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07.06.2026 | (rsn) – Achtzehn Mal waren EF Education – EasyPost und seine Vorgänger bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) beziehungsweise dem Critérium du Dauphiné dabei. Zweimal hatte man – mit Daniel Felipe Martinez und Andrew Talansky - den Gesamtsieg eingefahren, zu einem Etappensieg reichte es aber nie – bis heute.
Alex Baudin brach für die US-Amerikaner den Bann. Zum Auftakt der Rundfahrt rettete er aus der Gruppe des Tages 32 Sekunden auf die ersten zehn Verfolger aus dem Feld ins Ziel. Das zerfiel in der letzten Abfahrt in mehrere Teile. Ramses Debruyne (Alpecin – Premier Tech) wurde Zweiter vor Leo Bisiaux (Decathlon – CMA CGM). Kevin Vermerke (UAE – Emirates – XRG) überquerte den Zielstrich als Vierter vor Rudy Molard (Groupama – FDJ).
Für Baudin war der fünfte Profisieg sein bislang mit Abstand größter. “Ich glaube, ich habe es noch nicht wirklich realisiert. Ich habe erst 500 Meter vor dem Ziel daran geglaubt, zu gewinnen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, es ist einfach verrückt“, freute sich der 25-Jährige im Ziel-Interview. “Ich habe mir diese Etappe im Vorfeld genau angesehen. Im Rennen wusste ich nicht genau, ob ich gut genug bin, aber ich hatte heute fantastische Beine“, meinte er weiter.
Der Start bei seiner Heimatrundfahrt – seine gesamte Familie war beim Rennen anwesend - stand für den Franzosen zunächst unter keinem guten Stern. “Gestern am Morgen hatte ich noch eine Lebensmittelvergiftung. Ich hatte auf keinen Fall das Selbstvertrauen am Start, dass dieses Resultat herauskommen könnte“, berichtete er. Vielleicht hat ein Glücksbringer die Wende gebracht: “Heute Morgen hat meine Freundin einen Sticker unserer Katze auf mein Rad gemacht. Vielleicht hat sie schon gewusst, dass ich heute gewinnen werde“, lachte er.
Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché) war mit Baudin in der Gruppe des Tages, musste den und weitere Begleiter aber am dritten Anstieg fahren lassen. Bester Deutscher wurde Lennard Kämna (Lidl – Trek) als 43. mit 2:56 Minuten Rückstand. Auch Emanuel Buchmann (Cofidis) und Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) konnten dem Tempo des dezimierten Feldes nicht folgen.
Baudin übernahm nicht nur die Führung in der Gesamt-, sondern auch die in der Punkte-, Nachwuchs und Bergwertung.
Nach etwa 15 Kilometern setzten sich auf leicht ansteigendem Terrain eine zehnköpfige Gruppe ab. Mit dabei waren hier Baudin, Alastair Mackellar (beide EF Education – EasyPost), Pepijn Reinderink (Soudal – Quick-Step), Raul Garcia Pierna (Movistar), Zimmermann, Matteo Vercher (TotalEnergies), Alex Diaz (Caja Rural – Seguros RGA), Nadav Raisberg (NSN), Sergio Samitier (Cofidis) und Clement Braz Afonso (Groupama – FDJ United).
Die Sprintwertung in Monestier-de-Clermont gewann Raisberg vor Reinderink und Zimmermann. Kurz danach fiel der Israeli gemeinsam mit Reinderink zurück, half aber noch seinem Teamkollegen George Bennett, die Spitzengruppe zu erreichen. Damit hatte sich nach 30 Kilometern eine neue Gruppenkonstellation mit neun Fahrern gebildet, die den ersten Anstieg zur Bergwertung am Col de l’Arzelier in Angriff nahmen.
Das Streckenprofil der 1. Etappe der von Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Veranstalter
Die fünf Bergpunkte für den ersten Platz gewann Samitier. Der Vorsprung zum Peloton, das meist von Decathlon – CMA CGM angeführt wurde, betrug etwa zwei Minuten. Bei der nächsten Bergwertung an der Côte de Seyssins (3.Kat.) nach etwas mehr als 70 Kilometern sprintete Zimmermann Samitier nieder und holte sich zwei Punkte vor dem Spanier.
56 Kilometer vor dem Ziel begann dann bereits das schwere Finale mit drei Bergwertungen. Am Weg zur Côte de Quaix-en-Chartreuse (2. Kat.) verringerte das Peloton den Abstand auf eineinhalb Minuten, und die Spitzengruppe wurde durch einen Angriff von Samitier 500 Meter vor der Bergwertung gesprengt.
Nach der kurzen Abfahrt lagen mit Baudin, Bennett und Braz Afonso nur noch drei Fahrer gemeinsam an der Spitze. Samitier war bergab zurückgefallen, Vercher musste wenig später die Segel streichen. Baudin schlug ein äußerst hohes Tempo an, baute den Vorsprung mit seinen Mitstreitern auf über zwei Minuten aus, weshalb vor allem Decathlon im Peloton gezwungen war, die Geschwindigkeit zu erhöhen.
Am Col de Vence (2.Kat.) war es dann Braz Afonso, der fünf Punkte gewann und damit knapp an Samitier herankam. Am Gipfel hatte sich der Abstand zum Feld wieder auf anderthalb Minuten verringert. In den ersten Metern des letzten Anstieges des Tages zur Côte de Rousset (1. Kat.) setzte sich Alex Baudin von seinen Mitstreitern bereits ab.
In der Folge schaffte es der Franzose trotz hohen Tempos im Peloton, durch die Arbeit von Visma – Lease a Bike, Decathlon – CMA CGM und UAE – Emirates - XRG, den Abstand konstant bei knapp über einer Minute zu halten. An der Bergwertung waren alle anderen Fahrer der ursprünglichen Spitzengruppe eingeholt, doch Baudin ging mit 1:10 Minuten Vorsprung in die Abfahrt und die finalen 20 Kilometer.
Vermaerke versuchte sich in einer Gegensteigung der folgenden Abfahrt zu lösen und so näher an Baudin heranzukommen. Der US-Amerikaner hatte bergab aber klar einen Nachteil, denn der Lokalmatador kennt diese Straße sehr gut. Nach der Abfahrt war damit der Sieg von Baudin bereits fixiert. Dahinter wurde aber nochmals kräftig attackiert.
Eine zehnköpfige Verfolgergruppe mit den Klassementfahrern Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) und Oscar Onley (Netcompany – Ineos) konnte sich vom Rest des Pelotons lösen. Im Zielsprint dieser Zehn setzte sich Debruyne vor Bisiaux durch. Die Gruppe hatte am Ende einen Rückstand von 32 Sekunden auf den Sieger Baudin. Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) und Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) kamen mit 44 Sekunden Verspätung ins Ziel.
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