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02.06.2026 | (rsn) – Gegen Anna van der Breggen (SD Worx – Protime), ihre frühere Teamkollegin und Sportliche Leiterin, hatten beide keine Chance. Im direkten Duell waren Demi Vollering (FDJ United - Suez) und Marlen Reusser (Movistar) aber sehr nah beieinander. Lediglich sechs Sekunden trennten beide im Bergzeitfahren der 4. Etappe des Giro d’Italia. Und während Vollering mit ihrer Leistung völlig zufrieden war, war es Reusser auch – und irgendwie doch nicht.
“Ich denke ich bin ein gutes, aber kein wirklich gutes Zeitfahren gefahren“, sagte die Schweizerin, die zwar eine ganze Weile im Hot Seat saß, den dann aber doch noch verlassen musste. Ein Grund dafür könnte die Wahl des Rades gewesen sein. Im Peloton waren zig verschiedene Setups zu finden. Straßenrad, Zeitfahrrad – Kristen Faulkner (EF Education – Oatly) wechselte unterwegs sogar – Scheiben hinten, hohe Felgen, tiefe Felgen, Mischvarianten. Während van der Breggen und Vollering mit Specialized-Zeitfahrmaschinen und Aufliegern und niedrigen Felgen unterwegs waren, nutze Reusser ein klassisches Straßenrad von Canyon.
“Vielleicht wäre das Zeitfahrrad schlauer gewesen, aber solche Gründe im Nachhinein zu nennen, ist immer einfach“, so Reusser, die aber auch sagte: “Ich würde aber nicht sagen, dass ich damit gewonnen hätte.“ Tatsächlich hat die 34-Jährige aber einen Großteil ihres Rückstandes im flachen, anfangs sogar abschüssigen ersten Abschnitt bis zur Zwischenzeit nach gut fünfeineinhalb Kilometern kassiert. Hatte sie sich dort bereits 42 ihrer 64 Sekunden auf van der Breggen eingefangen, war sie auch gegenüber Vollering um sechs Sekunden im Rückstand.
Was Reusser aber wesentlich mehr ärgerte als die vermeintlich falsche Radwahl, war ein ganz anderer Umstand. "Ich habe es verpasst, richtig tiefzugehen heute. Es hat sich zu gut angefühlt. Ich habe wirklich den Moment verpasst - es war viel zu 'leicht' für ein Zeitfahren. Das war nicht gut von mir, aber ich weiß auch nicht warum." Gut möglich, dass das auf die zuletzt fehlende Rennpraxis zurückzuführen ist. Denn für Reusser ist der Giro der erste Wettkampf seit der Flandern-Rundfahrt, die sie mit einem gebrochenen Lendenwirbel nicht beenden konnte. Und auf den bisherigen drei Giro-Etappen bot allenfalls die letzte Bergwertung am Vortag eine kurze Chance, auf Temperatur zu kommen, als die Klassementfavoritinnen kurz mal die Beine testeten.
So beurteilte das auch Vollering, die ebenfalls aus einer längeren, allerdings selbst gewählten Pause kommt. Die 29-Jährige war zuletzt bei Lüttich-Bastogne-Lüttich am Start (und siegreich). Eurosport sagte sie nach ihrem Zeitfahren: "Ich denke, der Effort gestern war gut, um die Beine nach den langsameren Flachetappen etwas aufzuwecken und sich mental auf heute vorzubereiten. Heute war es ein gutes erstes längeres Tiefgehen seit den Klassikern. Ich bin sehr happy mit meinem Effort.“
Und vor allem darum sei es gegangen, ein gutes Gefühl. "Das hier war das erste Ziel und jetzt schauen wir uns die anderen Etappen an. Ich hatte das Gefühl, dass ich gut pushen kann. Jetzt hoffe ich auf eine gute Erholung und dass ich so weitermachen kann."
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