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30.05.2026 | (rsn) - Auch die letzte Bergankunft des 109. Giro d’Italia ist zur Beute von Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) geworden. Der Mann in Rosa gewann in Piancavallo seine fünfte Etappe mit 1:15 Vorsprung zum scheinbar auf Platz zwei abonnierten Felix Gall (Decathlon – CMA CGM). Zeitgleich kam der Australier Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe) nach 200 Kilometern als Dritter ins Ziel. Vierter wurde Derek Gee-West (Lidl – Trek, +1:15 Minuten) aus Kanada.
Dank seines bärenstarken Teamkollegen Egan Bernal konnte Thymen Arensman (Netcompany – Ineos) seinen vierten Gesamtrang verteidigen. Der Niederländer büßte zwar im Zielsprint vier Sekunden ein, doch das genügte locker, um Gee-West auf Distanz zu halten. Sein kolumbianischer Edelhelfer Bernal kam mit 1:25 Minuten Rückstand als Sechster an.
“Ich bin Radprofi. Ich will so viel wie möglich gewinnen. Wir haben uns entschieden, heute wieder auf Etappensieg zu fahren“, sagte der designierte Gesamtsieger nach dem Rennen. “Es war der letzte Tag in den Bergen, an dem alles entschieden wurde“, so Vingegaard weiter, der erneut sein Team lobte. Es sei speziell für ihn, fünf Etappen zu gewinnen und einen derart großen Vorsprung zu haben. Mit 5:18 Minuten führt der Däne nun vor Gall, Hindley ist mit derer 6:19 Dritter.
Auch im Kampf um das Trikot des besten Nachwuchsfahrers gab es keine Veränderungen mehr. Der Portugiese Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) wurde mit 2:03 Minuten Rückstand auf Vingegaard Tagessiebter. Sein letzter verbliebener Rivale im Kampf um Weiß, Davide Piganzoli (Visma – Lease a Bike) aus Italien, folgte mit zehn Sekunden Rückstand auf Rang zehn.
Die Bergwertung entschied dessen Landsmann Giulio Pellizzari (Lidl – Trek) mehr oder weniger kampflos für sich, da Vingegaard kein Interesse an diesem Sonderklassement zeigte. Der Lidl-Trek-Profi erhöhte seinen Vorsprung auf den Dänen zwischenzeitlich noch einmal um sechs Zähler und bleib trotz Vingegaards erneutem Etappensieg mit elf Punkten vorn.
Auf den ersten zehn Plätzen der Gesamtwertung gab es keine Verschiebungen mehr. Längst entschieden war die Punktwertung – das Maglia Ciclamino nimmt morgen Paul Magnier (Soudal – Quick Step) mit nach Frankreich.
Als bester Deutscher beendete Florian Stork (Tudor, +4:43) die Etappe auf Position 17. In der Gesamtwertung liegt Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora – hansgrohe) als 30. aber weiterhin vor ihm.
Jonas Geens (Alpecin - Premier Tech), Axel Huens (Groupama - FDJ United), Jack Haig (Netcompany - Ineos), Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) und Guillermo Silva (XDS – Astana) setzten sich in der Anfangsphase der Etappe ab. Manuele Tarozzi (Bardiani - CSF - 7 Saber) und Larry Warbasse (Tudor) schlossen sich dem Quintett nach einigen Kilometern an. Diese sieben Fahrer bauten bis zu 5:15 Minuten Vorsprung auf. Visma – Lease a Bike kontrollierte das Rennen.
Mit 4:40 Minuten Vorsprung erreichte die Spitzengruppe zum ersten Mal den Piancavallo (1.Kat.), der die Hauptschwierigkeit des Tages bildete. Neun Kilometer vor der Bergwertung mussten Silva und Tarozzi abreißen lassen, kurz darauf wurde es auch Huens und Geens zu schnell. Der Vorsprung der Ausreißer schmolz unter dem Tempodiktat von Tim Rex und Victor Campenaerts (beide Visma – Lease a Bike) schnell auf unter zwei Minuten.
Das Streckenprofil der 20. Etappe des Giro d‘Italia | Foto: Veranstalter
Haig, Leknessund und Warbasse erreichten die Bergwertung noch mit 1:10 Minuten Vorsprung. Huens und Geens kamen auch noch vor der Favoritengruppe oben an. Ciccone sprintete auf den sechsten Platz und bekam dafür vier Punkte, Vingegaard hielt nicht dagegen – damit war der Kampf um das Bergtrikot entschieden.
In der Abfahrt schloss Huens wieder zur Spitze auf, er brachte Igor Arrieta (UAE – Emirates – XRG) und Ludovico Crescioli (Polti – VisitMalta) mit, die sich in der Abfahrt gelöst hatten. Am Red-Bull-Sprint 23,7 Kilometer vor dem Ziel hatte das neue Sextett wieder zwei Minuten Vorsprung, während im Feld ausschließlich Campenaerts Tempo machte.
Bei der zweiten Auffahrt zum Piancavallo fielen Huens und Haig früh zurück. Bei den Favoriten übernahm Bart Lemmen (Visma – Lease a Bike) von Campenaerts. So schmolz der Abstand zur Spitze erneut schnell dahin. Zwölf Kilometer vor dem Ende attackierte Crescioli mit noch einer Minute Vorsprung. In der Phase hatte Vingegaard Piganzoli als einzigen Helfer bei sich.
Doch der musste nur kurz Tempo machen, weil Vingegaard angriff und nur Gall wenige Hundert Meter lang folgen konnte. Circa 11 Kilometer vor dem Ziel war der Däne allein und fuhr einen Ausreißer nach dem anderen auf.
Neun Kilometer vor dem Ziel griff Gee-West mit Hindley am Hinterrad an. Bernal versuchte, die Lücke für Arensman klein zu halten. Eulalio konnte noch eine Weile bei dem Netcompany–Ineos-Duo bleiben, fiel dann aber zurück und wurde auch von Piganzoli eingesammelt. 4,5 Kilometer vor Schluss hatte Gee-West ohne Hindleys Hilfe Gall wieder gestellt. Das Trio lag da bereits 1:10 Minuten hinter Vingegaard. Kurze Zeit später brachte Bernal Arensman wieder zu den drei Konkurrenten zurück.
Auf den verbleibenden Kilometern konnte sich Eulalio noch einmal von Piganzoli lösen, sodass auch der Kampf um Weiß entschieden war. Vingegaard erreichte scheinbar locker mit 1:15 Minuten Vorsprung das Ziel. Hinter ihm sprintete Gall abermals auf Rang zwei vor Hindley und Gee-West. Mit wenigen Sekunden Rückstand zu diesem Trio erreichte Arensman den Strich.
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