Tour Auvergne: Deutsche Teams überzeugen

Visma gewinnt den Kampf gegen die Uhr, Baudin verteidigt Gelb

Von Matthias Seng

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Visma - Lease a Bike hat das Teamzeitfahren der Tour Auvergne gewonnen. | Foto: Cor Vos

09.06.2026  |  (rsn) – Visma – Lease a Bike hat das Mannschaftszeitfahren der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) gewonnen. Das niederländische Team um Matteo Jorgenson benötigte für die 28,4 Kilometer rund um Perreux 33:52 Minuten und verwies Netcompany – Ineos mit neun Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Rang drei sicherte sich mit 29 Sekunden Rückstand EF Education – EasyPost, womit Auftaktsieger Alex Baudin ein weiteres Mal das Gelbe Trikot verteidigte.

Starke Vorstellungen lieferten auch die beiden deutschen Teams ab. Lidl – Trek um Mattias Skjelmose und Juan Ayuso belegte 32 Sekunden hinter Visma – Lease a Bike den vierten Platz, weitere acht Sekunden dahinter kam Red Bull – Bora – hansgrohe um Kapitän Daniel Martinez als Fünfte an. Dahinter landete Decathlon - CMA CGM (+0:45) mit Jungstar Paul Seixas auf Rang sieben. Dem hoch gehandelten UAE-Team mit Isaac Del Toro und Joao Almeida blieb noch hinter Movistar (+0:52) und Jayco – AlUla (+0:54) nur Rang neun (+1:01), Bahrain Victorious (+1:05) komplettierte die Top Ten.

“Es ist siebenmal so gut, wie alleine zu gewinnen. Wir hatten einen schönen Moment zusammen gleich nach Ende des Rennens. Das bekommt man im Radsport nicht so oft. Es ist eine echt coole Disziplin“, freute sich Jorgenson im Ziel-Interview über den Auftritt seiner Mannschaft, die ungeplant zwei wichtige Fahrer unterwegs eingebüßt hatte. 

“Zuerst haben wir Wout (van Aert) sehr früh verloren, weil er sich nicht so gut fühlte und dann hatte Ben (Tulett) einen Platten und ist in der längsten Abfahrt des Tages fast gestürzt. Das war ein heikler Moment. Wir haben uns an die Situationen angepasst und die Taktik etwas umgestellt. Die letzten zehn Kilometer hätten wir nicht schneller fahren können. Bruno (Armirail), Edoardo (Affini) und Per (Strand Hagenes) waren unglaublich stark“, lobte der US-Amerikaner seine Helfer.“

Dagegen blieb ein Malheur, das auch Netcompany – Ineos aufgehalten hatte, ohne Happy End für die Briten. “Ich bin etwas enttäuscht. Wir hatten ein mechanisches Problem, und das ist nicht schön, so zu verlieren. Wir sind über 80 km/h gefahren und mussten dann reagieren. Wir haben vermutlich um die 20 Sekunden da verloren“, kommentierte Vauquelin im Ziel-Interview den zweiten Platz seines Teams, das im März das Mannschaftszeitfahren von Paris-Nizza gewonnen hatte.

Damals musste sich Visma – Lease a Bike mit Jonas Vingegaard mit Platz vier zufrieden geben. Diesmal hatte das niederländische Team nach einem perfekten Finale das beste Ende für sich. “Es fühlt sich sehr gut an, zu gewinnen. Es ist sehr schön, nach dem Frühling, den ich hatte, zurückzukommen an die Spitze. Es ist ein Vergnügen, in diesem Team zu fahren“, sagte Jorgenson, der sich Mitte April beim Amstel Gold Race das Schlüsselbein gebrochen hatte und erst zur Tour Auvergne ins Feld zurückkehrte.

Im Gesamtklassement liegt Baudin jeweils zwölf Sekunden vor dem Netcompany-Duo Kévin Vauquelin und Oscar Onley. Jorgenson (+0:15) machte 14 Positionen gut und ist nun Gesamtvierter vor der zeitgleichen Lidl-Trek-Doppelspitze Ayuso und Skjelmose (+0;47). Bester Red-Bull-Profi ist Maxin Van Gils (+0:56), der auf den neunten Platz vorrückte.

So lief die 3. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes:

Picnic – Post NL nahm als erstes der 22 Teams in Perreux den kollektiven Kampf gegen die Uhr in Angriff. Zwischenzeiten wurden jeweils am Ende der beiden Anstiege nach Kilometer acht und 15,8 genommen. Insgesamt 420 Höhenmeter waren auf dem Parcours zu bewältigen, wobei die letzten 800 Meter zum Ziel mit einer Durchschnittsteigung von gut sechs Prozent bergauf führten.

Jayco – AlUla um den dreimaligen Australischen Zeitfahrmeister Luke Plapp und Routinier Michael Matthews legte mit 33:46 Minuten eine Bestzeit vor, die lange Bestand hatte. Auch der Mexikanische Zeitfahrmeister Del Toro, der als erster Fahrer seines Teams über die Ziellinie jagte, blieb um sieben Sekunden hinter der Marke der starken Australier, die sich das Rennen sehr gut eingeteilt hatten.

Zeitgleiche Zwischenbestzeiten erzielten kurz darauf die beiden deutschen Teams: Lidl – Trek um Ayuso, Skjelmose und Lennard Kämna sowie das ohne einen Deutschen angetretene Red Bull – Bora – hansgrohe lieferten sich zu diesem Zeitpunkt ein Fernduell um Platz eins, den mittlerweile Movistar eingenommen hatte. Kapitän Cian Uijtdebroeks überquerte nach 33:44 Minuten die Linie und war für sein Team damit zwei Sekunden schneller als Jayco – AlUla.

 

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Veranstalter

Lange konnten sich die Spanier aber nicht freuen, denn die Lidl-Kapitäne Skjelmose und Ayuso erreichten Rad an Rad das Ziel, wo sie 20 Sekunden Vorsprung auf Movistar herausgefahren hatten. Auch Decathlon-Superstar Seixas kam nicht an diese Zeit heran: Der 19-Jährige wies am Ende 13 Sekunden Rückstand gegenüber Lidl – Trek auf. Mit noch vier Fahrern erreichte Red Bull den Schlussanstieg, wo sich schließlich Van Gils und Martinez acht Sekunden hinter den Spitzenreitern den zwischenzeitlichen zweiten Platz sicherten.

Der war aber schnell Makulatur, denn Netcompany – Ineos, das bereits an der ersten Zwischenzeit 20 Sekunden schneller als Lidl – Trek gewesen war, erreichte bereits mit großem Vorsprung die finale Steigung, ehe Vauquelin und Onley schließlich die Bestzeit um deutliche 22 Sekunden unterboten.

Diese Marke hatte ebenfalls nicht lange Bestand, denn Visma – Lease a Bike, das früh Wout van Aert und Ben Tulett – nach Defekt - verloren hatte, führte in Gestalt von Jörgen Nordhagen Kapitän Jorgensen in den Anstieg hinein, ehe der zweimalige Paris-Nizza-Sieger auf den letzten Metern nochmals beschleunigte und mit 32:52 Minuten die schnellste Zeit des Tages erzielte.

An die kam auch nicht mehr EF Education – EasyPost mit Baudin und dem Deutschen Georg Steinhauser heran. Der Träger des Gelben Trikots war schon am Fuß des Schlussanstiegs ohne Helfer an seiner Seite, sicherte mit 29 Sekunden Rückstand dann aber seinem Team den dritten Platz und verteidigte damit die Führung im Gesamtklassement.

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