Müller steht etwas zu lange im Wind

Meeus sprintet in Brüssel am schnellsten

Von Kevin Kempf

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Jordi Meeus (Red Bull - Bora – hansgrohe) gewinnt den Sprint in Brüssel. | Foto: Cor Vos

07.06.2026  |  (rsn) – Jordi Meeus (Red Bull - Bora – hansgrohe) hat die 106. Brussels Cycling Classic gewonnen. Nach 206 Kilometern war er in der belgischen Hauptstadt knapp schneller als Milan Fretin (Cofidis). Das Podium komplettierte Biniam Girmay (NSN). Frits Biesterbos (Picnic – PostNL) kam als Vierter vor Arvid de Kleijn (Tudor) ins Ziel. Sechster wurde Tobias Müller (Unibet – Rose Rockets).

Von vorn war kaum zu erkennen, wer auf der Ziellinie das Vorderrad vorn hatte. “Ich war ziemlich sicher, dass ich gewonnen hatte. Ich spürte, dass er von links aufkam, deswegen war ich sehr froh, dass die Ziellinie dann da war“, erzählte Meeus im Ziel-Interview. “Ich war schon einige Zeit im Wind bevor ich gut losgesprintet bin. Ich hatte noch Power in den Beinen, gewann aber kaum noch Geschwindigkeit. Ich bin glücklich, dass ich es gerade so geschafft habe“, meinte der Belgier weiter.

Die ansteigende Zielgerade und der Gegenwind machten den Sprint schwer. “Es wäre besser gewesen, später loszuspurten, ich habe es aber trotzdem gut gemacht“, urteilte er nach seinem vierten Saisonsieg. “Es ist immer schön zu gewinnen und das hier ist ein großes Rennen“, freute er sich abschließend.

Fretin war später losgespurtet, haderte aber trotzdem mit seinem Sprint. “Ich musste kurz rausnehmen, weil mir van Poppel in die Quere kam. Ich habe meinen Tigersprung zu spät angesetzt. Ich kam ziemlich schnell auf und hätte mir gewünscht, dass die Ziellinie zwei Meter weiter hinten gewesen wäre. Aber es ist, wie es ist“, resümierte der Cofidis-Profi.

Am frühesten lancierte sich Müller vom Hinterrad von Danny van Poppel (Red Bull – Bora – hansgrohe) in Richtung Ziel. Er lag im Spurt einige Zeit in Führung, stand letztendlich auf der ansteigenden Zielgerade etwas zu lange im Wind. Mit Maurice Ballerstedt (Alpecin - Premier Tech), der sich unterwegs an der Muur van Geraardsbergen schon stark präsentierte, wusste ein zweiter Deutscher als Zwölfter zu gefallen. Marius Mayrhofer (Tudor) war Teil des Gruppe des Tages.

So lief die Brussels Cycling Classic:

Casper Pedersen (Soudal – Quick-Step), Titouan Fontaine (Groupama – FDJ United), Sébastien Grignard (Lotto – Intermarché), und Henrik Pedersen (Uno-X Mobility) bildeten zusammen mit Mayrhofer die Gruppe des Tages, die maximal 3:30 Minuten Vorsprung bekam. Der Deutsche musste seine vier Begleiter 84 Kilometer vor dem Ziel bei der zweiten Überfahrt des Bosbergs nicht wegen eines Defekts mehr folgen.

An der dritten Passage an der Muur van Geraardsbergen teilte sich das Feld mit noch 58 zu fahrenden Kilometern in mehrere Stücke. Fontaine musste kurz danach am Bosberg seine drei Mitstreiter fahren lassen, während sich dahinter rund 40 Verfolger formierten. Die wurden 41 Kilometer vor dem Ziel vom größeren und von Flanders – Baloise angeführten Teil des Feldes eingeholt.

Das Streckenprofil der Brussels Cycling Classic | Foto: Veranstalter

Die Sprintermannschaften kontrollierten nun das Geschehen und das Spitzentrio, das eingangs der letzten 30 Kilometer noch 50 Sekunden vorn lag. Am 15-Kilometer-Banner wurde es dann aber eingeholt. Da dies mit brachialer Gewalt nach einem Kopfsteinpflastersektor in einer Steigung passierte, setzten sich circa 30 Profis ab, deren Abenteuer allerdings nur kurz dauerte.

Die Angriffslust war nun entfacht und vor allem Uno-X Mobility zeigte sich aggressiv. Zunächst probierte sich Rasmus Tiller, nachdem er scheiterte, wagte Erik Resell einen Angriff eingangs der letzten 10 Kilometer. Der Norweger hielt fünf Kilometer durch, dann stand dem Sprint nichts mehr im Wege.

Marijn van den Berg (EF Education – EasyPost) dachte da allerdings anders. Er probierte es mit einem Angriff im letzten Kilometer, der 300 Meter vor dem Ziel vereitelt wurde. Da ging Müller vom Hinterrad van Poppels in den Wind, am Ende waren die auf der anderen Straßenseite gestarteten Meeus und Co. schneller.

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