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08.06.2026 | (rsn) - Die Oberösterreich Rundfahrt (2.2) brachte den österreichischen Kontinental-Teams zahlreiche Erfolgserlebnisse. Während das Team Vorarlberg mit zwei Etappensiegen für die größten Schlagzeilen sorgte, überzeugte Hrinkow - Advarics mit einer starken Mannschaftsleistung und zwei Fahrern in den Top Ten der Gesamtwertung.
Für Hrinkow - Advarics verlief die Rundfahrt insgesamt erfreulich. In der Gesamtwertung belegten Riccardo Zoidl und Richard Riska die Plätze neun und zehn. Damit stellte die Mannschaft als einziges österreichisches KT-Team gleich zwei Fahrer in den Top Ten. Bereits auf der 2. Etappe sprintete Filippo Fortin auf Rang drei. Ganz überzeugt von seiner Leistung war der Italiener dennoch nicht: "Hundertprozent zufrieden bin ich nicht, da ich schon bei der 500-Meter-Marke behindert wurde und so erst wieder die Position finden musste. Ein Podium nach meiner Verletzung ist trotzdem schön", resümierte er gegenüber seinem Team.
Mit Loic Bettendorff machte auf dem zweiten Tagesabschnitt ein weiterer Fahrer des Teams auf sich aufmerksam. Der Luxemburger sammelte aus einer Ausreißergruppe heraus die Punkte bei der zweiten und dritten Bergwertung und übernahm damit die Führung in der Bergwertung. Das Bergtrikot musste er nach der dritten Etappe zwar wieder abgeben, dennoch gehörte sein Auftritt zu den Höhepunkten der Rundfahrt aus Sicht des Teams.
Auf der Schlussetappe durfte Zoidl das Trikot des besten Österreichers übernehmen – ein besonderer Moment für den Oberösterreicher, der nach dieser Saison seine Profikarriere beenden wird. "Ich hatte heute nochmal richtig gute Beine. Leider hat der Wind das Rennen immer wieder neutralisiert und Soudal - Quick-Step Development verlor nie die Kontrolle. Ich habe es nochmal richtig genossen und alles probiert", sagte Zoidl im Ziel. Teammanager Dominik Hrinkow hob vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung hervor: "Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich wirklich zufrieden. Nach zahlreichen Verletzungen im Frühjahr so zurückzukommen, stimmt mich positiv für den restlichen Saisonverlauf. Heute hat mich ganz besonders Richard Riska beeindruckt."
Riccardo Zoidl freute sich über das Trikot des besten Österreichers der Rundfahrt im letzten Jahr seiner Radkarriere. | Foto: Reinhard Eisenbauer
Auch WSA - KTM - Graz durfte mit dem Auftritt in Oberösterreich zufrieden sein. Martin Messner fuhr bereits im Auftaktzeitfahren auf Rang zwölf und übernahm damit das Trikot des besten Österreichers. Dieses musste er nach der Schlussetappe jedoch noch an Zoidl abgeben. Teamchef Christoph Resl zog gegenüber RSN dennoch ein positives Fazit: "Im Finale konnte Martin das Tempo der stärksten Bergfahrer nicht mehr mitgehen und verlor das Trikot auf den letzten Kilometern zum Ziel. Alles in allem waren wir mit der Performance und den Ergebnissen unseres Teams sehr zufrieden und freuen uns jetzt schon auf die Tour of Austria!"
Für Schwingshandl – Intralogistics blieb ein Spitzenergebnis zwar aus, dennoch zeigte die Mannschaft mehrfach ihr Potenzial. Besonders schmerzhaft verlief der zweite Tagesabschnitt, als Fabian Steininger unmittelbar vor einem möglichen Podestplatz stürzte. Marvin Hammerschmid erklärte gegenüber RSN: "Unsere größten Chancen hatten wir auf der 2. und 3. Etappe. Besonders die 2. Etappe war für uns besonders bitter. Unser Sprinter Fabian war in der Zielkurve bereits auf Rang zwei und ist dann leider zu Sturz gekommen – ein erstes UCI-Podium wäre möglich gewesen."
Das beste Ergebnis gelang Filip Lepka mit Rang 22 auf dem vierten Tagesabschnitt. Trotz der verpassten Topplatzierungen überwog die Zuversicht: "Am Ende sind wir zwar ohne Topresultat geblieben, nehmen aber viel Positives mit, da wir gesehen haben, dass wir bei Sprintrennen auf diesem Niveau um den Sieg mitfahren können."
WSA – KTM – Graz hatte mit Martin Messner (ganz rechts) bis zum Schlusstag den besten Österreicher der Rundfahrt. | Foto: Mario Stiehl
Nicht in die Gesamtwertung eingreifen, dafür aber mit einem Top-Ten-Ergebnis auf der 2. Etappe ein Ausrufezeichen setzen, konnte Arbö – Kärnten – Feld am See. Christian Rush, der neuseeländische Neuzugang des Teams, sprintete im chaotischen Finale auf Rang sechs. Das Tirol - KTM Team setzte vor allem am dritten Tag ein Zeichen. Paul Viehböck erreichte als 13. das Ziel und erzielte damit das beste Einzelergebnis der Mannschaft bei der Rundfahrt.
Die größten Erfolge der österreichischen KT-Mannschaften feierte jedoch das Team Vorarlberg. Nach einem schwierigen Auftakt gelang der Mannschaft die Wende: Kilian Feurstein gewann die 3. Etappe, Dominik Röber den vierten Tagesabschnitt. Zusätzlich sicherte sich Feurstein das Sprinttrikot der Rundfahrt, während Röber die Gesamtwertung als Elfter abschloss.
Rückblickend sah man im Team vor allem die verpassten Chancen zu Beginn der Rundfahrt, gleichzeitig aber auch die Gründe für den späteren Erfolg: "Am Anfang der Rundfahrt waren wir ein bisschen angeschlagen, weil wir jemanden in der Top Ten haben wollten und dort am Pöstlingberg schon eine Entscheidung für das GC getroffen wird. Durch viele Stürze und ungünstige Positionierung hat das leider nicht geklappt. Auf der 2. Etappe hatte Kilian dann Glück, dass er um den Sturz herumfahren konnte und Vierter wurde", erklärte Paul Renger, Sportlicher Leiter des Teams, gegenüber RSN.
Gute Stimmung darf nicht fehlen: Die Fanzone von Schwingshandl – Intralogistics am Pöstlingberg. | Foto: Florian Pröll/ Pawsome Visions
Auch am Schlusstag versuchte Vorarlberg erneut, in die Gesamtwertung einzugreifen. Der Kampf um das Gelbe Trikot blieb jedoch erfolglos. Dafür fiel die Entscheidung um das Sprinttrikot zugunsten von Feurstein aus. Entsprechend euphorisch fiel das Fazit aus: "Auf der letzten Etappe wollten wir nochmal den Kampf für das GC angehen, aber Soudal - Quick-Step Development hat es sehr gut kontrolliert", so Renger.
"Kilian hat auch noch das Sprinttrikot gewonnen, weil Visma am letzten Tag keinen in der Gruppe hatte. Dadurch mussten sie ihren Mann im Sprinttrikot für die Nachführsarbeit opfern, der das Rennen dann nicht mal mehr beendet hat. Das war wirklich eine Wahnsinnsrundfahrt, jetzt freuen wir uns auf Malopolska", schaute Renger schon zuversichtlich zur am Donnerstag startenden Rundfahrt in Polen.