Tudor beeindruckt mit Kraftakt am Duran

Storer: “Der Giro ist so – erwarte das Unerwartete!“

Von Felix Mattis

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Das Team Tudor Pro Cycling führt die Spitzengruppe auf der 19. Etappe an. | Foto: Cor Vos

29.05.2026  |  (rsn) – Am Ende der Etappe ging es fast etwas unter, doch einen beeindruckenden Auftritt legte am Freitag das Schweizer Tudor-Team aufs Dolomiten-Parkett. Durch einen wahren Kraftakt am ersten Berg des Tages, dem Passo Duran (1. Kat.) fanden sich schließlich vier 'Men in Black' in der großen Spitzengruppe des Tages wieder. Und auch wenn keiner von ihnen am Ende die Etappe gewann oder anderweitig das Podium betrat, so konnte man rund um Michael Storer, Mathys Rondel, Florian Stork und Co. sehr happy mit dieser Giro-Königsetappe sein.

"Es war ein wirklich guter Tag für das Team", befand der Australier Storer im Ziel, das er 1:19 Minuten nach Sieger Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) als Zehnter erreichte und damit als Sechster der einstigen Spitzengruppe. Sein sieben Jahre jüngerer Teamkollege aus Frankreich, Rondel, wurde Etappen-14. (+ 2:17).

In der Gesamtwertung rückte Rondel damit vom zwölften auf den elften Platz vor und Storer machte zwar keine Position, aber immerhin Zeit gut und ist mit nur noch 24 Sekunden Rückstand auf Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) nun Siebter.

"Natürlich ist das große Ziel immer der Etappensieg in so einer Gruppe, mit Michael oder Mathys. Michael kam nah an die Top 5 ran, aber als es mit nur noch einer Minute Vorsprung in den letzten Anstieg ging, war das nicht mehr möglich", meinte Tudors Sportlicher Leiter Matteo Tosatto. "Trotzdem war es eine sehr gute Leistung von Michael, und auch von Mathys – und vom ganzen Team: Will Barta, Florian (Stork), alle haben eine tolle Leistung gezeigt!"

Besonders im Fokus stand Tudor gleich am ersten Berg. Als sich nach den flacheren ersten 45 Kilometern am Kategorie-1-Anstieg endlich eine größere Spitzengruppe löste, zu der auch sofort Stork gehörte, erkannte man bei Tudor: Die Konstellation da vorne gefällt uns nicht!

Caruso in der Spitzengruppe? "Das konnten wir nicht zulassen!"

Denn in der Spitze war Damiano Caruso (Bahrain Victorious) dabei, der vor der Etappe nur 1:20 Minuten hinter Storer in der Gesamtwertung lag. Also fuhren auch der Australier sowie Rondel und der US-Amerikaner Barta los, setzten der Gruppe nach und schlossen nach und nach zu ihr auf – mit dem nur fünf Sekunden vor Storer liegenden und daher nun durch ihn wiederum gefährdeten Derek Gee-West (Lidl – Trek) im Schlepptau.

"Es war definitiv nicht der Plan, aber der Giro ist so – gerade in den Bergen. Erwarte das Unerwartete! Caruso ist wieder in die Gruppe gegangen und das konnten wir nicht nochmal zulassen. Wir mussten hinterher! Die Jungs waren extrem stark, superbeeindruckend! Wir sind als Team fantastisch gefahren und können superstolz sein", meinte Storer.

Im Etappenverlauf arbeiteten sich Stork und Barta auf, doch Rondel und vor allem Storer blieben vorne dabei. Dass es nicht zu einem noch besseren Ergebnis reichte, begründete Tosatto in der Konstellation bei den Spitzenreitern nach dem Passo Falzarego, als Giulio Ciccone (Lidl – Trek) allein davonfuhr.

"Zwei Fahrer morgen Abend in den Top 10, das wäre perfekt"

"Das war der Fehler für die Gruppe. Danach haben nur noch Michael (Storer) und Sepp Kuss Tempo gemacht. So hat die Gruppe dann eine Minute auf den letzten sieben Kilometern vor dem Schlussanstieg auf die Favoritengruppe verloren", sagte Tosatto zu Eurosport und fand: "Am Ende muss man Kuss gratulieren, das war ein toller Ritt. Aber Gee hätte die Etappe auch gewinnen und auch noch nah ans Gesamtpodium heranrücken können, wenn sie (Lidl – Trek, Anm. d. Red.) es anders gemacht hätten."

Vor der letzten Bergetappe am Samstag, während der es zwei Mal die 14,5 Kilometer lange und im Schnitt sieben Prozent steile Rampe nach Piancavallo hinaufgeht, geht es für Tudor nun darum, noch ein kleines bisschen Boden gutzumachen: "Die Top 5 werden schwer, aber das Ziel ist, nochmal Zeit gutzumachen im GC – auch mit Mathys. Wenn wir morgen Abend zwei Fahrer in den Top 10 auf der Etappe und im GC haben, dann ist das perfekt", meinte Tosatto. Dafür müsste Rondel noch 22 Sekunden auf Egan Bernal (Netcompany – Ineos) oder 2:32 Minuten auf Damiano Caruso (Bahrain Victorious) gutmachen.

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