Die Stimmen zur 21. Etappe des Giro d´Italia

Plugge: “Normalerweise trage ich diesen Blazer nicht“

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Visma-Teamchef Richard Plugge mit Jonas Vingegaard und der Trofeo Senza Fine. | Foto: Cor Vos

31.05.2026  |  (rsn) – Die Schlussetappe des 109. Giro d'Italia (2.UWT) ist in Rom mit dem erwarteten Massensprint zu Ende gegangen – auch wenn Filippo Ganna (Netcompany – Ineos) die Sprinter-Teams mit seinem Angriff auf den Schlussrunden noch vor eine schwere Aufgabe stellte. Am Ende jubelte Jonathan Milan und sorgte somit für die totale Ekstase bei Lidl – Trek, das am Ende der drei Wochen doch noch den ersehnten Etappensieg feiern konnte. Unterdessen fehlten Jonas Vingegaard im ersten Interview als Giro-Gesamtsieger die Worte.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 21. Etappe des Giro d'Italia:

Jonathan Milan (Lidl – Trek / Etappensieger / Flash-Interview): "Das Gefühl ist wunderschön. Nach drei Wochen auf der Jagd nach diesem Sieg, dann die letzte Etappe in Rom zu gewinnen, das zeigt, dass wir den Kopf oben gehalten und nie aufgegeben haben. Mit Derek (Gee-West) und Giulio (Ciccone) haben wir tolle Ergebnisse erzielt und uns fehlte nur noch der Sieg. Wir haben immer weitergekämpft und an diesen Sieg und an uns gegenseitig geglaubt. Ich bin superfroh, dass ich es heute geschafft habe, nachdem ich hier in Rom vorher nie was erreicht habe."

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / Gesamtsieger / Flash-Interview): "Es ist wirklich großartig. Das ist etwas, wovon ich mein ganzes Leben geträumt habe. Das jetzt wirklich zu schaffen ist etwas wirklich Besonderes. Ich habe davon geträumt, dieses Rennen zu gewinnen, und… ja, mir fehlen die Worte. Dass meine Familie hier ist, macht es noch besonderer und treibt mir die Tränen in die Augen. Sie sind immer da für mich."

Felix Gall (Decathlon - CMA CGM / Gesamtzweiter / TNT Sports ): "Das war mein großes Ziel, als ich in diesen Giro gegangen bin. Ich glaube, ich brauche ein paar Tage, um zu realisieren, wie gut die letzten drei Wochen waren. Jeder im Team hat in dieser Zeit einen Schritt nach vorne gemacht und ich selbst habe auch nicht nur physisch einen Sprung gemacht. Das Selbstbewusstsein und die Art Rennen zu fahren, hat sich bei mir in den letzten Jahren nochmals verbessert. Ein großer Schritt in meiner Karriere und mein bestes Rennen bisher. Jonas (Vingegaard) und Tadej (Pogacar) sind die besten Rundfahrer der Welt und jetzt neben Jonas auf dem Podium zu stehen, macht mich schon sehr stolz."

Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe / Gesamtdritter / Eurosport): "Der Radsport ist über die Jahre definitiv härter geworden und das Level inzwischen viel, viel höher als 2022, als ich gewonnen habe. Es ist wirklich schön, zurück auf dem Podium zu sein. 'Giulione' (Pellizzari) ist ein großes Talent. Es ist immer schön, mit ihm Rennen zu fahren und er hat noch eine sehr schöne Zukunft vor sich. Der italienische Radsport ist bei ihm in guten Händen."

Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets / Etappen-4. / Eurosport): ”Ich habe mit Magnier um eine gute Position gekämpft. Da habe ich ein wenig Geschwindigkeit verloren, letztendlich hat aber heute der Schnellste gewonnen – und das war Milan. Die Zielgerade war nicht zu schwer, ich habe nur das Momentum verloren, Magnier auch. Dann kamen wir von hinten – und das war das Ergebnis.“

Paul Magnier (Soudal – Quick-Step / Etappen-11. / Mixed Zone): "Jasper war vorne, also mussten wir eine Runde vor Schluss nicht wirklich unsere Körner verschießen. Danach ging alles ziemlich schnell. Ich glaube, ich habe bei 500-600 Metern einen kleinen Fehler gemacht, weil ich etwas zu weit vorne war. Aber letztes Jahr hatten Van Aert und Affini ja ein ähnliches Leadout hingelegt (für Sieger Olav Kooij, Anm. d. Red.). Das wollten wir auch versuchen, aber Fabio hat in der Senke ein bisschen an Schwung verloren und es war, als würde ich gegen eine Wand fahren und die anderen kamen von hinten mit dem ganzen Speed angeschossen."

Casper van Uden (Picnic – PostNL / Etappen-21. / Eurosport): "Ich wollte Tobias‘ (Lund) Hinterrad nehmen. Das ging okay, bis zu den letzten 1,2 Kilometern. Dann habe ich gezockt und verloren. Ich war nicht gut genug, nicht schnell genug und deswegen konnte ich nicht bei ihm bleiben. Dann hat man nichts. Aber das gehört leider auch dazu und gibt mir mehr Motivation, um härter zu trainieren und besser zu werden. Ja, mir fehlen auch zwei Teamkollegen, aber ich finde, dass ich auch ohne sie besser sein sollte. Ich denke nicht, dass es ehrlich wäre, alles darauf zu schieben. Ich muss die Fehler vor allem bei mir selbst suchen, besser werden und dann wieder vorn mitspielen."

Max Walscheid (Lidl - Trek / Etappen-44. / Eurosport): "Ich freue mich extrem! Wir haben 20 Etappen lang ein gute Arbeit gemacht und sind heute auf der 21. mit dem Sieg belohnt worden. Es ist nicht nur der Etappensieg heute, sondern auch der fünfte Platz von Derek (Gee-West) im Gesamtklassement und natürlich das Bergtrikot von Giulio (Ciccone). Insofern ein toller Giro für uns mit einem super Abschluss. Das war schon emotional. Die letzte Etappe ist die, die in Erinnerung bleibt und man fährt auch nicht alle Tage neben dem Colosseum Rennen. Als ich mein Lead-Out gefahren bin und habe Jonny (Milan) zum Hügel hochsprinten sehen, war das schon sehr emotional."

Victor Campenaerts (Visma - Lease a Bike / Etappen-106. / Eurosport): "Es ist großartig, dieser Tag ist fantastisch. Für mich geht es aber um die gesamte Erfahrung. Die Vorbereitung, das Höhentrainingslager, die Gespräche über die Etappen schon Monate vor dem Giro – und dann hierherzukommen und abzuliefern. Vielleicht sieht es einfach aus oder wirkt, als wäre alles nach Plan gelaufen – und ja, all das war geplant und programmiert, einfach sehr gut vorbereitet. Genau das macht es so schön. Wir wissen, was hinter den Kulissen passiert, wie hart wir dafür gearbeitet haben. Es gibt diesen Film, Into the Wild, und am Ende heißt es: 'Glück existiert nur, wenn man es teilt.'"

Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek / Etappen-120. / Eurosport): "Wir haben heute den Etappensieg geholt, für den wir hierhergekommen sind. Auch, wenn es sicherlich gerne mehr als einer hätte sein können ist das ein krönender Abschluss und perfekt für uns. Ich war mir nicht sicher, ob der gewonnen hat. Aber dann habe ich zum Visma-Auto geschaut und den Daumen hoch gesehen. Da wusste ich dann, dass wir gewonnen haben. Nach den Torturen der letzten drei Wochen ist es angemessen, ordentlich zu feiern. Heute Abend wird eskaliert!"

Bernhard Eisel (Lidl – Trek / Sportlicher Leiter / Eurosport): "Der Druck war ziemlich groß – für alle. Und es war wirklich eine Erlösung, als er über die Linie kam. Gregy wollte es erst nicht glauben, bis er es sehen konnte – und wir hatten etwa ein 40-Sekunden-Delay auf unserem TV. Über Funk haben alle schon geschrien und gejubelt, nur Gregy nicht. Aber dieser Moment, als alle nur noch geschrien haben – selbst Max, nachdem er ausgeschert ist, hat auf den letzten 100 Metern nur noch in den Funk gebrüllt."

Arthur van Dongen (Visma – Lease a Bike / Sportlicher Leiter / Eurosport): "Das ist unser zehnter Grand-Tour-Erfolg in kurzer Zeit. Wir sind enorm glückloch und haben eine fantastische Rundfahrt absolviert - nicht nur mit Jonas Vingegaard, sondern mit einer sehr starken Mannschaft. Obwohl Wilco Kelderman schnell nach Hause musste, haben wir bewiesen, dass das hier eine Teamleistung war. Jetzt gehen wir mit der ganzen Gruppe zum Podium und heute Abend werden wir uns sicher noch die nötigen Pizzen und das nötige Bier reinhauen."

Marc Reef (Visma – Lease a Bike / Sportdirektor / Eurosport): "Er hat Geschichte geschrieben. Das (Gesamtsieg bei allen drei Grand Tours, Anm. d. Red.) ist im Radsport vor ihm nur sieben Fahrern gelungen und er ist in seiner Epoche, der erste der das erreicht hat. Das bedeutet eine Menge für Jonas und das Team. Seit dem Moment, als er zum Team gestoßen ist, haben wir alles für diesen Augenblick getan und es ist unglaublich, dass wir das gemeinsam geschafft haben."

Richard Plugge (Visma – Lease a Bike / Team-Manager / Eurosport): "Normalerweise trage ich diesen rosaroten Blazer nicht, aber heute haben wir den richtigen Anlass dafür – Jonas hat mir die Chance gegeben, ihn endlich wieder tragen zu dürfen (ein Jahr nach Simon Yates, Anm. d. Red.). Wir wollen dieses Gefühl wieder erleben. Das Gelbe Trikot ist das Beste, was es gibt. Unser Vertrauen ist außergewöhnlich, sowohl in diese Mannschaft als auch in Jonas. Bei der Tour wird er nur noch stärker sein, weil wir alles danach ausgerichtet haben, dass er dort seinen Peak erreicht. Wir freuen uns darauf."

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