Die Stimmen zur 1. Etappe der Tour de France

Politt: “Tadej hat es in den Kurven extrem laufen lassen“

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Nils Politt (UAE - Emirates - XRG) beim Tour-Auftakt | Foto: Cor Vos

04.07.2026  |  (rsn) – Jonas Vingegaard hat das erste Gelbe Trikot der Tour de France 2026 erobert. Der Däne kam im Teamzeitfahren von Barcelona solo als erster Fahrer von Visma – Lease a Bike mit der Bestzeit ins Ziel. Filippo Ganna (Netcompany – Ineos) mit acht Sekunden Rückstand fuhr auf den zweiten Platz,Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) wurde zwölf Sekunden hinter seinem Dauerkonkurrenten Auftaktdritter. Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) konnte seinem Teamkollegen Remco Evenepoel im Schlussanstieg nicht folgen und büßte mehr als eine halbe Minute ein.

Einige Klassementfahrer ließen gleich auf der 1. Etappe Federn. Kevin Vauquelin (Netcompany – Ineos) und Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) hatten Platten – auf sie wurde jeweils nicht gewartet. Cian Uijtdebroeks (Movistar) erwischte einen rabenschwarzen Tag und Ben O’Connor (Jayco – AlUla) ließ seine Teamkollegen bergauf offenbar geplant fahren. Auf den gestürzten Harold Tejada (XDS – Astana) wurde dahingegen gewartet.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 1. Etappe der Tour de France:

John Degenkolb (Picnic – PostNL / RSN): “Viel zum Genießen gab es nicht. Es war schon echt schwer. Wir haben versucht, die ersten fünf Kilometer so schnell wie möglich zu fahren. Dann mussten wir uns erst sammeln und haben versucht, so effizient wie möglich ins Ziel zu kommen. Wir haben versucht, die erste Zwischenzeit als Marker zu nehmen und so schnell wie möglich bis dahin zu fahren.“

Niklas Märkl (Picnic – PostNL /RSN): “Es war ein schöner Parcours für ein Mannschaftszeitfahren. Aber mit der Hitze war es echt schwer. Wir hatten den internen Plan, auf den ersten fünf Kilometern auf das Grüne Trikot zu fahren. Die Ausführung war vielleicht nicht so ganz smooth, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber das ist Radsport, da steckt man nicht drin. Gerade mit so einem kurvigen Start. Zwischendrin ist eine Lücke aufgegangen, die musste ich zufahren. Dann war immer so eine Lücke drin und man hatte nie den Moment, wo man mal durchschnaufen konnte. Dann habe ich echt gelitten vom fünften Kilometer bis ins Ziel.“

Felix Engelhardt (Jayco – AlUla / RSN): “Es war eine lange Woche. Es gibt keine nervenaufreibendere Disziplin als das Mannschaftszeitfahren. Von daher sind alle ziemlich aufgeregt und es fließt sehr viel Arbeit rein. Am Ende laufen die Dinge dann doch nicht immer nach Plan und es geht einiges schief. So ist es halt manchmal. Wir haben uns am Ende ein bisschen zu früh verloren und sind vielleicht zu offensiv gefahren. Es war auch mit dem Wind schwierig abzuschätzen. Am Ende war ein bisschen zu früh die Luft raus.“

Cian Uijtdebroeks (Movistar / Eurosport): “Ich hatte kurz vor dem ersten Anstieg Krämpfe. Danach war es einfach schwer weiterzufahren. Ich habe getan, was ich konnte. Ich denke, es lag an der Hitze. Vielleicht kam es auch, weil ich gleich am ersten Tag Vollgas fahren musste und mein Körper sich noch nicht daran gewöhnt hatte. Ich weiß es nicht. Wenn man Krämpfe hat, ist es aber schwer, sich davon zu erholen. Meine Teamkollegen haben probiert, mich bis ins Ziel zu ziehen. Sie haben alles gegeben. Wir haben noch drei Wochen.“

Filippo Ganna (Netcompany - Ineos / Eurosport): “Es war superheiß und superschwer, vor allem am letzten Anstieg. Ich war stark, Foss auch. Wir haben alles gegeben, was wir konnten. Jetzt bin ich kaputt. Wir waren heute auf einem sehr hohen Niveau unterwegs. Ich glaube, dass ich noch nie in so einer starken Mannschaft ein Mannschaftszeitfahren absolviert habe. Wir hatten sehr viele starke Fahrer dabei.“

Max Kanter (Astana - XDS / ARD): “Wir sind ganz gut gestartet und hatten eigentlich einen guten Rhythmus, dann ist leider unser GC Fahrer Harold Tejada gestürzt und wir mussten auf ihn warten. Von da an war es bei uns nur noch Schadensbegrenzung. Die Beine waren ganz gut. Ich glaube, dass bei uns ein ganz gutes Ergebnis drin gewesen wäre. Jetzt müssen wir auf die nächsten Tage schauen und einfach wieder ein positives Gefühl holen.“

Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost / ARD): “Es lief heute okay, das war ein schwieriger Kurs mit den Bergen am Ende. Richie (Carapaz) sah leider nicht so gut aus, es ist aber erst der erste Tag, da kann noch viel passieren. Richie ist auch ein Fahrer, der die Beine erst mal warmfahren muss. Ich denke, wir haben uns solide geschlagen. Ich bin froh, dass die 1. Etappe rum ist.“

Davide Piganzoli (Visma – Lease a Bike / Eurosport): “Wir hatten einen guten Plan: fünf Leute sollten im Flachen ziehen und dann ich, Kuss und Jonas bis zum Ziel. Wir haben versucht, Jonas im letzten Anstieg zu lancieren. Matteo hat bergab noch eine Riesenführung gefahren. Wir sind sehr zufrieden. Ich war im Finale noch frisch. Am Hinterrad spart man doch eine Menge. Wir sind dann einfach voll gefahren. Der Tourstart hier in Barcelona ist etwas ganz Besonderes, etwas ganz Anderes als der Giro. Es ist fantastisch, Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen.“

Nils Politt (UAE - Emirates - XRG / ARD): “Wir haben heute alles gegeben. Ich hatte heute nicht meinen besten Tag, muss ich zugeben. Ich war direkt hinter Tadej, der hat in den Kurven extrem laufen lassen, da habe ich dann eine Lücke bekommen, die ich zufahren musste. Dann musste ich die Führung noch oben drauf fahren, das war ein Stück zu viel für mich. Ich bin dann einmal ins Laktat gekommen nach der Kurve, dann war's für mich vorbei.”

Felix Großschartner (UAE - Emirates - XRG / Eurosport): “Wir wollten natürlich den Sieg, aber das wollte jeder. Letztendlich haben wir alle hundert Prozent gegeben und das hat zum dritten Platz gereicht. Es ist trotzdem ein guter Start. Mannschaftszeitfahren sind immer ein eigenwilliger Start. Alle empfinden das anders. Einige haben sich gut gefühlt, andere nicht. Aber wenn alle hundert Prozent geben, ist das okay. Herzlichen Glückwunsch an Visma – das war superstark.“

Juan Ayuso (Lidl - Trek / Eurosport): “Skjelli hatte ein technisches Problem und wir haben auch Quinn (Simmons) verloren. Mit den beiden wäre es natürlich noch besser gelaufen, auch wenn ich nicht sage, dass wir gewonnen hätten. Das Glück war heute nicht auf unserer Seite, aber wir haben den Tag trotzdem sehr gut gerettet. Mads (Pedersen) hat einen unglaublichen Job gemacht und Vacek war einfach in einer ganz eigenen Liga heute. Es war beeindruckend. Ich hatte wirklich Probleme, einfach nur an seinem Rad zu bleiben. Wir hatten den Glauben, dass wir den Sieg würden holen können. Aber hier ist die Tour und da passiert manchmal Scheiße; heute ist sie uns passiert.“

Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe / Gesamtachter / ARD): “Am Start habe ich mich eigentlich noch ganz gut gefühlt. Hinter Remco ist es einfach super hart. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich hatte dann einfach schon super viel Laktat in den Beinen, als wir über den ersten Anstieg gefahren sind. Dann ging dann auch die Lücke auf. Dann war ich happy, dass Maxim (Van Gils) noch einmal nach vorne gekommen ist. Und dann habe ich mich einfach ins Ziel gekämpft. Es war gut zu sehen, dass Remco in Form ist.“

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / Ziel-Interview): “Ich würde sagen, dass es der perfekte Start war. Es ist natürlich immer noch eine lange Tour. Meine Teamkollegen haben heute einen unglaublichen Job gemacht. Sie waren so stark. Ehrlicherweise musste ich gar nicht so viel machen. Sie haben mich praktisch bis ins Ziel gefahren. Es ist sehr schön, die Etappe zu gewinnen, und für mich persönlich auch sehr schön, nach einigen harten Jahren wieder ins Gelbe Trikot zu schlüpfen und das erleben zu dürfen.“

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