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31.05.2026 | (rsn) – Bas Tietema beendete 2018 wegen Hautproblemen im Alter von 23 Jahren seine Karriere als Radfahrer. Im BMC Development Team hatte er als Dritter bei Paris-Roubaix Espoirs (1.2U) seinen größten Erfolg gefeiert. Der charismatische Niederländer begann seinen 2011 gegründeten Youtube-Kanal Tour de Tietema ab 2019 zu professionalisieren. Erst durch ihn gelangte er zu internationaler Bekanntheit, denn seine Videos waren bei Fans und Fahrern beliebt. Bei Letzteren nicht zuletzt wegen der riesigen Menge gratis Pizzen, die Tour de Tietema einige Jahre am Ende der Tour de France im Peloton verteilte.
Wir spulen sieben Jahre vor. Tietema ist Teamchef eines Zweitdivisionärs. Der wurde nach seiner Gründung im KT-Bereich oft verspottet, auch weil der inzwischen 31-Jährige große Ziele ausgab: Bei der Tour de France 2026 sollte sein Rennstall dabei sein. Ein scheinbar absurdes Ziel, das aber durch intelligente Arbeit Schritt für Schritt näher kam. Letztendlich hat es nicht geklappt und Unibet wurde sehr überraschend die Wildcard bei der Grande Boucle verwehrt – dafür durfte man beim Giro d’Italia erstmals bei einer Grand Tour ran.
Einer der Schritte, die die Mannschaft zur Tour führen sollte, war die Verpflichtung von Dylan Groenewegen im Winter. Der Sprinter, der ein Jahr älter ist als sein Chef, hatte einige magere Saisons hinter sich, schaffte im Frühjahr bei Unibet aber den Sprung zurück in die Weltspitze. Wohl auch mithilfe von Marcel Kittel, der als Sprintcoach engagiert wurde.
Um den Niederländer wurde – mit Ausnahme des ebenfalls im Winter gekommenen Wout Poels – die gesamte Mannschaft in Italien aufgebaut. “Ein Etappensieg war das große Ziel des Teams für diesen Giro“, erzählte Groenewegen am Eurosport-Mikrofon. Erreicht haben sie ihn nicht. “Wir kamen ihm sehr nah. Wir sind ein paar sehr starke Leadouts gefahren. Wir haben viel gelernt. Aber der Sieg fehlt. Das ist schade, aber wir können es jetzt nicht mehr ändern.“
Die Plätze drei, vier und sechs belegte der Amsterdammer, in Neapel stürzte er in perfekter Position liegend in der letzten Kurve. Sein Zug bestimmte alle Flachetappen mit, Poels wurde 22. der Gesamtwertung und steuerte zwei Top-Ten Platzierungen bei. Niklas Larsen und Lukas Kubis erreichten ebenfalls je einmal die besten Zehn. Vom mitunter etwas albernen Image von Tietema ist nichts mehr übrig, seine Fahrer haben auf dem höchsten Niveau mitgehalten, auch wenn es für den Sieg in Rom erneut nicht gereicht hat.
”Ich habe mit Magnier um eine gute Position gekämpft. Da habe ich ein wenig Geschwindigkeit verloren, letztendlich hat aber heute der Schnellste gewonnen – und das war Milan“, meinte Groenewegen anerkennend. “Die Zielgerade war nicht zu schwer, ich habe nur das Momentum verloren, Magnier auch“, fügte er an. Während der Gewinner von drei Etappen und dem Ciclamino als Elfter ins Ziel kam, beendete der Unibet-Sprinter das letzte Teilstück als Vierter.
Und da er schon seit Tagen von der Rom-Etappe redete, war er darüber tief enttäuscht – aber er blieb auch realistisch: “Wir fahren immer, um zu gewinnen. Das haben wir hier gezeigt. Das ist das einzige Ziel. Das hat nicht geklappt, das ist schade. Wir müssen aber auch die positiven Punkte sehen. Es war die erste Grand Tour für das Team – das ist für die gesamte Organisation eine Herausforderung. Das ist alles sehr gut verlaufen – und der nächste Schritt bleibt der Etappensieg“, blickte er voraus. Aber zunächst gibt es vermutlich – dafür wird der Teamchef sorgen - Pizza.