RSNplusDie deutschen KT-Teams 2026: Storck - MRW Bau

Mehr als nur Rennfüller: Der Blick richtet sich nach oben

Von Arthur Lenné

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Erfolg gibt der Auslandsoffensive recht: Edgar David Cadena bejubelt einen seiner beiden Etappensiege bei der Vuelta Asturias. | Foto: Storck - MRW Bau

18.06.2026  |  (rsn) – Das Team Storck - MRW Bau will sich nicht länger mit der Rolle eines klassischen Kontinental-Rennstalls zufriedengeben. Nach einem personell wie strukturell turbulenten Winter startet die Mannschaft aus Hanau mit einer klaren Mission in die Saison 2026: Der Fokus liegt auf der Etablierung professioneller Strukturen, die sich an den Standards höherer Divisionen orientieren. Mit einem runderneuerten Fuhrpark, namhaften Neuzugängen und einer engen Anbindung an die Industrie verfolgt Teamchef Patrick Schubert ambitionierte Ziele.

Dass Schubert langfristig denkt, unterstreicht der Einstieg des neuen Hauptsponsors Julian Rammler. Der CEO von MRW Bau ist selbst ehemaliger Rennfahrer und fungiert als strategischer Berater des Projekts. "Die Intention ist nicht, ein Team auf die Beine zu stellen, das über Jahre nur im Kontinental-Bereich verharrt. Wir verfolgen klare Ziele“, betonte Rammler gegenüber RSN. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird der Aufstieg in die ProSerie angestrebt – ein Vorhaben, für das Rammler neben finanzieller Stabilität auch ein weitreichendes Netzwerk einbringt. ___STEADY_PAYWALL___

Dass dieser Anspruch keine leere Worthülse ist, zeigt der Blick auf die Infrastruktur. Storck - MRW Bau erwarb den früheren Bus von Intermarché - Wanty und baute ihn komplett nach eigenen Bedürfnissen um. Zwölf festangestellte Mitarbeiter, darunter Mechaniker, Physios und Betreuer, sorgen für einen Standard, der auf Kontinental-Niveau Seltenheit hat. Auch sportlich wurde aufgerüstet: Mit Olivier Kaisen konnte ein Sportlicher Leiter mit langjähriger WorldTour-Erfahrung gewonnen werden.

Kader: WorldTour-Power und internationale Klasse

Besonders bei der Auswahl der Fahrer sorgte Storck - MRW Bau für Aufsehen. Der deutsche Markt bot laut Schubert in diesem Winter nicht die nötige Tiefe für die eigenen Ansprüche, weshalb man den Blick gezielt ins Ausland richtete. "Wenn man international mitspielen will, braucht man Ergebnisse“, so Schubert. Den wohl spektakulärsten Coup landete die Mannschaft mit der Verpflichtung von Matthew Walls. Der Brite, Omnium-Olympiasieger von Tokio 2021, bringt fünf Jahre Erfahrung bei Bora - hansgrohe und Groupama - FDJ mit in das Team.

Angriffslustig statt Rennfüller: Storck - MRW Bau will in der Konti-Szene nicht nur mitfahren, sondern Akzente setzen. | Foto: Storck - MRW Bau

Dass die internationale Ausrichtung bereits Früchte trägt, bewies Edgar David Cadena. Der Mexikaner, der bei den Nationalen Zeitfahrmeisterschaften nur Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG) unterlegen war, feierte bei der Vuelta Asturias (2.1) bereits zwei Etappensiege und belegte den sechsten Rang in der Gesamtwertung. 

Mit dem Österreichischen Staatsmeister Tim Wafler und dem Spanier Alvaro Sagrado verfügt das Team über weitere Trümpfe für anspruchsvolles Gelände und Massensprints. Dennoch bleibt die Nachwuchsarbeit ein Teil der DNA: Sechs U23-Fahrer, darunter das deutsche Talent Henry Appelbaum und der Erstjährige Jakob Neumann, sollen von der Erfahrung der Top-Stars profitieren.

Ziele: Deutschland Tour und Duelle mit den Devo-Teams

Das große Ziel für die Saison 2026 steht fest: Eine Einladung zur Deutschland Tour (2.Pro). Um sich für das Heimspiel zu empfehlen, setzt Storck - MRW Bau auf einen hochkarätigen Rennkalender und scheut dabei auch den direkten Vergleich mit den Entwicklungs-Mannschaften der großen WorldTour-Teams wie Visma - Lease a Bike oder Alpecin - Deceuninck nicht. "Wir wollen nicht nur Rennfüller sein, sondern agieren“, betonte Schubert mit Blick auf Einsätze bei Rennen wie der Flèche du Sud (2.2). Wie ernst es die Mannschaft mit diesem Anspruch meint, zeigte die Tour de Wallonie (2.Pro), bei der Storck - MRW Bau im Juni sein Debüt auf ProSeries-Niveau gab.

Härtetest im Regen: Bei der Tour de Wallonie bestritt Storck - MRW Bau sein erstes Rennen der ProSeries – ein Gradmesser auf dem Weg zu den ambitionierten Saisonzielen. | Foto: Storck - MRW Bau

Unterstützt wird die Leistungsentwicklung durch eine Partnerschaft mit dem Start-up Vima. Unter der Leitung von Kirsten Meyer (Chief Psychology Officer) setzt das Team auf ein ganzheitliches Coaching, das neben Wattwerten auch Biomarker und mentale Aspekte in die Trainingsplanung integriert. Der Storck-Express hat früh in der Saison Fahrt aufgenommen: Die Etappensiege bei der Vuelta Asturias (2.1) haben gezeigt, dass die Konkurrenz die Mannschaft in Schwarz und Blau auf der Rechnung haben muss.


Fakten zur Saison 2026:

Das Aufgebot: Henry Appelbaum (Deutschland / 21 Jahre), Mats Berns (Deutschland / 20), Pol Breser (Deutschland / 22), Edgar David Cadena (Mexiko / 25), Florian Hochuli (Schweiz / 20), Paul Keller (Deutschland / 22), Felix Kloss (Deutschland / 20), Robin Kull (Schweiz / 24), Jakob Neumann (Deutschland / 18), Alvaro Sagrado (Spanien / 25), Noé Ury (Luxemburg / 22), Lennart Voege (Deutschland / 26), Tim Wafler (Österreich / 24), Matthew Walls (Großbritannien / 28), Szymon Wrona (Polen / 19).

Neuzugänge: Henry Appelbaum, Mats Berns, Pol Breser, Edgar David Cadena, Florian Hochuli, Robin Kull, Jakob Neumann, Alvaro Sagrado, Noé Ury, Lennart Voege, Tim Wafler, Matthew Walls, Szymon Wrona.

Teamleitung: Patrick Schubert, Julian Rammler

Sportliche Leitung: Olivier Kaisen, Felix Linders, Judyta Kowalska, Leschek Schubert, Zak Coleman.

Material:
Rahmenhersteller: Storck
Bekleidung: Assos
Performance-Plattform: Vima

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