CyclingPro-net): “Das Ziel war die Etappe aus der Gruppe heraus zu gewinnen. Wenn Jai meine Hilfe brauchen würde, sollte ich auf ihn warten. Das habe ich dann gemacht, als ich merkte, dass der Sieg für mich unmöglich war. Ich habe ihm nicht richtig viel helfen können, aber wenn man sich die letzten Tage ansieht, war es genug.“
Afonso Eulalio (Bahrain Victorious / 16. / CyclingPro.net): “Ich habe mich nicht wirklich schlecht gefühlt. Aber die anderen waren offensichtlich besser als ich. Da gibt es nicht viel hinzuzufügen. Ich war eigentlich immer vorne dabei, aber ich habe ziemlich viel gelitten. Ich habe die ganze Zeit gesehen, dass immer weniger Fahrer in der Gruppe dabei waren. Aber am Ende gab es nicht wirklich viel, was ich tun konnte. Ich hatte vor dem letzten Anstieg nicht mehr viel Kraft übrig. Da war ich schon an der Grenze. Es waren die längsten fünf Kilometer in meinem Leben."