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09.06.2026 | (rsn) – Die Liste an Überraschungen, die das Teamzeitfahren der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) lieferte, war lang. Dazu beinhaltete sie Ausschläge in beide Richtungen. Für die positiven sorgten Visma – Lease a Bike, den Auftritt von Wout van Aert mal ausgeklammert, und die Fahrt von EF Education – EasyPost, die Alex Baudin mindestens einen weiteren Tag im Gelben Trikot sicherte.
Eher als Negativüberraschung ist die Fahrt von Decathlon – CMA CGM zu werten. Die Mannschaft um den haushohen Topfavoriten der Rundfahrt, Paul Seixas, ging mit Handicap ins Rennen, startete aufgrund des Ausscheidens von Matthew Riccitello auf der 1. Etappe mit einem Mann weniger.
Der französische Youngster handelte sich so 45 Sekunden Rückstand auf Matteo Jorgenson ein. “Es herrscht eine gewisse Enttäuschung, wir sind hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben, aber wir müssen die Umstände berücksichtigen“, sagte der 19-jährige Seixas gegenüber der L’Equipe.
“Wir haben Stefan (Bissegger) schon früh verloren, was den Chancen der Mannschaft leider geschadet hat, und Matthew stand uns von Anfang an nicht zur Verfügung, so dass wir schnell nur noch zu fünft waren. Und fünf gegen sieben – das ist eine schwierige Situation", fügte er an. Decathlons Performance ist also in gewisser Weise erklärbar. Sie hat Seixas auch noch nicht aus dem Kampf um den Gesamtsieg genommen hat, wenn der Senkrechtstarter auch bei der Tour-Generalprobe ähnlich souverän wie im Frühjahr fahren wird.
Und sie unterscheidet sich diesbezüglich sehr von der des Teams UAE – Emirates – XRG. Lediglich Rang neun und 1:01 Minuten Rückstand für Teamkapitän Isaac Del Toro werfen Fragen auf, die ob der Worte des jungen Mexikaners gegenüber Cycling Pro Net nicht weniger werden. “Ich denke, wir können zufrieden sein. Wir haben eine gute Arbeit geleistet. Ich bin glücklich mit dem Einsatz heute“, erklärte der 22-Jährige. Es mag daran liegen, dass Del Toro in seiner Karriere bisher noch nicht allzu viele Fehlschläge zu moderieren hatte, es nur gut meinte und sein Team schützen wollte.
Das hatte er aber auch schon zuvor getan als er gesagt hatte: “Ich war am Ende noch mit Pavel (Sivakov), Kevin (Vermaeke) und Joao (Almeida) zusammen. Sie waren die letzten drei, und ich muss mich bei ihnen bedanken, dass ich es mit ihrer Hilfe schneller ins Ziel geschafft habe.“
Dass irgendjemand bei UAE wirklich mit dieser Leistung zufrieden sein könnte, scheint jedenfalls unmöglich, passt sie doch so gar nicht zu dem, was die Mannschaft ansonsten zustande bringt, zumal Del Toro auch noch sagte: “Der heutige Tag ist sehr wichtig im Hinblick auf die Tour. Wir sind mental darauf vorbereitet.“
Dass der erste Maat von Tadej Pogacar unter Umständen sogar der einzige aus dem Auvergne-Aufgebot bei der Tour sein wird, ist die eine Sache. Dass ein neunter Platz die erfolgsverwöhnte Mannschaft mental in irgendeiner Form voranbringen könnte, ist auf der anderen Seite allerdings unwahrscheinlich.